Xylanstruktur: Aufbau und Bedeutung
Die Xylanstruktur beschreibt den molekularen Aufbau von Xylan, einem pflanzlichen Polysaccharid aus Xyloseeinheiten, das als wichtiger Bestandteil der pflanzlichen Zellwand gilt.
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Die Xylanstruktur beschreibt den molekularen Aufbau von Xylan, einem pflanzlichen Polysaccharid aus Xyloseeinheiten, das als wichtiger Bestandteil der pflanzlichen Zellwand gilt.
Was ist Xylan?
Xylan ist ein Polysaccharid, das in der Zellwand von Pflanzen vorkommt und zur Gruppe der Hemicellulosen gehört. Es ist nach Cellulose das zweithaeufigste Polysaccharid in der Natur und spielt eine zentrale Rolle beim strukturellen Aufbau pflanzlicher Gewebe. Xylan findet sich in grossem Umfang in Laubholz, Getreidestroh, Mais und anderen Pflanzen.
Grundstruktur von Xylan
Die Xylanstruktur basiert auf einem linearen Grundgeruest aus beta-1,4-glykosdisch verknuepften D-Xylopyranoseeinheiten. Diese Kette aus Zuckereinheiten bildet das Rueckgrat (englisch: backbone) des Molekuels. Xyloseeinheiten sind Fuenfkohlenstoffzucker (Pentosen), die sich von der Glucose durch das Fehlen einer Hydroxymethylgruppe unterscheiden.
Substitutionsmuster
Das Xylanrueckgrat ist in der Natur haeufig mit verschiedenen Seitengruppen substituiert, was die Xylanstruktur komplex und variabel macht. Zu den haeufigsten Substituenten gehoeren:
- Arabinofuranoseeinheiten: Diese werden alpha-1,2- oder alpha-1,3-glykosdisch an das Xylanrueckgrat angeknuepft und bilden das sogenannte Arabinoxylan, das besonders in Getreide vorkommt.
- 4-O-Methyl-Glucuronosaeure: Diese Zuckeracesuere tritt vor allem in Laubholzxylan auf und verleiht dem Molekuel eine negative Ladung.
- Acetylgruppen: In vielen Holzarten sind Hydroxylgruppen des Xylanrueckgrats acetyliert, was die Wasserloeslichkeit und die Zugangllichkeit fuer Enzyme beeinflusst.
- Ferulasaeure und p-Coumarsaeure: Diese phenolischen Verbindungen kommen vor allem in Grasarten vor und sind kovalent an Arabinosylreste gebunden.
Typen von Xylanen
Aufgrund der unterschiedlichen Substitutionsmuster werden verschiedene Xylantypen unterschieden:
- Glucuronoxylan: Vorherrschend in Laubholz (Hartholz), mit Glucuronosaeureresten als Substituenten.
- Arabinoxylan: Typisch fuer Getreide wie Weizen, Roggen und Gerste; enthaelt Arabinoseeinheiten als Seitengruppen.
- Glucuronoarabinoxylan: Kommt in Graeser und Mais vor und enthaelt sowohl Glucuronosaeure- als auch Arabinoseeinheiten.
- Homoxylan: Besteht fast ausschliesslich aus Xyloseeinheiten ohne groessere Substitution; selten in der Natur.
Bedeutung der Xylanstruktur
Biologische Funktion
In der Pflanzenzellwand verbindet Xylan die Cellulosemikrofibrillen mit dem Lignin und traegt so zur mechanischen Stabilitaet und Rigiditat des Gewebes bei. Es bildet zusammen mit anderen Hemicellulosen und Pektinen eine Matrix, die die Zellwand zusammenhaelt.
Ernaehrungsphysiologische Bedeutung
Xylan ist ein wesentlicher Bestandteil der Nahrungsballaststoffe. Arabinoxylan aus Getreide gilt als praebiotisch wirksame Verbindung, die das Wachstum nuetzlicher Darmbakterien (wie Bifidobacterium und Lactobacillus) foerdert. Es wird durch menschliche Verdauungsenzyme nicht abgebaut und gelangt unveraendert in den Dickdarm, wo es von der Darmflora fermentiert wird.
Industrielle und biotechnologische Bedeutung
Die Xylanstruktur ist von grossem Interesse fuer die Biotechnologie und die Lebensmittelindustrie. Xylanasen, also Enzyme, die Xylan abbauen, werden industriell eingesetzt, um:
- Ballaststoffreiche Lebensmittel zu verarbeiten und die Textur von Backwaren zu verbessern,
- Xylose aus Pflanzenbiomasse zu gewinnen, die als Ausgangsstoff fuer Xylit (einen Zuckeraustauschstoff) dient,
- in der Papierindustrie Holzzellstoff zu bleichen (Biobleaching),
- im Bereich Bioenergie Pflanzenmaterial effizienter in Bioethanol umzuwandeln.
Enzymatischer Abbau von Xylan
Der vollstaendige Abbau der komplexen Xylanstruktur erfordert ein Zusammenspiel mehrerer Enzyme:
- Endo-beta-1,4-Xylanase: Spaltet das Xylanrueckgrat an inneren Stellen und erzeugt kuerzeere Xylooligosaccharide.
- Beta-Xylosidase: Loest einzelne Xyloseeinheiten von den Enden der Oligosaccharidketten ab.
- Alpha-Arabinosidase: Entfernt Arabinosesubstituenten vom Rueckgrat.
- Glucuronidase und Acetylesterasen: Bauen Glucuronosaeure- bzw. Acetylreste ab.
Quellen
- Scheller, H.V. & Ulvskov, P. (2010): Hemicelluloses. Annual Review of Plant Biology, 61, 263-289.
- Ebringerova, A., Hromadkova, Z. & Heinze, T. (2005): Hemicellulose. Advances in Polymer Science, 186, 1-67.
- Izydorczyk, M.S. & Biliaderis, C.G. (1995): Cereal arabinoxylans: advances in structure and physicochemical properties. Carbohydrate Polymers, 28(1), 33-48.
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