USG-Arthrodese: Versteifung des unteren Sprunggelenks
Die USG-Arthrodese ist eine operative Versteifung des unteren Sprunggelenks. Sie lindert chronische Schmerzen und stellt die Gehfähigkeit bei schweren Gelenksschäden wieder her.
Wissenswertes über "USG-Arthrodese"
Die USG-Arthrodese ist eine operative Versteifung des unteren Sprunggelenks. Sie lindert chronische Schmerzen und stellt die Gehfähigkeit bei schweren Gelenksschäden wieder her.
Was ist eine USG-Arthrodese?
Die USG-Arthrodese (Arthrodese des unteren Sprunggelenks, auch Subtalargelenk-Arthrodese genannt) ist ein operativer Eingriff, bei dem das untere Sprunggelenk (USG) chirurgisch versteift wird. Dabei werden die beteiligten Knochen – hauptsächlich das Fersen- und das Sprungbein – dauerhaft miteinander verbunden, sodass keine Bewegung mehr in diesem Gelenk stattfindet. Ziel der Operation ist die Schmerzfreiheit und die Wiederherstellung einer stabilen Gehfähigkeit.
Anatomie des unteren Sprunggelenks
Das untere Sprunggelenk befindet sich zwischen dem Fersenbein (Kalkaneus) und dem Sprungbein (Talus). Es ermöglicht die seitliche Bewegung des Fußes (Pronation und Supination) und ist damit entscheidend für das Gehen auf unebenem Gelände. Eine Schädigung dieses Gelenks führt zu erheblichen Schmerzen und Gangstörungen.
Indikationen
Eine USG-Arthrodese wird empfohlen, wenn konservative Behandlungsmaßnahmen (z. B. Physiotherapie, Einlagen, Schmerzmedikamente) keine ausreichende Besserung mehr erzielen. Typische Indikationen sind:
- Fortgeschrittene Arthrose des unteren Sprunggelenks
- Posttraumatische Arthrose nach Knochenbruch oder schwerem Umknicktrauma
- Rheumatoide Arthritis mit Gelenkzerstörung
- Chronische Instabilität des Subtalargelenks
- Knochennekrose (Avaskuläre Nekrose des Talus)
- Angeborene oder erworbene Fehlstellungen des Fußes (z. B. Plattfuß, Knicksenkfuß)
Diagnose und Voruntersuchungen
Vor der Operation erfolgt eine sorgfältige Diagnostik, um den Zustand des Gelenks genau zu beurteilen:
- Röntgenaufnahmen des Fußes und Sprunggelenks (Belastungsaufnahmen)
- MRT (Magnetresonanztomographie) zur Beurteilung von Knorpel, Bändern und Knochen
- CT (Computertomographie) zur genauen Knochenanalyse und Operationsplanung
- Klinische Untersuchung mit Ganganalyse und Bewegungsprüfung
- Gegebenenfalls diagnostische Infiltration (lokale Betäubungsinjektion) zur Lokalisation der Schmerzquelle
Operationstechnik
Die USG-Arthrodese kann auf verschiedene Weisen durchgeführt werden:
Arthroskopische Arthrodese
Bei der minimal-invasiven Methode werden kleine Schnitte gesetzt und das Gelenk mit einer Kamera (Arthroskop) und speziellen Instrumenten versteift. Diese Technik bietet eine schnellere Heilung und geringere Narbenbildung.
Offene Arthrodese
Bei komplexen Fällen oder stark zerstörten Gelenken wird ein größerer operativer Zugang gewählt. Der Gelenkknorpel wird vollständig entfernt und die Knochen werden mit Schrauben, Platten oder Nägeln in einer optimalen Position fixiert, bis sie miteinander verwachsen.
Knochentransplantation
Falls größere Knochendefekte vorliegen, kann zusätzlich eine Knochentransplantation (Spongiosaplastik) durchgeführt werden, um die Knochenheilung zu unterstützen.
Nachbehandlung und Rehabilitation
Nach der Operation ist eine strukturierte Nachbehandlung entscheidend für den Heilungserfolg:
- Ruhigstellung des Fußes im Gips oder in einer Orthese für mehrere Wochen
- Entlastung des operierten Fußes (Teilbelastung mit Unterarmgeh-Stützen) für 6–12 Wochen
- Schrittweise Belastungssteigerung nach röntgenologischer Kontrolle der Knochenheilung
- Physiotherapie zur Kräftigung der umgebenden Muskulatur und Verbesserung des Gangbilds
- Reguläre Kontrolluntersuchungen beim Orthopäden oder Unfallchirurgen
Ergebnisse und Prognose
Die USG-Arthrodese erzielt bei geeigneten Patienten in der Regel sehr gute Ergebnisse: Die meisten Betroffenen berichten über eine deutliche Schmerzreduktion und eine verbesserte Lebensqualität. Die vollständige Knochenheilung (Fusion) dauert in der Regel 3 bis 6 Monate. Durch die Versteifung des unteren Sprunggelenks übernehmen die angrenzenden Gelenke (insbesondere das obere Sprunggelenk und die Fußwurzelgelenke) einen Teil der Bewegung, was auf Dauer zu einer Mehrbelastung dieser Gelenke führen kann.
Mögliche Risiken und Komplikationen
Wie bei jedem operativen Eingriff bestehen auch bei der USG-Arthrodese Risiken:
- Ausbleibende Knochenheilung (Pseudarthrose)
- Wundheilungsstörungen oder Infektionen
- Nervenverletzungen mit Taubheitsgefühl oder Schmerzen
- Thrombose oder Embolie
- Implantatversagen (Schrauben- oder Plattenbruch)
- Fehlstellung des Gelenks nach der Fusion
- Langfristig: Arthrose der Nachbargelenke
Quellen
- Wirth CJ, Mutschler W, Kohn D, Pohlemann T (Hrsg.): Praxis der Orthopädie und Unfallchirurgie. 3. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart 2014.
- Zwipp H, Rammelt S: Subtalar Arthrodesis with Bone Graft Augmentation. Foot and Ankle Clinics of North America, 2011; 16(1): 69–90.
- Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU): Leitlinien zur operativen Behandlung der Arthrose des unteren Sprunggelenks. AWMF-Register, 2022.
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