Remineralisierungstherapie – Zahnschmelz stärken
Die Remineralisierungstherapie ist eine zahnmedizinische Behandlung, die dabei hilft, verloren gegangene Mineralstoffe im Zahnschmelz wieder aufzubauen und so Karies vorzubeugen.
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Die Remineralisierungstherapie ist eine zahnmedizinische Behandlung, die dabei hilft, verloren gegangene Mineralstoffe im Zahnschmelz wieder aufzubauen und so Karies vorzubeugen.
Was ist die Remineralisierungstherapie?
Die Remineralisierungstherapie ist ein zahnmedizinisches Verfahren, bei dem verloren gegangene Mineralien – insbesondere Kalzium und Phosphat – gezielt in den Zahnschmelz eingelagert werden. Zahnschmelz ist die härteste Substanz des menschlichen Körpers, kann sich jedoch nach einer Demineralisierung (Mineralstoffverlust durch Säuren) nicht von selbst vollständig regenerieren. Die Remineralisierungstherapie setzt genau hier an und unterstützt den natürlichen Wiederaufbau des Zahnschmelzes.
Ursachen der Demineralisierung
Bevor eine Remineralisierungstherapie notwendig wird, kommt es häufig zu einer Demineralisierung des Zahnschmelzes. Diese entsteht durch:
- Häufige Aufnahme von zuckerhaltigen oder sauren Speisen und Getränken
- Bakterien im Mund (z. B. Streptococcus mutans), die Säuren produzieren
- Unzureichende Mundhygiene
- Trockener Mund (Xerostomie) und verminderter Speichelfluss
- Gastroösophagealer Reflux (Magensäure, die in den Mund gelangt)
- Essstörungen wie Bulimie
Wenn Säuren den pH-Wert im Mund unter 5,5 senken, beginnen sich die Mineralien aus dem Zahnschmelz zu lösen. Wird dieser Prozess nicht gestoppt, entsteht Karies.
Wirkmechanismus
Der Zahnschmelz besteht hauptsächlich aus Hydroxylapatit, einem Kalziumphosphat-Mineral. Bei der Remineralisierung werden Kalzium- und Phosphat-Ionen sowie Fluorid in die geschädigten Bereiche des Zahnschmelzes eingelagert. Fluorid fördert dabei die Bildung von Fluorapatit, das säureresistenter ist als das ursprüngliche Hydroxylapatit. Der Speichel spielt bei diesem Prozess eine zentrale Rolle, da er natürliche Mineralien enthält und als Puffer gegen Säureangriffe wirkt.
Anwendungsgebiete
Die Remineralisierungstherapie wird eingesetzt bei:
- Frühen Kariesläsionen (sogenannte Initialläsionen oder Kreidezähne)
- Erhöhtem Kariesrisiko (z. B. bei Kindern, älteren Menschen, Patienten mit Mundtrockenheit)
- Empfindlichen Zähnen durch freiliegende Zahnhälse
- Überempfindlichkeit nach professioneller Zahnreinigung
- Schwangeren mit erhöhtem Kariesrisiko
- Patienten mit kieferorthopädischen Apparaturen (feste Zahnspangen)
Behandlungsmethoden
Fluoridierungsmaßnahmen
Fluorid ist der bekannteste Wirkstoff in der Remineralisierungstherapie. Es wird in Form von Fluoridlacken, Fluoridgelen, fluoridhaltigen Zahnpasten und Mundspülungen angewendet. Beim Zahnarzt werden hochkonzentrierte Fluoridlacke (z. B. mit Natriumfluorid) auf die Zahnoberflächen aufgetragen.
Kalzium-Phosphat-basierte Produkte
Neuere Therapieansätze nutzen spezielle Kalzium-Phosphat-Verbindungen wie Amorphes Kalziumphosphat (ACP), Kaseinphospho-peptid-ACP (CPP-ACP) (z. B. MI Paste) oder Hydroxylapatit-Nanopartikel. Diese Substanzen lagern sich direkt in die Mikrodefekte des Zahnschmelzes ein und fördern die Remineralisierung ohne Fluorid – ideal für Patienten, die Fluorid meiden möchten.
Ozontherapie
Ozon wird eingesetzt, um kariesverursachende Bakterien abzutöten und den pH-Wert im Mund zu stabilisieren, was eine bessere Remineralisierung ermöglicht.
Ernährungs- und Hygieneberatung
Ergänzend zur direkten Therapie gehört die Beratung zu zuckerarmer Ernährung, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und optimierter Mundhygiene zu den wichtigen Bausteinen der Remineralisierungstherapie.
Ablauf und Dauer der Therapie
Die Remineralisierungstherapie ist kein einmaliger Eingriff, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Je nach Schweregrad der Demineralisierung und individuellen Risikofaktoren umfasst die Behandlung regelmäßige Zahnarztbesuche alle 3–6 Monate, die tägliche Anwendung remineralisierender Produkte zu Hause sowie Anpassungen der Ernährungs- und Pflegegewohnheiten.
Erfolgsaussichten und Grenzen
Die Remineralisierungstherapie ist besonders effektiv bei frühen, noch nicht kavitierenden Kariesläsionen (Läsionen ohne sichtbares Loch). Bereits entstandene Kavitäten (Löcher) können durch Remineralisierung allein nicht gefüllt werden und erfordern eine klassische Füllungstherapie. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt sind daher unerlässlich, um den Therapiefortschritt zu überwachen.
Quellen
- Featherstone JD. - The Science and Practice of Caries Prevention. Journal of the American Dental Association, 131(7):887-899, 2000.
- Ten Cate JM. - Contemporary perspective on the use of fluoride products in caries prevention. British Dental Journal, 214(4):161-167, 2013.
- World Health Organization (WHO) - Oral Health. Fact Sheet. Geneva: WHO, 2023. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/oral-health
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