Implantatwechsel: Gründe, Ablauf & Risiken
Ein Implantatwechsel bezeichnet den chirurgischen Eingriff, bei dem ein bestehendes medizinisches Implantat entfernt und durch ein neues ersetzt wird.
Wissenswertes über "Implantatwechsel"
Ein Implantatwechsel bezeichnet den chirurgischen Eingriff, bei dem ein bestehendes medizinisches Implantat entfernt und durch ein neues ersetzt wird.
Was ist ein Implantatwechsel?
Ein Implantatwechsel ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem ein vorhandenes medizinisches Implantat – zum Beispiel ein Brustimplantat, eine Gelenkprothese oder ein Herzschrittmacher – entfernt und durch ein neues oder gleichwertiges Implantat ersetzt wird. Der Eingriff kann aus medizinischen Gründen notwendig sein oder auf Wunsch der Patientin bzw. des Patienten erfolgen.
Gründe für einen Implantatwechsel
Es gibt verschiedene Ursachen, die einen Implantatwechsel erforderlich machen können:
- Verschleiß oder Materialermüdung: Implantate haben eine begrenzte Lebensdauer und müssen nach einer bestimmten Zeit ausgetauscht werden.
- Komplikationen: Kapselfibrose (Verhartung des Gewebes um das Implantat), Implantatruptur oder Dislokation (Verschiebung des Implantats) können einen Wechsel notwendig machen.
- Infektionen: Eine Infektion rund um das Implantat erfordert häufig dessen Entfernung und spätere Neuversorgung.
- Veränderung des Gesundheitszustands: Änderungen in der körperlichen Verfassung oder neue medizinische Erkenntnisse können einen Wechsel sinnvoll machen.
- Produktrückruf: Wenn ein Implantattyp vom Hersteller zurückgerufen wird, kann ein prophylaktischer Wechsel angezeigt sein.
- Patientenwunsch: Insbesondere bei ästhetischen Implantaten (z. B. Brustimplantaten) kann ein Größen- oder Formwechsel gewünscht sein.
Arten von Implantaten, die gewechselt werden können
Ein Implantatwechsel kann bei verschiedenen Implantattypen durchgeführt werden:
- Brustimplantate: Häufig nach 10 bis 15 Jahren oder bei aufgetretenen Komplikationen wie Kapselfibrose oder Ruptur.
- Gelenkprothesen (Hüfte, Knie, Schulter): Nach starkem Verschleiß oder Lockerung des Implantats, auch als Revisionsendoprothetik bezeichnet.
- Herzschrittmacher und Defibrillatoren: Wechsel bei Batterieerschöpfung oder technischem Defekt.
- Dentalimplantate: Bei Implantatversagen oder Veränderungen im Kieferknochens.
- Intraokularlinsen: Bei unzureichender Sehkorrektur oder Komplikationen nach einer Kataraktoperation.
Ablauf eines Implantatwechsels
Der genaue Ablauf hängt stark vom Implantattyp und der Lokalisation ab. Grundsätzlich umfasst der Eingriff folgende Schritte:
- Präoperative Diagnostik: Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, MRT oder Röntgen zur Beurteilung des bestehenden Implantats und des umliegenden Gewebes.
- Anästhesie: Lokale oder allgemeine Betäubung je nach Art des Eingriffs.
- Entfernung des alten Implantats: Chirurgische Freilegung und Entnahme des vorhandenen Implantats.
- Einsetzen des neuen Implantats: Platzierung des Ersatzimplantats in der vorbereiteten Implantatposition.
- Wundverschluss und Nachsorge: Verschluss der Operationswunde sowie regelmäßige Kontrollen während der Heilungsphase.
Risiken und mögliche Komplikationen
Wie jeder operative Eingriff birgt auch ein Implantatwechsel gewisse Risiken:
- Infektionen der Operationswunde
- Nachblutungen oder Hämatome
- Narbige Veränderungen des Gewebes
- Erneute Kapselfibrose (bei Brustimplantaten)
- Lockerung oder Fehllage des neuen Implantats
- Reaktionen auf Anästhetika oder Implantatmaterialien
Nachsorge und Heilungsverlauf
Die Nachsorge nach einem Implantatwechsel ist individuell verschieden und hängt von der Art des Implantats ab. Im Allgemeinen sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen essenziell, um den Heilungsverlauf zu überwachen und frühzeitig auf Komplikationen reagieren zu können. Bei Gelenkprothesen ist häufig physiotherapeutische Unterstützung notwendig. Patientinnen und Patienten sollten ihren Arzt oder ihre Ärztin über alle Beschwerden informieren, die nach dem Eingriff auftreten.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie (DGPRÄC) – Leitlinien zur Brustchirurgie, 2022.
- Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) – Leitlinie Endoprothesenversorgung des Hüftgelenks, 2023.
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) – Informationen zu Medizinprodukten und Implantaten, www.bfarm.de.
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