Weihrauchextrakt: Wirkung, Anwendung & Dosierung
Weihrauchextrakt wird aus dem Harz des Boswellia-Baums gewonnen und enthält entzündungshemmende Boswelliasäuren. Er wird traditionell und in der modernen Medizin bei Gelenkerkrankungen und Entzündungen eingesetzt.
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Weihrauchextrakt wird aus dem Harz des Boswellia-Baums gewonnen und enthält entzündungshemmende Boswelliasäuren. Er wird traditionell und in der modernen Medizin bei Gelenkerkrankungen und Entzündungen eingesetzt.
Was ist Weihrauchextrakt?
Weihrauchextrakt wird aus dem getrockneten Harz des Boswellia-Baums gewonnen, der hauptsächlich in Indien, Afrika und auf der Arabischen Halbinsel beheimatet ist. Die bekannteste Art ist Boswellia serrata, daneben werden auch Boswellia carterii und Boswellia sacra verwendet. Der Extrakt enthält als wichtigste Wirkstoffe die sogenannten Boswelliasäuren, insbesondere die Acetyl-11-keto-beta-Boswelliasäure (AKBA), der die stärkste entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben wird.
Wirkmechanismus
Die Boswelliasäuren im Weihrauchextrakt wirken auf mehreren Ebenen entzündungshemmend:
- Hemmung des Enzyms 5-Lipoxygenase (5-LOX), das an der Bildung von entzündungsfördernden Leukotrienen beteiligt ist
- Hemmung des Transkriptionsfaktors NF-kB, der die Expression zahlreicher Entzündungsgene steuert
- Hemmung von Matrixmetalloproteasen, die am Abbau von Knorpelgewebe beteiligt sind
- Reduktion von proinflammatorischen Zytokinen wie TNF-alpha und Interleukin-1
Im Vergleich zu klassischen nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) hemmt Weihrauchextrakt nicht die Cyclooxygenase (COX), weshalb er in der Regel besser magenverträglich ist.
Medizinische Anwendungsgebiete
Gelenkerkrankungen
Am besten belegt ist die Anwendung bei Kniegelenksarthrose und rheumatoider Arthritis. Mehrere klinische Studien zeigen, dass Weihrauchextrakt Gelenkschmerzen reduzieren, die Beweglichkeit verbessern und den Knorpelabbau verlangsamen kann.
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
Weihrauchextrakt wird auch bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa untersucht. Erste Studien deuten auf eine entzündungshemmende Wirkung im Darm hin, die mit konventionellen Therapien vergleichbar sein kann.
Atemwegserkrankungen
Bei Asthma bronchiale konnte in einigen Studien eine Reduktion der Leukotrienbildung und eine Verbesserung der Lungenfunktion beobachtet werden.
Neurologische Erkrankungen
Präklinische und kleinere klinische Studien untersuchen den Einsatz von Weihrauchextrakt bei Hirnödemen (z. B. bei Hirntumoren) sowie bei Multipler Sklerose, da Boswelliasäuren die Blut-Hirn-Schranke überwinden können.
Dosierung und Einnahme
In klinischen Studien wurden meist Tagesdosen von 300 mg bis 1.200 mg eines standardisierten Extrakts mit einem definierten Boswelliasäuren-Gehalt eingesetzt. Für eine gute Bioverfügbarkeit empfiehlt es sich, Weihrauchextrakt zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit einzunehmen, da Boswelliasäuren fettlöslich sind. Die genaue Dosierung sollte individuell mit einem Arzt oder Apotheker abgestimmt werden.
Sicherheit und Nebenwirkungen
Weihrauchextrakt gilt bei empfohlener Dosierung als gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
- Leichte Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Magendruck, Durchfall)
- Allergische Reaktionen bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Boswellia-Arten
- In seltenen Fällen Hautreaktionen
Für Schwangere und Stillende liegen keine ausreichenden Sicherheitsdaten vor, weshalb eine Einnahme in diesen Lebensphasen nicht empfohlen wird. Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten (z. B. Immunsuppressiva, Antikoagulantien) sind möglich und sollten mit einem Arzt besprochen werden.
Traditionelle Anwendung
Weihrauch wird seit Jahrtausenden in der ayurvedischen Medizin (als Shallaki) sowie in der traditionellen arabischen und afrikanischen Heilkunde verwendet. Historisch wurden Weihrauchharze bei Gelenkbeschwerden, Atemwegserkrankungen und Wunden eingesetzt. Diese traditionellen Anwendungen bilden die Grundlage für die heutige wissenschaftliche Erforschung.
Wissenschaftliche Evidenz
Die Datenlage zu Weihrauchextrakt ist vielversprechend, aber noch nicht abschliessend. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat Boswellia serrata als pflanzliches Arzneimittel bei Kniegelenksarthrose anerkannt. Weitere hochwertige, grossangelegte klinische Studien sind erforderlich, um die Wirksamkeit bei allen beschriebenen Indikationen endgültig zu belegen.
Quellen
- European Medicines Agency (EMA): Assessment report on Boswellia serrata Roxb. ex Colebr., gummi-resina. EMA/HMPC/513618/2013.
- Siddiqui MZ: Boswellia serrata, a potential antiinflammatory agent: an overview. Indian J Pharm Sci. 2011;73(3):255-261. PubMed PMID: 22457547.
- Abdel-Tawab M, Werz O, Schubert-Zsilavecz M: Boswellia serrata: an overall assessment of in vitro, preclinical, pharmacokinetic and clinical data. Clin Pharmacokinet. 2011;50(6):349-369.
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