Querfortsatzgelenk – Anatomie, Funktion und Erkrankungen
Das Querfortsatzgelenk ist eine kleine Gelenkverbindung zwischen Rippen und Wirbelquerfortsätzen. Es stabilisiert den Brustkorb und ermöglicht Atembewegungen.
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Das Querfortsatzgelenk ist eine kleine Gelenkverbindung zwischen Rippen und Wirbelquerfortsätzen. Es stabilisiert den Brustkorb und ermöglicht Atembewegungen.
Was ist das Querfortsatzgelenk?
Das Querfortsatzgelenk (lateinisch: Articulatio costotransversaria) ist eine kleine, echte Gelenkverbindung zwischen dem Rippenhöcker (Tuberculum costae) und dem Querfortsatz (Processus transversus) eines Brustwirbels. Diese Gelenke kommen bei den ersten zehn Rippenpaaren vor und spielen eine wesentliche Rolle bei der Stabilisierung des Brustkorbs sowie bei der Steuerung der Atembewegungen.
Anatomie und Aufbau
Das Querfortsatzgelenk ist ein sogenanntes Amphiarthrose oder auch straffes Gelenk, das nur geringe Bewegungen zulässt. Es besteht aus:
- Der Gelenkfläche am Rippenhöcker (Facies articularis tuberculi costae)
- Der Gelenkgrube am Querfortsatz des entsprechenden Brustwirbels (Fovea costalis processus transversi)
- Einer dünnen Gelenkkapsel, die von mehreren Bändern verstärkt wird
Zu den wichtigsten Bändern gehören das Ligamentum costotransversarium, das Ligamentum costotransversarium laterale sowie das Ligamentum costotransversarium superius. Diese Bänder sichern die Stabilität des Gelenks und begrenzen den Bewegungsumfang.
Funktion
Das Querfortsatzgelenk wirkt gemeinsam mit dem Rippenkopfgelenk (Articulatio capitis costae) als funktionelle Einheit. Beide Gelenke ermöglichen gemeinsam Rotationsbewegungen der Rippen, die für die Atemmechanik unverzichtbar sind. Bei der Einatmung heben sich die Rippen an und drehen sich leicht nach außen, wodurch das Brustkorb-Volumen zunimmt. Bei der Ausatmung kehren sie in ihre Ausgangsposition zurück.
Klinische Bedeutung
Blockierungen und Funktionsstörungen
Querfortsatzgelenke können durch Fehlhaltung, Überlastung oder Verletzungen in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt werden. Solche Blockierungen sind eine häufige Ursache für thorakale Rückenschmerzen und können das Atemmuster beeinträchtigen. Betroffene klagen typischerweise über:
- Schmerzen im mittleren Rückenbereich
- Eingeschränkte Rotation des Oberkörpers
- Schmerzverstärkung beim tiefen Einatmen
- Druckschmerz an den Querfortsätzen der Brustwirbelsäule
Arthrose der Querfortsatzgelenke
Wie alle echten Gelenke können auch Querfortsatzgelenke von Arthrose (degenerativer Gelenkerkrankung) betroffen sein. Dabei kommt es zu einem allmählichen Abbau des Gelenkknorpels, was zu chronischen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen kann. Risikofaktoren umfassen Übergewicht, langjährige Fehlbelastung und genetische Veranlagung.
Kostotransversale Frakturen und Verletzungen
Bei starken Traumata, etwa durch Verkehrsunfälle oder Sturzereignisse, können die Querfortsätze und die zugehörigen Gelenkstrukturen frakturieren oder ausreißen. Solche Verletzungen sind oft mit Rippenfrakturen kombiniert und bedürfen einer sorgfältigen radiologischen Abklärung.
Diagnose
Die Untersuchung des Querfortsatzgelenks erfolgt in erster Linie klinisch durch:
- Inspektion und Palpation der Brustwirbelsäule
- Manuelle Funktionstests zur Prüfung der Beweglichkeit
- Bildgebende Verfahren wie Röntgen, CT oder MRT bei Verdacht auf strukturelle Schäden
In der manuellen Medizin und Physiotherapie werden spezifische Tests eingesetzt, um Blockierungen der Querfortsatz- und Rippenkopfgelenke zu identifizieren.
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der jeweiligen Ursache der Beschwerden:
- Manuelle Therapie und Chiropraktik: Gezielte Mobilisationstechniken zur Lösung von Gelenkblockierungen
- Physiotherapie: Kräftigung der Rumpfmuskulatur, Haltungsschulung und Atemtherapie
- Schmerztherapie: Einsatz von Analgetika oder nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) bei akuten Schmerzen
- Infiltrationstherapie: Lokale Injektionen mit Kortikosteroiden oder Lokalanästhetika bei therapieresistenten Beschwerden
- Operative Maßnahmen: Selten notwendig, in schweren Fällen von Arthrose oder nach Verletzungen
Quellen
- Schünke M., Schulte E., Schumacher U. - Prometheus Lernatlas der Anatomie: Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem. Thieme Verlag, 2018.
- Tillmann B.N. - Atlas der Anatomie des Menschen. Springer Verlag, 2010.
- Grieve G.P. - Common Vertebral Joint Problems. Churchill Livingstone, 1988.
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