Übelkeit Schwangerschaft – Ursachen & Tipps
Übelkeit in der Schwangerschaft ist ein häufiges Symptom, das vor allem im ersten Trimester auftritt. Erfahren Sie mehr über Ursachen, Tipps und Behandlung.
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Übelkeit in der Schwangerschaft ist ein häufiges Symptom, das vor allem im ersten Trimester auftritt. Erfahren Sie mehr über Ursachen, Tipps und Behandlung.
Was ist Übelkeit in der Schwangerschaft?
Übelkeit in der Schwangerschaft – auch als Schwangerschaftsübelkeit oder umgangssprachlich als Morgenübelkeit bezeichnet – ist eines der häufigsten Beschwerden in der Frühschwangerschaft. Sie betrifft schätzungsweise 70–80 % aller Schwangeren und tritt meist zwischen der 6. und 12. Schwangerschaftswoche auf. Obwohl sie oft als Morgenübelkeit bekannt ist, kann sie zu jeder Tages- und Nachtzeit auftreten.
In den meisten Fällen ist die Übelkeit harmlos und klingt nach dem ersten Trimester ab. In seltenen Fällen kann sie jedoch so stark werden, dass eine ärztliche Behandlung notwendig ist.
Ursachen
Die genauen Ursachen der Schwangerschaftsübelkeit sind noch nicht vollständig geklärt, jedoch spielen mehrere Faktoren eine Rolle:
- Hormonelle Veränderungen: Der rasche Anstieg des Schwangerschaftshormons hCG (humanes Choriongonadotropin) sowie erhöhte Östrogen- und Progesteronspiegel gelten als Hauptauslöser.
- Verlangsamte Magenentleerung: Progesteron entspannt die glatte Muskulatur des Magens, was die Verdauung verlangsamt und Übelkeit begünstigt.
- Geruchsempfindlichkeit: Viele Schwangere reagieren verstärkt auf Gerüche, die Übelkeit auslösen können.
- Blutzuckerschwankungen: Niedrige Blutzuckerwerte, insbesondere am Morgen nach dem Schlafen, können Übelkeitsgefühle verstärken.
- Genetische Faktoren: Frauen, deren Mütter oder Schwestern ebenfalls unter Schwangerschaftsübelkeit litten, haben ein erhöhtes Risiko.
Symptome
Die Symptome der Schwangerschaftsübelkeit können von leicht bis schwer variieren:
- Anhaltende oder wiederkehrende Übelkeit, besonders morgens
- Erbrechen (bei einem Teil der Betroffenen)
- Abneigung gegenüber bestimmten Gerüchen oder Speisen
- Vermehrter Speichelfluss (Ptyalismus gravidarum)
- Allgemeines Schwächegefühl und Müdigkeit
Hyperemesis gravidarum
Eine schwere Verlaufsform der Schwangerschaftsübelkeit ist die Hyperemesis gravidarum. Sie ist durch unstillbares Erbrechen, erheblichen Gewichtsverlust (mehr als 5 % des Körpergewichts), Dehydration und Elektrolytstörungen gekennzeichnet und betrifft etwa 0,5–2 % aller Schwangerschaften. Bei Verdacht auf Hyperemesis gravidarum ist sofort ärztliche Hilfe notwendig.
Diagnose
Die Diagnose erfolgt in der Regel durch das Gespräch zwischen Ärztin oder Arzt und der Patientin (Anamnese) sowie eine körperliche Untersuchung. Um eine Hyperemesis gravidarum oder andere Ursachen auszuschließen, können folgende Untersuchungen durchgeführt werden:
- Urinuntersuchung (auf Ketonkörper als Zeichen der Dehydration)
- Blutbild und Elektrolytbestimmung
- Ultraschall (zum Ausschluss einer Mehrlingsschwangerschaft oder Blasenmole)
Behandlung und Tipps
Allgemeine Maßnahmen
In vielen Fällen lässt sich die Schwangerschaftsübelkeit durch einfache Verhaltensänderungen lindern:
- Kleine, häufige Mahlzeiten zu sich nehmen, um den Magen nicht leer werden zu lassen
- Am Morgen vor dem Aufstehen leichte Snacks wie Zwieback oder Cracker essen
- Ausreichend Flüssigkeit trinken, vorzugsweise in kleinen Schlucken
- Geruchsauslöser meiden
- Auf fettige, würzige und schwer verdauliche Speisen verzichten
- Frische Luft und Ruhe suchen
Ingwer
Ingwer gilt als eines der am besten belegten natürlichen Mittel gegen Schwangerschaftsübelkeit. Ingwertee, Ingwerkekse oder Ingwerkapsel können die Übelkeit wirksam lindern. Studien zeigen, dass Ingwer die Magenentleerung fördert und antiemetische Eigenschaften besitzt. Vor der Einnahme von Ingwerpräparaten sollte jedoch Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt gehalten werden.
Vitamin B6
Vitamin B6 (Pyridoxin) kann nach ärztlicher Empfehlung eingesetzt werden und hat in mehreren Studien eine Wirksamkeit bei leichter bis mittelschwerer Schwangerschaftsübelkeit gezeigt. Die empfohlene Dosierung sollte dabei nicht überschritten werden.
Akupressur
Das Tragen von Akupressurbändern am Handgelenk (Punkt P6 oder Nei-Kuan) kann bei manchen Frauen die Übelkeit reduzieren. Diese Methode gilt als sicher und nebenwirkungsarm.
Medikamentöse Behandlung
Wenn nicht-medikamentöse Maßnahmen nicht ausreichen, kann die Ärztin oder der Arzt folgende Medikamente in Betracht ziehen:
- Antiemetika (übelkeitshemmende Mittel) wie Doxylamin/Pyridoxin-Kombinationen
- Metoclopramid (in schweren Fällen)
- Ondansetron (bei Hyperemesis gravidarum, nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung)
- Intravenöse Flüssigkeitszufuhr und Elektrolytausgleich bei Krankenhausaufnahme
Alle Medikamente sollten nur nach ärztlicher Verschreibung und Abwägung möglicher Risiken für Mutter und Kind eingenommen werden.
Wann zum Arzt?
Folgende Warnsignale erfordern eine sofortige ärztliche Abklärung:
- Häufiges, unstillbares Erbrechen
- Zeichen von Austrocknung (Dehydration): trockener Mund, dunkler Urin, Schwindel
- Erheblicher Gewichtsverlust
- Blut im Erbrochenen
- Starke Bauchschmerzen oder Fieber
Quellen
- World Health Organization (WHO): Maternal nutrition and pregnancy. WHO Publications, Genf.
- American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG): Practice Bulletin No. 189 – Nausea and Vomiting of Pregnancy. Obstetrics and Gynecology, 2018.
- Festin M: Nausea and vomiting in early pregnancy. BMJ Clinical Evidence, 2014. Verfügbar auf: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4003467/
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