Glossar (Lexikon)
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Wissenswertes über "COMT"
COMT steht für Catechol-O-Methyltransferase, ein Enzym, das im Körper für den Abbau von Katecholaminen wie Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin zuständig ist.
COMT spielt eine zentrale Rolle in der Regulation des Neurotransmittergleichgewichts, insbesondere im präfrontalen Kortex des Gehirns – dem Bereich, der für Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis, Entscheidungsfindung und emotionale Kontrolle verantwortlich ist. Das Enzym wird vor allem in der Leber, Niere und im Nervensystem gebildet.
Die COMT-Aktivität variiert stark von Person zu Person, insbesondere durch eine genetische Variation, bekannt als COMT-Val158Met-Polymorphismus. Menschen mit der „Val/Val“-Variante haben eine hohe COMT-Aktivität, was zu einem schnelleren Abbau von Dopamin führt – das kann mit geringerer Stressanfälligkeit, aber auch mit niedrigerem Antrieb und schwächerer Motivation einhergehen. Träger der „Met/Met“-Variante hingegen zeigen eine niedrigere COMT-Aktivität, wodurch Dopamin länger im synaptischen Spalt bleibt – das kann die kognitive Leistung verbessern, aber auch mit erhöhter Stresssensitivität verbunden sein. Neben seiner Bedeutung in der Neurobiologie spielt COMT auch in der Pharmakologie und Psychiatrie eine Rolle. Viele Medikamente, wie bestimmte Antidepressiva oder Parkinson-Mittel, beeinflussen den Dopamin-Stoffwechsel, in den COMT eingebunden ist. Auch bei Erkrankungen wie Schizophrenie, ADHS, Depression und Burnout wird die COMT-Funktion untersucht. Ernährung und Lebensstil (z. B. Koffeinkonsum, Östrogenspiegel) können die COMT-Aktivität zusätzlich modulieren.
Wichtige Eigenschaften von COMT:
- Enzym zum Abbau von Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin
- Beeinflusst kognitive Leistungsfähigkeit, Stimmung, Stresstoleranz
- Genetische Varianten (Val/Val vs. Met/Met) bestimmen die Aktivität
- Relevant bei ADHS, Depression, Schizophrenie, Stressverarbeitung
- Wird therapeutisch und diagnostisch in der Neuropsychologie und Genetik untersucht
Literaturhinweise
- Tunbridge, E. M. et al. (2006). "Catechol-O-methyltransferase: genetics, pharmacology and function." Biochemical Journal.
- Mier, D. et al. (2010). "Genetics of catechol-O-methyltransferase in relation to cognitive function and psychiatric disorders." Neuroscience & Biobehavioral Reviews.
- Meyer-Lindenberg, A. et al. (2005). "Neural mechanisms of genetic risk for impulsivity and violence in humans." Nature Neuroscience.
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