Yttrium-Therapie: Wirkung, Anwendung & Risiken
Die Yttrium-Therapie ist eine nuklearmedizinische Behandlung, bei der radioaktives Yttrium-90 gezielt zur Zerstoerung von Tumorzellen eingesetzt wird.
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Die Yttrium-Therapie ist eine nuklearmedizinische Behandlung, bei der radioaktives Yttrium-90 gezielt zur Zerstoerung von Tumorzellen eingesetzt wird.
Was ist die Yttrium-Therapie?
Die Yttrium-Therapie ist ein nuklearmedizinisches Behandlungsverfahren, bei dem das radioaktive Isotop Yttrium-90 (Y-90) eingesetzt wird, um Tumorzellen gezielt zu bestrahlhen und zu zerstoeren. Yttrium-90 ist ein Beta-Strahler, dessen Strahlung eine begrenzte Reichweite im Gewebe hat und so das umliegende gesunde Gewebe weitgehend schont. Die Therapie wird vor allem bei bestimmten Krebserkrankungen eingesetzt, wenn andere Behandlungsmethoden nicht ausreichend wirksam sind oder nicht infrage kommen.
Wirkprinzip
Yttrium-90 gibt beim radioaktiven Zerfall Betastrahlung ab. Diese ionisierende Strahlung schaedigt die DNA der Tumorzellen, sodass diese sich nicht mehr teilen koennen und absterben. Da die Reichweite der Betastrahlung im Gewebe nur wenige Millimeter betraegt, wird das umliegende gesunde Gewebe so gering wie moeglich belastet.
Yttrium-90 wird fuer therapeutische Zwecke an Traegersubstanzen wie Mikrospharen (kleine Kugelchen) oder an spezifische Antikoerper bzw. Peptide gekoppelt, die den Wirkstoff gezielt zum Tumor transportieren.
Anwendungsgebiete
Selektive Interne Radiotherapie (SIRT)
Die haeufigste Anwendung der Yttrium-Therapie ist die Selektive Interne Radiotherapie (SIRT), auch als Radioembolisation bezeichnet. Dabei werden mit Yttrium-90 beladene Mikrospharen ueber einen Katheter in die Leberarterie eingebracht. Sie setzen sich bevorzugt in den tumorversorgenden Gefaessen fest und bestrahlen den Tumor von innen. Eingesetzt wird SIRT vor allem bei:
- nicht operablen Lebermetastasen (z.B. bei Darmkrebs)
- hepatozellulaeres Karzinom (primaerer Leberkrebs)
- weiteren primaeren Lebertumoren
Radioimmuntherapie
Bei der Radioimmuntherapie wird Yttrium-90 an monoklonale Antikoerper gekoppelt, die spezifisch an Tumorzellen binden. Ein bekanntes Beispiel ist Ibritumomab-Tiuxetan (Zevalin), das bei bestimmten Formen des Non-Hodgkin-Lymphoms eingesetzt wird.
Peptidrezeptor-Radionuklidtherapie (PRRT)
Bei neuroendokrinen Tumoren kann Yttrium-90 auch an Peptide (z.B. Oktreotid-Analoga) gebunden werden, die an spezifische Rezeptoren auf Tumorzellen binden. Dieses Verfahren wird als Peptidrezeptor-Radionuklidtherapie (PRRT) bezeichnet.
Durchfuehrung
Die Durchfuehrung der Yttrium-Therapie erfolgt in spezialisierten nuklearmedizinischen Zentren oder Strahlentherapieabteilungen. Vor der Behandlung werden ausfuehrliche Voruntersuchungen durchgefuehrt, um die Eignung des Patienten zu pruefen und die Dosierung praezise zu berechnen. Die Applikation erfolgt je nach Anwendung:
- Bei SIRT: Einbringen der Mikrospharen ueber einen Katheter in der Leiste (interventionell-radiologischer Eingriff)
- Bei Radioimmuntherapie: Intravenoeser Eingriff
- Bei PRRT: Intravenoese Infusion
Nebenwirkungen und Risiken
Wie bei jeder Strahlentherapie koennen auch bei der Yttrium-Therapie Nebenwirkungen auftreten. Diese haengen von der angewendeten Methode und der Strahlendosis ab. Moegliche Nebenwirkungen sind:
- Poststrahlembolisationssyndrom (bei SIRT): Muedigkeit, Uebelkeit, Fieber und Bauchschmerzen in den ersten Tagen nach der Behandlung
- Strahlungsbedingte Leberentzuendung (Strahlenhepatitis)
- Knochenmarksdepression (Verringerung der Blutbildung) bei systemischen Anwendungen
- Strahlenpneumonitis (Lungenentzeundung durch Strahlung) bei ungewolltem Lungenbefall
Eine sorgfaeltige Patientenauswahl und praezise Dosimetrie sind entscheidend, um das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen zu minimieren.
Vorteile der Yttrium-Therapie
- Gezielte lokale Bestrahlung mit geringer systemischer Belastung
- Auch bei inoperablen oder fortgeschrittenen Tumoren anwendbar
- Gut kombinierbar mit anderen Krebstherapien (z.B. Chemotherapie)
- Ambulante oder kursstationaere Durchfuehrung moeglich
Quellen
- Lencioni R. et al. - Radioembolization with Yttrium-90 microspheres in the treatment of hepatocellular carcinoma, Hepatology, 2012.
- Witzig T.E. et al. - Randomized controlled trial of Yttrium-90-labeled ibritumomab tiuxetan radioimmunotherapy versus rituximab immunotherapy for patients with relapsed or refractory low-grade, follicular, or transformed B-cell non-Hodgkin lymphoma, Journal of Clinical Oncology, 2002.
- Kwekkeboom D.J. et al. - Treatment with the radiolabeled somatostatin analog PRRT in patients with gastroenteropancreatic neuroendocrine tumors, Journal of Clinical Oncology, 2008.
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