Übergangswirbel – Definition, Symptome & Therapie
Ein Übergangswirbel ist ein anatomisch veränderter Wirbel an der Grenze zweier Wirbelsäulenabschnitte. Er kann Rückenschmerzen und Fehlstellungen verursachen.
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Ein Übergangswirbel ist ein anatomisch veränderter Wirbel an der Grenze zweier Wirbelsäulenabschnitte. Er kann Rückenschmerzen und Fehlstellungen verursachen.
Was ist ein Übergangswirbel?
Ein Übergangswirbel bezeichnet einen Wirbel der Wirbelsäule, der an der Grenze zwischen zwei Wirbelsäulenabschnitten liegt und anatomische Merkmale beider benachbarter Abschnitte aufweist. Diese Variante entsteht, wenn sich ein Wirbel im Laufe der embryonalen Entwicklung nicht vollständig einem der beiden angrenzenden Wirbelsäulenabschnitte zuordnen lässt. Am häufigsten tritt diese Besonderheit im Bereich des Übergangs zwischen der Lendenwirbelsäule (LWS) und dem Kreuzbein auf – man spricht dann von einem lumbosacralen Übergangswirbel (auch bekannt als Bertolotti-Syndrom). Seltener kommt er im Bereich des Hals-Brust- oder Brust-Lenden-Übergangs vor.
Ursachen und Entstehung
Die Entstehung eines Übergangswirbels ist auf eine Störung der embryonalen Segmentierung der Wirbelsäule zurückzuführen. Im Normalfall entwickeln sich beim Menschen 7 Halswirbel, 12 Brustwirbel, 5 Lendenwirbel, 5 Kreuzbeinwirbel und 4–5 Steißbeinwirbel. Bei einem Übergangswirbel kommt es zu einer Sakralisierung (der fünfte Lendenwirbel wird dem Kreuzbein angegliedert) oder einer Lumbalisation (der erste Kreuzbeinwirbel nimmt die Form eines Lendenwirbels an). Die genaue Ursache ist genetisch bedingt und gilt als angeborene anatomische Variante.
Klassifikation nach Castellvi
Die Einteilung lumbosacraler Übergangswirbel erfolgt häufig nach der Castellvi-Klassifikation, die vier Typen unterscheidet:
- Typ I: Verbreiterung des Querfortsatzes (unilateral oder bilateral), ohne vollständige Einschmelzung
- Typ II: Unvollständige knöcherne Verbindung (Pseudarthrose) zwischen Querfortsatz und Kreuzbein
- Typ III: Vollständige knöcherne Verschmelzung (Fusion) des Querfortsatzes mit dem Kreuzbein
- Typ IV: Kombination aus Typ II auf einer Seite und Typ III auf der anderen Seite
Symptome
Viele Betroffene mit einem Übergangswirbel haben keine Beschwerden und bemerken die anatomische Variante nie. Bei einem Teil der Patienten treten jedoch typische Symptome auf:
- Chronische oder wiederkehrende Rückenschmerzen im Lenden- und Kreuzbereich
- Schmerzen, die in das Gesäß oder die Beine ausstrahlen können (pseudoradikuläre Beschwerden)
- Asymmetrische Belastung der Wirbelsäule, die zu Fehlhaltungen oder Skoliose führen kann
- Beschleunigter Verschleiß der benachbarten Bandscheiben (Degeneration)
- Einschränkung der Beweglichkeit im unteren Rückenbereich
Diagnose
Die Diagnose eines Übergangswirbels wird in der Regel durch bildgebende Verfahren gestellt:
- Röntgenaufnahme: Ermöglicht die erste Einschätzung der Wirbelform und Klassifikation nach Castellvi
- Computertomographie (CT): Detaillierte Darstellung der knöchernen Strukturen und möglicher Fusionen
- Magnetresonanztomographie (MRT): Beurteilung von Bandscheiben, Nerven und Weichteilstrukturen
- Diagnostische Infiltration: Gezielte Injektion eines Betäubungsmittels in den betroffenen Bereich zur Bestätigung der Schmerzquelle
Wichtig ist dabei die genaue Zählung der Wirbel, da die anatomische Variante die korrekte Nummerierung erschwert und bei operativen Eingriffen zu Verwechslungen führen kann.
Behandlung
Eine Behandlung ist nur dann notwendig, wenn der Übergangswirbel Beschwerden verursacht. Die Therapie richtet sich nach der Intensität der Symptome und umfasst:
Konservative Therapie
- Physiotherapie: Kräftigung der Rumpfmuskulatur, Verbesserung der Körperhaltung und Beweglichkeit
- Schmerztherapie: Einsatz von Analgetika oder entzündungshemmenden Medikamenten (z. B. NSAR)
- Injektionstherapie: Kortison- oder Lokalanästhetika-Infiltrationen zur gezielten Schmerzlinderung
- Wärme- und Kältetherapie sowie weitere physikalische Maßnahmen
Operative Therapie
Bei anhaltenden, therapieresistenten Schmerzen kann ein operativer Eingriff in Betracht gezogen werden. Mögliche Verfahren sind die Resektion (Entfernung) des veränderten Querfortsatzes oder, in seltenen Fällen, eine Wirbelsäulenstabilisierung (Fusion). Operationen werden jedoch nur bei strenger Indikation und nach Ausschöpfung konservativer Maßnahmen empfohlen.
Quellen
- Castellvi AE, Goldstein LA, Chan DP. Lumbosacral transitional vertebrae and their relationship with lumbar extradural defects. Spine. 1984;9(5):493–495.
- Konin GP, Walz DM. Lumbosacral transitional vertebrae: classification, imaging findings, and clinical relevance. American Journal of Neuroradiology (AJNR). 2010;31(10):1778–1786.
- Weckbach S, et al. Prävalenz und klinische Bedeutung von lumbosacralen Übergangswirbeln. Der Radiologe. 2014;54(7):682–690.
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