Jochbeinfraktur: Ursachen, Symptome & Behandlung
Eine Jochbeinfraktur ist ein Knochenbruch des Jochbeins im Gesichtsschädel. Sie entsteht häufig durch stumpfe Gewalteinwirkung und erfordert oft eine chirurgische Behandlung.
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Eine Jochbeinfraktur ist ein Knochenbruch des Jochbeins im Gesichtsschädel. Sie entsteht häufig durch stumpfe Gewalteinwirkung und erfordert oft eine chirurgische Behandlung.
Was ist eine Jochbeinfraktur?
Die Jochbeinfraktur (auch Zygomafraktur oder Jochbeinbruch genannt) bezeichnet einen Knochenbruch des Jochbeins (Os zygomaticum), einem prominenten Knochen im mittleren Gesichtsbereich. Das Jochbein bildet die knöcherne Grundlage der Wangenknochen und ist eng mit dem Jochbogen sowie dem Augenhöhlenboden verbunden. Aufgrund seiner exponierten Lage im Gesicht ist es besonders anfällig für Verletzungen durch äußere Krafteinwirkung.
Ursachen
Jochbeinfrakturen entstehen in der Regel durch direkte stumpfe Gewalt auf den Wangenbereich. Typische Ursachen sind:
- Verkehrsunfälle (z. B. Aufprall auf das Lenkrad oder Airbag)
- Körperliche Auseinandersetzungen (Faustschlag auf die Wange)
- Sturzverletzungen, insbesondere bei Sportarten wie Kampfsport oder Radfahren
- Arbeitsunfälle
Symptome
Die Symptome einer Jochbeinfraktur können je nach Schweregrad variieren. Häufige Zeichen sind:
- Schwellung und Hämatom (Bluterguss) im Wangenbereich
- Sichtbare oder tastbare Einziehung (Delle) der Wange
- Schmerzen beim Kauen, Gähnen oder Öffnen des Mundes
- Taubheitsgefühl im Bereich der Wange, Oberlippe oder Zähne (durch Beteiligung des Nervus infraorbitalis)
- Doppelbilder oder eingeschränkte Augenbeweglichkeit bei Beteiligung des Augenhöhlenbodens
- Nasenbluten bei Beteiligung der Nasennebenhöhlen
- Mundöffnungseinschränkung (Trismus)
Diagnose
Die Diagnose einer Jochbeinfraktur erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren:
- Klinische Untersuchung: Abtasten des Gesichtsschädels, Prüfung der Sensibilität und Augenbeweglichkeit
- Röntgenaufnahme: Erste orientierungsgebende Bildgebung, jedoch mit eingeschränkter Aussagekraft
- Computertomographie (CT): Goldstandard zur genauen Beurteilung der Frakturausdehnung, Dislokation und Beteiligung benachbarter Strukturen (z. B. Augenhöhle, Kieferhöhle)
Klassifikation
Jochbeinfrakturen werden nach verschiedenen Kriterien eingeteilt. Eine häufig verwendete Klassifikation unterscheidet:
- Isolierte Jochbogenfraktur: Nur der Jochbogen ist betroffen
- Zygomatikomaxilläre Komplexfraktur (ZMK-Fraktur): Das gesamte Jochbein ist von den umliegenden Knochen getrennt und disloziert
- Orbitozygomatische Fraktur: Mit Beteiligung der Augenhöhle
Behandlung
Konservative Therapie
Nicht dislozierte (nicht verschobene) Frakturen ohne funktionelle Beeinträchtigung können konservativ behandelt werden. Dies umfasst:
- Kühlung und abschwellende Maßnahmen in der Akutphase
- Schmerztherapie mit Analgetika
- Weiche Kost zur Entlastung des Kauapparats
- Regelmäßige Kontrollen zur Verlaufsbeobachtung
Operative Therapie
Dislozierte Frakturen oder solche mit funktionellen Störungen erfordern in der Regel eine operative Versorgung. Gängige Verfahren sind:
- Geschlossene Reposition: Einrichten des Knochens über kleine Hautschnitte oder intraoral, ohne offene Freilegung
- Offene Reposition und interne Fixation (ORIF): Freilegung der Fraktur und Fixierung mittels Titanplatten und -schrauben
- Orbitabodenrekonstruktion: Bei Beteiligung des Augenhöhlenbodens mit Einlagerung von Titanmesh oder autologem Knorpel
Heilung und Prognose
Bei rechtzeitiger und adäquater Behandlung ist die Prognose der Jochbeinfraktur in der Regel gut. Die knöcherne Heilung dauert in der Regel 6 bis 8 Wochen. Mögliche Langzeitkomplikationen umfassen Sensibilitätsstörungen im Versorgungsgebiet des Nervus infraorbitalis, kosmetische Beeinträchtigungen oder selten anhaltende Doppelbilder.
Quellen
- Lübbers H-T, Matthews F, Grätz KW, Kruse AL. Management of zygomaticomaxillary complex fractures. Oral Maxillofac Surg Clin North Am. 2013;25(2):233-243.
- Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG). Leitlinien zur Behandlung von Mittelgesichtsfrakturen. AWMF-Registernummer 007-064.
- Kunz C, Audigé L, Cornelius CP, et al. The Comprehensive AOCMF Classification System: Zygomatic Complex Fractures. Craniomaxillofac Trauma Reconstr. 2014;7(Suppl 1):S84-S93.
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