Achillessehnenruptur: Ursachen, Symptome & Behandlung
Die Achillessehnenruptur ist ein vollständiger oder teilweiser Riss der Achillessehne, der häufig beim Sport auftritt und sofortige ärztliche Behandlung erfordert.
Wissenswertes über "Achillessehnenruptur"
Die Achillessehnenruptur ist ein vollständiger oder teilweiser Riss der Achillessehne, der häufig beim Sport auftritt und sofortige ärztliche Behandlung erfordert.
Was ist eine Achillessehnenruptur?
Die Achillessehnenruptur bezeichnet den vollständigen (komplette Ruptur) oder teilweisen (partielle Ruptur) Riss der Achillessehne – der stärksten und dicksten Sehne des menschlichen Körpers. Die Achillessehne verbindet die Wadenmuskulatur (Musculus gastrocnemius und Musculus soleus) mit dem Fersenbein (Calcaneus) und ist für das Laufen, Springen und Treppensteigen unverzichtbar. Ein Riss dieser Sehne stellt einen ernsthaften Verletzung dar und tritt am häufigsten bei sportlich aktiven Erwachsenen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf.
Ursachen
Die Achillessehnenruptur entsteht meist durch eine plötzliche, starke Belastung der Sehne. Typische Auslöser sind:
- Abrupte Beschleunigung oder Richtungswechsel beim Sport (z. B. Ballsport, Tennis, Squash)
- Unerwartet tiefes Einsinken des Fußes (z. B. in ein Loch treten)
- Sturz aus größerer Höhe auf den Vorfüß
- Vorbestehende Sehnenschwäche durch Achillessehnenentzündung (Tendinopathie)
- Einnahme bestimmter Medikamente, insbesondere Fluorchinolone (Antibiotika) oder Kortikosteroide
- Zunehmendes Alter mit degenerativen Veränderungen der Sehnenstruktur
Symptome
Die Symptome einer Achillessehnenruptur sind in der Regel eindeutig und treten plötzlich auf:
- Hörbares oder fühlbares Knallen oder Reißen im Bereich der Ferse
- Starker, plötzlicher Schmerz in der Achillessehne oder Ferse
- Deutliche Delle (Einziehung) oberhalb der Ferse tastbar
- Schwellung und blaue Verfärbung (Hämatom) im Bereich der Ferse und Wadenunterseite
- Unfähigkeit, den Fuß nach unten zu beugen (Plantarflexion) und auf den Zehenspitzen zu stehen
- Deutlich eingeschränkte Gehfähigkeit bis hin zur vollständigen Bewegungsunfähigkeit
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel klinisch gestellt und durch bildgebende Verfahren bestätigt:
Klinische Untersuchung
- Thompson-Test (Wadenkneiftest): Bei Kompression der Wade fehlt die normale Plantarflexion des Fußes bei vollständiger Ruptur.
- Tastbare Lücke in der Sehne oberhalb des Fersenbeins
- Eingeschränkte oder fehlende aktive Plantarflexion
Bildgebung
- Ultraschall (Sonographie): Schnelle und kostengünstige Erstuntersuchung zur Darstellung des Sehnenrisses
- MRT (Magnetresonanztomographie): Detaillierte Beurteilung des Ausmaßes der Verletzung, insbesondere bei partiellen Rupturen
Behandlung
Es stehen zwei Behandlungsoptionen zur Verfügung, die in Abhängigkeit von Patientenalter, Aktivitätsniveau und Verletzungsausmaß gewählt werden:
Konservative Behandlung
Bei der nicht-operativen Therapie wird der Fuß in einer Spitzfußstellung ruhiggestellt, zunächst meist mit einer Unterschenkelgipsschiene oder einem speziellen Vakuumstützverband (VACOped). Schrittweise wird die Spitzfußstellung über mehrere Wochen reduziert. Diese Methode hat ein geringeres Operationsrisiko, jedoch ein leicht erhöhtes Risiko für eine erneute Ruptur.
Operative Behandlung
Bei der chirurgischen Versorgung werden die Sehnenenden durch eine Sehnennaht (offen oder minimal-invasiv) wieder verbunden. Die Operation reduziert das Risiko einer Re-Ruptur und ermöglicht oft eine schnellere Rückkehr zur sportlichen Aktivität.
Rehabilitation
Unabhängig von der Behandlungsmethode ist eine strukturierte Physiotherapie entscheidend für die Genesung. Das Rehabilitationsprogramm umfasst:
- Aufbau der Wadenmuskulatur und Sehnenkräftigung
- Verbesserung der Beweglichkeit und Koordination
- Schrittweise Belastungssteigerung über 6–12 Monate
- Rückkehr zum Sport nach vollständiger Heilung (in der Regel nach 6–9 Monaten)
Prognose und Vorbeugung
Mit angemessener Behandlung und konsequenter Rehabilitation ist die Prognose bei einer Achillessehnenruptur überwiegend gut. Die meisten Patienten können nach 6–12 Monaten wieder Sport treiben. Zur Vorbeugung empfehlen sich regelmäßiges Aufwärmen vor dem Sport, kräftigende Übungen für die Wadenmuskulatur sowie das Vermeiden einer plötzlichen Steigerung der Trainingsintensität.
Quellen
- Maffulli N, Longo UG, Kadakia A, Spiezia F. Achilles tendinopathy. Foot and Ankle Surgery. 2020;26(3):240–249.
- Kaux JF, Forthomme B, Le Goff C, Crielaard JM, Croisier JL. Current opinions on tendinopathy. Journal of Sports Science and Medicine. 2011;10(2):238–253.
- Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU). S1-Leitlinie Achillessehnenruptur. AWMF-Registernummer 033-050. 2017.
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