Weichteilbiopsie – Definition, Ablauf und Bedeutung
Eine Weichteilbiopsie ist eine Gewebeentnahme aus Muskeln, Fettgewebe, Sehnen oder Bindegewebe zur Untersuchung auf Tumore, Entzündungen oder andere Erkrankungen.
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Eine Weichteilbiopsie ist eine Gewebeentnahme aus Muskeln, Fettgewebe, Sehnen oder Bindegewebe zur Untersuchung auf Tumore, Entzündungen oder andere Erkrankungen.
Was ist eine Weichteilbiopsie?
Eine Weichteilbiopsie ist ein medizinisches Verfahren, bei dem eine kleine Gewebeprobe aus dem sogenannten Weichteilgewebe entnommen und anschließend im Labor untersucht wird. Zum Weichteilgewebe zählen Muskeln, Fettgewebe, Sehnen, Bänder, Blutgefäße, Nerven und Bindegewebe. Die Biopsie dient dazu, die genaue Art einer Gewebeveränderung – beispielsweise einen Tumor, eine Entzündung oder eine andere Erkrankung – zu bestimmen.
Wann wird eine Weichteilbiopsie durchgeführt?
Eine Weichteilbiopsie wird in der Regel dann angeordnet, wenn bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) eine auffällige Veränderung im Weichteilgewebe zeigen. Typische Indikationen sind:
- Verdacht auf einen gutartigen oder bösartigen Weichteiltumor (z. B. Lipom, Fibrom, Sarkom)
- Unklare Schwellungen oder tastbare Knoten im Gewebe
- Verdacht auf entzündliche Erkrankungen des Muskel- oder Bindegewebes (z. B. Myositis)
- Abklärung von Metastasen unbekannter Herkunft
- Kontrolle des Ansprechens auf eine Tumortherapie
Wie wird eine Weichteilbiopsie durchgeführt?
Es gibt verschiedene Methoden der Weichteilbiopsie, die je nach Lage, Größe und Art der Gewebeveränderung eingesetzt werden:
Stanzbiopsie (Core-Needle-Biopsie)
Bei der Stanzbiopsie wird eine Hohlnadel unter lokaler Betäubung in das Gewebe eingeführt und ein kleiner Gewebezylinder entnommen. Dieses Verfahren wird häufig unter Ultraschall- oder CT-Führung durchgeführt, um die Genauigkeit zu erhöhen. Es ist minimalinvasiv und hinterlässt in der Regel nur eine kleine Narbe.
Feinnadelaspirationsbiopsie (FNAB)
Bei der Feinnadelaspirationsbiopsie wird mit einer sehr dünnen Nadel Zellmaterial aus der Veränderung abgesaugt. Das Verfahren ist besonders schonend und schnell, liefert jedoch nur einzelne Zellen und keine Gewebearchitektur, was die Aussagekraft im Vergleich zur Stanzbiopsie einschränkt.
Inzisionsbiopsie
Bei der Inzisionsbiopsie wird ein Teil des auffälligen Gewebes operativ entnommen. Dieses offene Verfahren wird eingesetzt, wenn eine größere Gewebemenge für die Diagnose erforderlich ist oder die Lage des Befundes eine Nadelbiopsie erschwert.
Exzisionsbiopsie
Bei der Exzisionsbiopsie wird die gesamte verdächtige Struktur operativ entfernt und anschließend untersucht. Dieses Verfahren dient gleichzeitig als Diagnose- und Behandlungsmaßnahme, etwa bei kleineren gutartigen Tumoren.
Vorbereitung und Durchführung
Die meisten Weichteilbiopsien erfolgen ambulant und unter lokaler Betäubung. Bei tiefer gelegenen Befunden oder bei Kindern kann eine Sedierung oder Vollnarkose notwendig sein. Vor dem Eingriff informiert der Arzt den Patienten über Risiken, Alternativen und den geplanten Ablauf. Blutverdünnende Medikamente müssen unter Umständen vorher abgesetzt werden.
Risiken und Nebenwirkungen
Eine Weichteilbiopsie ist im Allgemeinen ein sicheres Verfahren. Mögliche Komplikationen umfassen:
- Blutungen oder Hämatome (Blutergüsse) an der Entnahmestelle
- Infektionen
- Vorübergehende Schmerzen oder Schwellungen
- Sehr selten: Verletzung von benachbarten Nerven oder Gefäßen
- Bei bösartigen Tumoren: theoretisches Risiko einer Tumorzellverschleppung entlang des Stichkanals (wird durch sorgfältige Planung minimiert)
Auswertung und Ergebnisse
Die entnommene Gewebeprobe wird von einem Pathologen unter dem Mikroskop untersucht. Dabei können Art und Ursprung der Zellen bestimmt, Entzündungszeichen nachgewiesen und – bei Tumoren – die Gut- oder Bösartigkeit sowie der genaue Tumortyp festgestellt werden. Das Ergebnis liegt in der Regel innerhalb weniger Tage bis zwei Wochen vor und bildet die Grundlage für die weitere Behandlungsplanung.
Bedeutung für die Diagnose und Behandlung
Die Weichteilbiopsie ist ein unverzichtbares diagnostisches Instrument in der Orthopädie, Onkologie, Rheumatologie und Chirurgie. Sie ermöglicht eine präzise Diagnose, die bildgebende Verfahren allein nicht liefern können, und ist entscheidend für die Wahl der richtigen Therapie – sei es eine Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie oder ein konservatives Vorgehen.
Quellen
- Kransdorf MJ, Murphey MD. Imaging of Soft Tissue Tumors. 3. Auflage. Lippincott Williams & Wilkins, 2013.
- Soft Tissue and Bone Sarcoma Group, European Society for Medical Oncology (ESMO): Clinical Practice Guidelines for Soft Tissue and Visceral Sarcomas. Annals of Oncology, 2021.
- Weltgesundheitsorganisation (WHO): Classification of Tumours of Soft Tissue and Bone. 5. Auflage. IARC Press, Lyon, 2020.
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