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L50.2 – Urtikaria durch Kälte und Hitze

L50.2 bezeichnet laut ICD-10 die Urtikaria durch äußere thermische Einflüsse, also Quaddeln und Juckreiz ausgelöst durch Kälte oder Wärme.

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Wissenswertes über "L50.2"

L50.2 bezeichnet laut ICD-10 die Urtikaria durch äußere thermische Einflüsse, also Quaddeln und Juckreiz ausgelöst durch Kälte oder Wärme.

Was ist L50.2?

Der ICD-10-Code L50.2 steht für die sogenannte Urtikaria durch Kälte und Hitze (auch: temperaturabhängige Urtikaria). Dabei handelt es sich um eine Form der physikalischen Urtikaria, bei der Hautsymptome – typischerweise Quaddeln, Rötungen und Juckreiz – durch äußere thermische Reize wie Kälte oder Wärme ausgelöst werden. Diese Erkrankung gehört zur Gruppe der chronischen induzierbaren Urtikariaformen.

Formen

Kälteurtikaria

Bei der Kälteurtikaria reagiert die Haut auf Kältereize (z. B. kalte Luft, kaltes Wasser oder das Berühren kalter Gegenstände) mit der Bildung von Quaddeln und Schwellungen. Die Symptome treten meist innerhalb von Minuten nach dem Kältekontakt auf. In schweren Fällen kann es beim Baden in kaltem Wasser zu einem gefährlichen systemischen Schock kommen.

Wärmeurtikaria (Hitzeurtikaria)

Bei der Wärmeurtikaria lösen lokale Wärmereize auf der Haut die Quaddeln aus. Diese Form ist seltener als die Kälteurtikaria. Die Hautsymptome entstehen typischerweise im Bereich der erwärmten Hautareale.

Ursachen und Auslöser

Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Bei der Kälteurtikaria wird angenommen, dass durch den Temperaturreiz Mastzellen in der Haut aktiviert werden und Histamin sowie andere Entzündungsstoffe freisetzen. Mögliche begünstigende Faktoren umfassen:

  • Infektionen (z. B. durch Viren oder Bakterien)
  • Autoimmunerkrankungen
  • Bestimmte Medikamente
  • Idiopathische Ursachen (keine erkennbare Ursache)

Symptome

Typische Symptome von L50.2 sind:

  • Quaddeln (erhabene, gerötete Hautschwellungen)
  • Starker Juckreiz
  • Brennen oder Wärmegefühl auf der Haut
  • In schweren Fällen: Angioödem (tiefe Schwellung unter der Haut)
  • Allgemeinsymptome wie Schwindel, Übelkeit oder Kreislaufprobleme (bei ausgedehntem Kontakt)

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch den Hautarzt (Dermatologen). Typische diagnostische Maßnahmen sind:

  • TempTest oder Kälteprovokatest: Auflegen eines Eisbeutels oder Kältestimulators auf die Unterarmhaut für einige Minuten. Bei positivem Ergebnis bildet sich eine Quaddel.
  • Wärmeprovokatest mit warmem Wasser oder Wärmekontaktgerät für die Hitzeurtikaria
  • Blutuntersuchungen zum Ausschluss zugrunde liegender Erkrankungen

Behandlung

Die Therapie von L50.2 umfasst mehrere Ansätze:

Meidung der Auslöser

Das wichtigste Prinzip ist die konsequente Vermeidung der Auslöser, also z. B. Kontakt mit kaltem Wasser oder kalter Luft bzw. starker Wärme.

Antihistaminika

Nicht-sedierende H1-Antihistaminika (z. B. Cetirizin, Loratadin, Bilastin, Rupatadin) sind die Mittel der ersten Wahl. Sie blockieren die Wirkung von Histamin und lindern Quaddeln und Juckreiz. Bei Bedarf kann die Dosis auf bis zum Vierfachen der Standarddosis erhöht werden.

Omalizumab

Bei schwerer oder antihistaminikarefraktärer Kälteurtikaria kann Omalizumab (ein monoklonaler Anti-IgE-Antikörper) eingesetzt werden. Dieser ist für chronische Urtikaria zugelassen und hat sich in Studien als wirksam erwiesen.

Desensibilisierung

In ausgewählten Fällen kann eine schrittweise Gewöhnung (Desensibilisierung) an Kältereize versucht werden.

Prognose

Die Prognose ist variabel. Bei vielen Patienten bildet sich die Kälteurtikaria innerhalb einiger Jahre zurück. Eine konsequente Therapie verbessert die Lebensqualität erheblich. Patienten mit schwerer Kälteurtikaria sollten einen Notfallausweis und ein Adrenalin-Autoinjektor bei sich tragen.

Quellen

  1. Magerl M. et al. - The definition, diagnostic testing, and management of chronic inducible urticarias. Allergy, 2016; 71(6): 780–802. (EAACI-Leitlinie)
  2. Zuberbier T. et al. - The international EAACI/GA²LEN/EuroGuiDerm/APAAACI guideline for the definition, classification, diagnosis and management of urticaria. Allergy, 2022; 77(3): 734–766.
  3. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) - ICD-10-GM Version 2024, Kapitel XII: Krankheiten der Haut und der Unterhaut, L50.2.

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