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L50.6 Kontakturtikaria – Ursachen & Behandlung

L50.6 bezeichnet die Kontakturtikaria nach ICD-10 – eine Hautreaktion mit Quaddeln und Rötung, die durch direkten Hautkontakt mit auslösenden Substanzen entsteht.

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Wissenswertes über "L50.6"

L50.6 bezeichnet die Kontakturtikaria nach ICD-10 – eine Hautreaktion mit Quaddeln und Rötung, die durch direkten Hautkontakt mit auslösenden Substanzen entsteht.

Was ist L50.6 – Kontakturtikaria?

Der ICD-10-Code L50.6 steht für die sogenannte Kontakturtikaria. Dabei handelt es sich um eine Form der Nesselsucht (Urtikaria), bei der Hautreaktionen durch den direkten Kontakt mit bestimmten Substanzen ausgelöst werden. Im Unterschied zu anderen Formen der Urtikaria tritt die Reaktion an der Kontaktstelle auf und entwickelt sich in der Regel innerhalb von 30 bis 60 Minuten nach dem Kontakt.

Ursachen und auslösende Substanzen

Die Kontakturtikaria kann durch eine Vielzahl von Substanzen verursacht werden. Man unterscheidet zwischen einer immunologischen (allergischen) und einer nicht-immunologischen (nicht-allergischen) Form:

  • Immunologische Kontakturtikaria: Ausgelöst durch eine IgE-vermittelte allergische Reaktion auf Substanzen wie Naturlatex, tierische Proteine, Lebensmittel (z. B. Fisch, Nüsse), Pflanzen oder Kosmetikinhaltsstoffe.
  • Nicht-immunologische Kontakturtikaria: Entsteht ohne Beteiligung des Immunsystems durch direkte Freisetzung von Mediatoren wie Histamin. Typische Auslöser sind Brennnesseln, Zimt, Benzoesaure oder bestimmte Konservierungsstoffe.
  • Unbekannte Mechanismen: Bei manchen Fällen lässt sich der genaue Mechanismus nicht eindeutig zuordnen.

Symptome

Die Symptome der Kontakturtikaria beschränken sich meistens auf die Kontaktstelle, können sich in schweren Fällen aber auch ausbreiten:

  • Juckreiz, Brennen oder Kribbeln an der betroffenen Hautstelle
  • Rötung (Erythem) der Haut
  • Quaddeln (erhabene, weißlich-rötliche Schwellungen)
  • Ödembildung im betroffenen Bereich
  • In schweren Fällen: systemische Reaktionen wie Rhinitis, Konjunktivitis, Asthma oder – selten – anaphylaktischer Schock

Diagnose

Die Diagnose der Kontakturtikaria erfolgt in erster Linie klinisch, unterstützt durch gezielte Tests:

  • Anamnese: Genaue Befragung zu Auslösern, zeitlichem Zusammenhang und bisherigen Reaktionen
  • Epikutantest (Patch-Test): Zum Nachweis von Kontaktallergien
  • Prick-Test und RAST/EAST: Bei Verdacht auf eine IgE-vermittelte Reaktion
  • Provokationstest: Kontrollierter Hautkontakt mit der verdächtigen Substanz unter ärztlicher Aufsicht

Behandlung

Die wichtigste Maßnahme ist die Meidung des auslösenden Stoffes. Zusätzlich stehen folgende Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:

  • Antihistaminika (H1-Blocker): Lindern Juckreiz und Quaddelbildung; werden als Mittel der ersten Wahl eingesetzt
  • Kortikosteroide: Bei ausgeprägten oder systemischen Reaktionen kurzfristig einsetzbar
  • Adrenalin (Epinephrin): Bei anaphylaktischen Reaktionen zwingend erforderlich; Betroffene sollten einen Notfallset mit sich führen
  • Hautpflegeprodukte und Schutzbarrieren: Zur Vermeidung des Hautkontakts (z. B. Schutzhandschuhe bei berufsbedingter Exposition)

Besonderheiten und Risiken

Die Kontakturtikaria ist besonders relevant im beruflichen Umfeld, etwa bei Pflegekräften (Latexallergie), Lebensmittelverarbeitern oder Frisören. Eine frühzeitige Diagnose und konsequente Allergenkarenz sind entscheidend, um eine Verschlimmerung oder systemische Reaktionen zu verhindern. Personen mit bekannter Kontakturtikaria auf Latex oder Nahrungsmittelproteine haben ein erhöhtes Risiko für schwere anaphylaktische Reaktionen.

Quellen

  1. Magerl M. et al. – Die deutschen Leitlinien zur Urtikaria (Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, DDG), 2022.
  2. Zuberbier T. et al. – The EAACI/GA²LEN/EDF/WAO guideline for the definition, classification, diagnosis and management of urticaria. Allergy, 2022.
  3. Gimenez-Arnau A. et al. – Contact urticaria syndrome. In: Contact Dermatitis (Johanssen J.D. et al., Hrsg.), Springer, 2021.

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