Jejunalabsorption – Nährstoffaufnahme im Dünndarm
Die Jejunalabsorption bezeichnet die Aufnahme von Nährstoffen im Jejunum, dem mittleren Abschnitt des Dünndarms. Hier werden Kohlenhydrate, Proteine, Fette und Vitamine ins Blut aufgenommen.
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Die Jejunalabsorption bezeichnet die Aufnahme von Nährstoffen im Jejunum, dem mittleren Abschnitt des Dünndarms. Hier werden Kohlenhydrate, Proteine, Fette und Vitamine ins Blut aufgenommen.
Was ist Jejunalabsorption?
Die Jejunalabsorption beschreibt den Prozess der Nährstoffaufnahme im Jejunum, dem mittleren Abschnitt des Dünndarms. Das Jejunum schließt sich an das Duodenum (Zwölffingerdarm) an und geht in das Ileum (Krummdarm) über. Es ist der funktionell bedeutsamste Abschnitt des Dünndarms für die Resorption von Makronährstoffen und zahlreichen Mikronährstoffen.
Anatomie und Struktur des Jejunums
Das Jejunum ist etwa 1,5 bis 2,5 Meter lang und besitzt eine stark gefaltete Schleimhaut. Diese Falten, sogenannte Kerckring-Falten, sind mit feinen Ausstülpungen – den Darmzotten (Villi) – besetzt. Jede Zotte trägt wiederum Mikrovilli, die gemeinsam den sogenannten Bürstensaum (Mikrovilli-Saum) bilden. Diese dreidimensionale Struktur vergrößert die Resorptionsfläche des Jejunums auf etwa 200 Quadratmeter.
Welche Nährstoffe werden im Jejunum absorbiert?
Kohlenhydrate
Kohlenhydrate werden durch Enzyme wie Amylase und Bürstensaumenzyme (z. B. Maltase, Saccharase, Laktase) zu Monosacchariden (Glukose, Fruktose, Galaktose) abgebaut. Diese werden aktiv über Transportproteine (SGLT1 für Glukose und Galaktose, GLUT5 für Fruktose) in die Enterozyten aufgenommen und gelangen von dort ins Blut.
Proteine
Proteine werden durch Pepsin im Magen und Pankreasenzyme (Trypsin, Chymotrypsin) im Dünndarm in Aminosäuren und kleine Peptide gespalten. Diese werden über spezifische Transporter in die Darmzellen aufgenommen und über das Blutgefäßsystem weitertransportiert.
Fette
Fette werden durch Pankreaslipasen und Gallensalze emulgiert und zu Fettsäuren und Monoglyceriden abgebaut. Diese diffundieren in die Enterozyten, wo sie zu Chylomikronen verpackt und über das lymphatische System (Chylus) in den Blutkreislauf abgegeben werden.
Vitamine und Mineralstoffe
Im Jejunum werden viele fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) sowie wasserlösliche Vitamine (z. B. Vitamin C, B1, B2, B6, Folsäure) resorbiert. Auch wichtige Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium, Eisen und Zink werden überwiegend im Jejunum aufgenommen.
Mechanismen der Jejunalabsorption
Die Aufnahme von Substanzen im Jejunum erfolgt durch verschiedene Transportmechanismen:
- Aktiver Transport: Energieabhängige Aufnahme gegen einen Konzentrationsgradienten, z. B. bei Glukose und Aminosäuren.
- Passive Diffusion: Übergang von Substanzen entlang eines Konzentrationsgradienten ohne Energieaufwand, z. B. bei kurzkettigen Fettsäuren.
- Erleichterte Diffusion: Transportergestützte Aufnahme ohne direkten Energieverbrauch, z. B. bei Fruktose.
- Transzytose: Aufnahme größerer Moleküle durch Einschluss in Vesikel, z. B. bei bestimmten Proteinen.
Klinische Bedeutung der Jejunalabsorption
Störungen der Jejunalabsorption können zu Malabsorptionssyndromen führen, bei denen Nährstoffe nicht ausreichend aufgenommen werden. Typische Erkrankungen, die die Jejunalabsorption beeinträchtigen, sind:
- Zöliakie: Autoimmunerkrankung, bei der Gluten die Darmzotten zerstört und die Resorptionsfläche stark vermindert.
- Morbus Crohn: Chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die alle Abschnitte des Magen-Darm-Trakts betreffen kann.
- Kurzdarmsyndrom: Zustand nach operativer Entfernung größerer Darmanteile, wodurch die Resorptionsfläche dauerhaft reduziert ist.
- Laktasemangel: Fehlen des Enzyms Laktase führt zur unvollständigen Spaltung von Milchzucker und damit zu Verdauungsbeschwerden.
Diagnostik bei gestörter Jejunalabsorption
Zur Beurteilung der Jejunalabsorption stehen verschiedene diagnostische Verfahren zur Verfügung:
- D-Xylose-Test: Messung der Resorptionsfähigkeit des Dünndarms durch Gabe und anschließende Bestimmung von D-Xylose im Urin oder Blut.
- Atemtests: Z. B. Laktose-Atemtest oder H2-Atemtest zur Diagnose von Enzymdefiziten.
- Dünndarmbiopsie: Entnahme von Gewebeproben zur histologischen Untersuchung der Schleimhautstruktur.
- Blutuntersuchungen: Bestimmung von Nährstoffspiegeln (z. B. Eisen, Folsäure, Vitamin B12) als indirekter Hinweis auf Resorptionsstörungen.
Quellen
- Silbernagl S., Despopoulos A. - Taschenatlas Physiologie, 8. Auflage, Thieme Verlag (2012).
- Kasper H. - Ernährungsmedizin und Diätetik, 12. Auflage, Urban & Fischer Verlag (2014).
- World Gastroenterology Organisation (WGO) - Global Guidelines: Celiac Disease (2016). Verfügbar unter: https://www.worldgastroenterology.org
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