H81.3 - Sonstiger peripherer Schwindel | ICD-10
H81.3 ist der ICD-10-Code für sonstigen peripheren Schwindel. Er bezeichnet Gleichgewichtsstörungen, die vom inneren Ohr oder dem Vestibularnerv ausgehen.
Wissenswertes über "H81.3"
H81.3 ist der ICD-10-Code für sonstigen peripheren Schwindel. Er bezeichnet Gleichgewichtsstörungen, die vom inneren Ohr oder dem Vestibularnerv ausgehen.
Was bedeutet H81.3?
H81.3 ist ein Diagnoseschlüssel aus dem internationalen Klassifikationssystem ICD-10 (International Classification of Diseases). Er steht für sonstigen peripheren Schwindel – also Schwindelerkrankungen, die ihren Ursprung im peripheren Gleichgewichtssystem haben, ohne dass eine andere spezifischere Ursache (wie z. B. der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel, Morbus Ménière oder der Vestibularisausfall) zugeordnet werden kann.
Ursachen und Entstehung
Peripherer Schwindel entsteht durch Störungen im Innenohr (Labyrinth) oder am Nervus vestibularis, dem Gleichgewichtsnerv, der Signale an das Gehirn übermittelt. Bei der Diagnose H81.3 handelt es sich um periphere Schwindelformen, die nicht eindeutig einer der anderen H81-Untergruppen zugeordnet werden können. Mögliche Ursachen umfassen:
- Entzündliche Erkrankungen des Innenohrs
- Durchblutungsstörungen im Bereich des Innenohrs
- Toxische Schädigungen des Gleichgewichtsorgans (z. B. durch Medikamente oder Chemikalien)
- Virale oder bakterielle Infektionen im Bereich des Innenohrs
- Altersbedingte Veränderungen des Gleichgewichtsorgans
Symptome
Typische Beschwerden bei peripherem Schwindel unter H81.3 sind:
- Drehschwindel: Das Gefühl, dass sich die Umgebung dreht
- Schwankschwindel: Unsicheres, schwankendes Gefühl beim Stehen oder Gehen
- Nystagmus: Unwillkürliche, rhythmische Augenbewegungen
- Gleichgewichtsstörungen und erhöhte Sturzgefahr
- Übelkeit und Erbrechen
- Hörveränderungen oder Ohrdruck (je nach Grundursache)
Abgrenzung zu anderen H81-Diagnosen
Der ICD-10-Code H81 umfasst verschiedene Störungen der Vestibularfunktion. Die wichtigsten Untergruppen sind:
- H81.0: Morbus Ménière
- H81.1: Benigner paroxysmaler Schwindel (BPPV)
- H81.2: Vestibulare Neuronitis (Vestibularisausfall)
- H81.3: Sonstiger peripherer Schwindel (nicht näher bezeichnet)
- H81.4: Schwindel durch zentralnervöse Ursachen
Der Code H81.3 wird demnach verwendet, wenn ein peripherer Schwindel vorliegt, der sich keiner der spezifischeren Kategorien zuordnen lässt.
Diagnose
Die Diagnose H81.3 wird in der Regel durch einen HNO-Arzt oder Neurologen gestellt. Folgende Untersuchungen können zur Diagnosefindung beitragen:
- Anamnese: Ausführliche Befragung zu Art, Dauer und Begleitumständen des Schwindels
- Klinische Untersuchung: Prüfung von Gleichgewicht, Gangbild und Augenbewegungen
- Audiometrie: Messung der Hörleistung
- Vestibulare Funktionstests: z. B. kalorische Spülung, Videonystagmographie (VNG)
- Bildgebung: MRT oder CT des Schädels, um zentrale Ursachen auszuschließen
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache des peripheren Schwindels. Allgemeine therapeutische Ansätze umfassen:
- Medikamentöse Therapie: Antivertiginosa (z. B. Betahistin), Antiemetika bei starker Übelkeit
- Physiotherapie und Gleichgewichtstraining: Vestibuläre Rehabilitationstherapie zur Verbesserung der Gleichgewichtsleistung
- Behandlung der Grunderkrankung: z. B. antivirale oder antibiotische Therapie bei infektiösen Ursachen
- Allgemeinmaßnahmen: Vermeidung von Auslösern, ausreichend Schlaf, Stressreduktion
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM Version 2024, Kapitel H81 – Störungen der Vestibularfunktion.
- Strupp M, Dieterich M, Brandt T. The treatment and natural course of peripheral and central vertigo. Deutsches Ärzteblatt International, 2013;110(29-30):505–516.
- World Health Organization (WHO): International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, 10th Revision (ICD-10). Geneva: WHO, 2019.
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