Yersinia pseudotuberculosis: Infektion, Symptome & Therapie
Yersinia pseudotuberculosis ist ein gramnegativer Bakterienstamm, der beim Menschen Magen-Darm-Erkrankungen und in seltenen Faellen schwere Infektionen verursachen kann.
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Yersinia pseudotuberculosis ist ein gramnegativer Bakterienstamm, der beim Menschen Magen-Darm-Erkrankungen und in seltenen Faellen schwere Infektionen verursachen kann.
Was ist Yersinia pseudotuberculosis?
Yersinia pseudotuberculosis ist ein gramnegatives, staebchenfoermiges Bakterium aus der Familie der Enterobacteriaceae. Es gehoert zur Gattung Yersinia, zu der auch der Pesterreger Yersinia pestis und der Durchfallerreger Yersinia enterocolitica zaehlen. Der Name leitet sich von der Faehigkeit des Bakteriums ab, beim Menschen tuberkuloseaehnliche Veraenderungen an den Lymphknoten zu erzeugen, obwohl es biologisch nichts mit dem Tuberkuloseerreger zu tun hat.
Ursachen und Uebertragungswege
Die Infektion mit Yersinia pseudotuberculosis erfolgt in der Regel durch den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln oder Wasser. Tierkot, insbesondere von Nagetieren, Voegeln und Haustieren, stellt eine haeufige Infektionsquelle dar. Das Bakterium kann sich auch bei niedrigen Temperaturen (z. B. im Kuehlschrank) vermehren, was als Psychrotrophie bezeichnet wird.
- Kontaminierte Lebensmittel (rohes Fleisch, Gemuese, Wasser)
- Direkter Kontakt mit infizierten Tieren oder deren Ausscheidungen
- Faekalorale Uebertragung von Mensch zu Mensch (selten)
- Ungenuegend erhitzte Tierprodukte
Symptome
Die Erkrankung aeussert sich haeufig als Mesenteriallymphadenitis (Entzuendung der Lymphknoten im Bauchraum), die Symptome einer akuten Blinddarmentzuendung (Appendizitis) nachahmen kann. Typische Beschwerden sind:
- Bauchschmerzen, oft im rechten Unterbauch
- Durchfall (teils blutig)
- Uebelkeit und Erbrechen
- Fieber
- Allgemeines Krankheitsgefuehl
In seltenen Faellen, insbesondere bei immungeschwaechtenten Personen, kann es zu einer Sepsis (Blutvergiftung) oder einer Ausbreitung der Infektion auf andere Organe kommen. Eine reaktive Arthritis oder Erythema nodosum (schmerzhafte Hautknoetchen) koennen als Spaetfolgen auftreten.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch mikrobiologische Untersuchungen gesichert. Dabei kommen folgende Methoden zum Einsatz:
- Stuhlkultur: Anzucht des Erregers aus dem Stuhl des Patienten
- Blutkultur: Bei Verdacht auf Sepsis
- Serologie: Nachweis von Antikoerpern gegen Yersinia pseudotuberculosis im Blut
- PCR (Polymerasekettenreaktion): Molekularer Nachweis des Bakteriums
- Bildgebung: Ultraschall oder CT des Bauchraums bei Verdacht auf Lymphknotenschwellung
Behandlung
In den meisten Faellen heilt die Infektion beim Gesunden spontan und ohne spezifische Therapie aus. Bei schwerem Verlauf oder bei Risikopatienten ist eine antibiotische Behandlung erforderlich. Yersinia pseudotuberculosis ist in der Regel empfindlich gegenueber:
- Fluorchinolonen (z. B. Ciprofloxacin)
- Trimethoprim-Sulfamethoxazol (TMP-SMX)
- Aminoglykosiden (z. B. Gentamicin)
- Dritgenerations-Cephalosporinen
Begleitend werden bei Bedarf symptomatische Massnahmen wie ausreichende Fluessigkeitszufuhr und Schmerzmittel eingesetzt. Bei Verdacht auf Sepsis ist eine sofortige stationaere Behandlung notwendig.
Praevention
Zur Vorbeugung einer Infektion mit Yersinia pseudotuberculosis empfehlen sich folgende Hygienemassnahmen:
- Gruendliches Haendewaschen nach Tierkontakt und vor dem Essen
- Ausreichendes Erhitzen von Fleisch und anderen tierischen Produkten
- Hygienischer Umgang mit Lebensmitteln (Vermeidung von Kreuzkontamination)
- Trinken von sauberem, aufbereitetem Wasser
- Regelmaessige Reinigung von Kuehlschraenken
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Yersiniose. RKI-Ratgeber fuer Aerzte, Berlin, aktuelle Ausgabe.
- Bottone EJ. Yersinia enterocolitica and Yersinia pseudotuberculosis. In: Murray PR et al. (Hrsg.): Manual of Clinical Microbiology. ASM Press, Washington D.C.
- World Health Organization (WHO): Zoonoses and the Human-Animal-Ecosystems Interface. WHO, Genf, aktuelle Ausgabe.
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