Jejunalbiopsie – Definition, Ablauf & Bedeutung
Die Jejunalbiopsie ist eine diagnostische Gewebeentnahme aus dem Jejunum (Leerdarm) zur Untersuchung von Dünndarmerkrankungen wie Zöliakie oder Morbus Crohn.
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Die Jejunalbiopsie ist eine diagnostische Gewebeentnahme aus dem Jejunum (Leerdarm) zur Untersuchung von Dünndarmerkrankungen wie Zöliakie oder Morbus Crohn.
Was ist eine Jejunalbiopsie?
Die Jejunalbiopsie ist ein medizinisches Verfahren, bei dem eine kleine Gewebeprobe aus dem Jejunum entnommen wird. Das Jejunum ist der mittlere Abschnitt des Dünndarms und liegt zwischen dem Zwölffingerdarm (Duodenum) und dem Krummdarm (Ileum). Die entnommene Probe wird anschließend unter dem Mikroskop von einem Pathologen untersucht, um Erkrankungen des Dünndarms zu erkennen, zu bestätigen oder auszuschließen.
Wann wird eine Jejunalbiopsie durchgeführt?
Eine Jejunalbiopsie wird bei verschiedenen Verdachtsdiagnosen oder unklaren Beschwerden des Magen-Darm-Trakts angeordnet. Typische Indikationen sind:
- Zöliakie (glutenbedingte Autoimmunerkrankung des Dünndarms)
- Morbus Crohn (chronisch-entzündliche Darmerkrankung)
- Tropische Sprue (infektionsbedingte Dünndarmerkrankung)
- Whipple-Krankheit (seltene bakterielle Infektion des Dünndarms)
- Mikroskopische Kolitis und andere entzündliche Erkrankungen
- Unklare Malabsorption (gestörte Nährstoffaufnahme)
- Chronische Durchfälle unbekannter Ursache
- Verdacht auf Lymphome oder andere Tumore des Dünndarms
Wie wird die Untersuchung durchgeführt?
Die Jejunalbiopsie erfolgt in der Regel im Rahmen einer Endoskopie, genauer einer Gastroskopie oder einer speziellen Enteroskopie. Dabei wird ein dünnes, flexibles Instrument (Endoskop) durch den Mund in den Magen-Darm-Trakt eingeführt, bis das Jejunum erreicht wird.
Ablauf der Untersuchung
- Der Patient ist in der Regel nüchtern (mindestens 6 Stunden vor dem Eingriff).
- Auf Wunsch oder bei Bedarf kann eine leichte Sedierung (Beruhigungsmittel) verabreicht werden.
- Über das Endoskop werden mit einer kleinen Zange ein oder mehrere Gewebepartikel entnommen.
- Der Eingriff ist minimal-invasiv und dauert in der Regel nur wenige Minuten.
- Die Gewebeproben werden in ein Fixierungsmittel (z. B. Formalin) gegeben und ins Labor geschickt.
Vorbereitung und Nachsorge
Vor der Untersuchung informiert der behandelnde Arzt den Patienten über den genauen Ablauf und mögliche Risiken. Blutverdünnende Medikamente müssen gegebenenfalls vorübergehend abgesetzt werden. Nach dem Eingriff kann es zu leichtem Halsschmerz oder einem Druckgefühl im Bauch kommen, diese Beschwerden klingen jedoch meist rasch ab.
Risiken und Komplikationen
Die Jejunalbiopsie ist ein sicheres und gut etabliertes Verfahren. Selten können folgende Komplikationen auftreten:
- Leichte Blutungen an der Entnahmestelle
- Infektionen (sehr selten)
- Perforation (Durchbohrung) der Darmwand (äußerst selten)
- Unverträglichkeitsreaktionen auf das Sedierungsmittel
Schwerwiegende Komplikationen sind insgesamt sehr selten. Das Nutzen-Risiko-Verhältnis ist bei klarer Indikation in der Regel sehr günstig.
Diagnostische Bedeutung
Die histologische (feingewebliche) Untersuchung der Jejunalbiopsie liefert wichtige Informationen über den Zustand der Dünndarmschleimhaut. Bei Zöliakie zeigen sich typischerweise eine Zottenatrophie (Abflachung der Darmzotten), eine Kryptenhyperplasie und eine erhöhte Anzahl intraepithelialerer Lymphozyten. Diese Veränderungen werden nach der Marsh-Klassifikation eingeteilt, die den Schweregrad der Schleimhautschädigung beschreibt.
Quellen
- Ludvigsson JF et al. - European Society for the Study of Coeliac Disease (ESsCD) Guideline for Coeliac Disease. United European Gastroenterology Journal, 2019.
- Leitlinie Zöliakie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), 2021.
- Marsh MN. - Gluten, major histocompatibility complex, and the small intestine. Gastroenterology, 1992.
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