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Was sind Hydrolysate? Erfahre, wie Protein Hydrolysate entstehen, welche Wirkung sie haben und wo sie in Ernährung, Medizin und Sport eingesetzt werden.
Hydrolysate sind Produkte einer Hydrolyse, bei der große Nährstoffmoleküle wie Proteine oder Kohlenhydrate enzymatisch, chemisch oder durch Wasser in kleinere Bestandteile wie Peptide, Aminosäuren oder Zucker aufgespalten werden.
Bei der Hydrolyse werden größere Moleküle – etwa Proteine oder Kohlenhydrate – mithilfe von Enzymen, Säuren oder Wasser in kleinere Bestandteile wie Peptide, Aminosäuren oder Zuckerbausteine zerlegt. Durch diese Aufspaltung werden Nährstoffe leichter verdaulich und schneller vom Körper aufgenommen.
Der Begriff wird besonders häufig im Zusammenhang mit Protein-Hydrolysaten verwendet, etwa bei Kollagenhydrolysat, Molkenprotein-Hydrolysat oder pflanzlichen Eiweißhydrolysaten aus Soja, Reis oder Erbsen. Diese werden in der Sporternährung, medizinischen Ernährung, Säuglingsnahrung und Nahrungsergänzung eingesetzt, da sie eine hohe Bioverfügbarkeit besitzen und den Verdauungstrakt weniger belasten.
Der Hydrolysegrad (Degree of Hydrolysis, DH) gibt an, welcher Anteil der Peptidbindungen eines Proteins bereits gespalten wurde. Ein höherer DH-Wert bedeutet kleinere Peptide, eine schnellere Absorption und oft einen stärkeren, bittereren Geschmack.
Hydrolysate werden industriell meist durch drei Verfahren hergestellt:
Das Ergebnis ist eine Mischung aus freien Aminosäuren sowie kurzen Peptiden unterschiedlicher Länge, deren Zusammensetzung vom Hydrolysegrad abhängt.
Der wichtigste Unterschied zwischen einem Hydrolysat und herkömmlichen Proteinen liegt im Grad der Aufspaltung. Normale Proteine müssen im Verdauungstrakt zunächst durch Enzyme in kleinere Bestandteile zerlegt werden. Bei einem Hydrolysat ist dieser Prozess dagegen bereits teilweise erfolgt. Dadurch entstehen Peptide und freie Aminosäuren, die schneller im Darm aufgenommen werden können. Hydrolysate gelten daher als besonders leicht verdaulich und schnell verfügbar. Das macht sie vor allem in der Sporternährung, klinischen Ernährung und Säuglingsnahrung interessant.
Im Gegensatz dazu enthalten normale Proteinquellen wie Fleisch, Milchprodukte oder pflanzliche Proteine komplexe Eiweißstrukturen, die erst im Verdauungssystem aufgespalten werden müssen.
Quellen
Abeer, M. M., Trajkovic, S. & Brayden, D. J. (2021). Measuring the oral bioavailability of protein hydrolysates derived from food sources: A critical review of current bioassays. Biomedicine & Pharmacotherapy, 144, 112275. https://doi.org/10.1016/j.biopha.2021.112275
Hou, Y., Wu, Z., Dai, Z., Wang, G. & Wu, G. (2017). Protein hydrolysates in animal nutrition: Industrial production, bioactive peptides, and functional significance. Journal Of Animal Science And Biotechnology/Journal Of Animal Science And Biotechnology, 8(1), 24. https://doi.org/10.1186/s40104-017-0153-9
Manninen, A. H. (2009). Protein hydrolysates in sports nutrition. Nutrition & Metabolism, 6(1), 38. https://doi.org/10.1186/1743-7075-6-38
Zhu, Y., Lao, F., Pan, X. & Wu, J. (2022). Food Protein-Derived Antioxidant Peptides: Molecular Mechanism, Stability and Bioavailability. Biomolecules, 12(11), 1622. https://doi.org/10.3390/biom12111622
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