Jejunumfunktion – Aufgaben des mittleren Dünndarms
Das Jejunum ist der mittlere Abschnitt des Dünndarms und spielt eine zentrale Rolle bei der Verdauung und Nährstoffaufnahme im menschlichen Körper.
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Das Jejunum ist der mittlere Abschnitt des Dünndarms und spielt eine zentrale Rolle bei der Verdauung und Nährstoffaufnahme im menschlichen Körper.
Was ist das Jejunum?
Das Jejunum ist der mittlere Abschnitt des Dünndarms und liegt zwischen dem Duodenum (Zwölffingerdarm) und dem Ileum (Krummdarm). Es macht etwa zwei Fünftel der Gesamtlänge des Dünndarms aus, was beim Erwachsenen ungefähr 1,5 bis 2,5 Metern entspricht. Der Name leitet sich vom lateinischen Wort jejunus ab, was so viel wie leer bedeutet – da der Dünndarmabschnitt bei der Obduktion meist leer vorgefunden wird.
Hauptfunktionen des Jejunums
Das Jejunum übernimmt im menschlichen Verdauungstrakt mehrere lebenswichtige Aufgaben:
- Nährstoffresorption: Das Jejunum ist der primäre Ort der Aufnahme von Makronährstoffen wie Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten sowie von Vitaminen und Mineralstoffen.
- Wasserresorption: Ein erheblicher Teil des mit der Nahrung aufgenommenen Wassers wird im Jejunum absorbiert.
- Transportfunktion: Durch koordinierte Muskelbewegungen, die sogenannte Peristaltik, wird der Nahrungsbrei (Chymus) weiterbefördert.
- Sekretion von Verdauungsenzymen: Die Schleimhaut des Jejunums produziert Enzyme wie Disaccharidasen und Peptidasen, die an der chemischen Aufspaltung von Nahrungsbestandteilen beteiligt sind.
Anatomische Besonderheiten und ihre Bedeutung für die Funktion
Die innere Oberfläche des Jejunums ist durch verschiedene anatomische Strukturen stark vergrößert, was die Resorptionskapazität erheblich steigert:
- Kerckring-Falten (Plicae circulares): Ringförmige Schleimhautfalten, die die Oberfläche vervielfachen.
- Zotten (Villi intestinales): Fingerförmige Ausstülpungen der Schleimhaut, die die Resorptionsfläche weiter erhöhen.
- Mikrovilli (Bürstensaum): Mikroskopisch kleine Fortsätze auf den Enterozyten (Darmzellen), die die Oberfläche nochmals erheblich vergrößern.
Durch diese dreifache Oberflächenvergrößerung beträgt die effektive Resorptionsfläche des gesamten Dünndarms schätzungsweise 200 bis 300 Quadratmeter.
Resorption einzelner Nährstoffe im Jejunum
Kohlenhydrate
Kohlenhydrate werden im Jejunum nach enzymatischer Aufspaltung in Einfachzucker (Monosaccharide) wie Glukose, Fruktose und Galaktose resorbiert. Die Aufnahme erfolgt über spezifische Transportproteine in den Enterozyten.
Proteine
Proteine werden nach der Vorverdauung im Magen und Zwölffingerdarm im Jejunum als Aminosäuren und kurze Peptidketten aufgenommen. Ebenfalls über spezialisierte Transporter gelangen sie in die Darmzellen und von dort in den Blutkreislauf.
Fette
Fette werden mithilfe von Gallensalzen und Pankreaslipase in Fettsäuren und Monoglyzeride gespalten. Diese werden von den Enterozyten aufgenommen, zu Chylomikronen zusammengebaut und über das Lymphsystem in den Körper transportiert.
Vitamine und Mineralstoffe
Das Jejunum ist ein wichtiger Resorptionsort für wasserlösliche Vitamine (z. B. Vitamin C, B-Vitamine) sowie für Mineralstoffe wie Kalzium, Eisen, Magnesium und Zink. Die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K werden zusammen mit den Fetten resorbiert.
Klinische Relevanz der Jejunumfunktion
Störungen der Jejunumfunktion können weitreichende gesundheitliche Folgen haben:
- Zöliakie: Eine Autoimmunerkrankung, bei der Gluten eine Entzündung und Zottenatrophie im Dünndarm – vor allem im Jejunum – verursacht, was zu Malabsorption führt.
- Kurzdarmsyndrom: Nach operativer Entfernung größerer Jejunumsabschnitte kann es zu schwerwiegenden Mangelernährungszuständen kommen.
- Morbus Crohn: Eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die das Jejunum befallen und die Resorption beeinträchtigen kann.
- Jejunale Malabsorption: Verschiedene Erkrankungen können zu einer verminderten Aufnahme von Nährstoffen führen, mit Folgen wie Gewichtsverlust, Vitaminmängeln und Durchfall.
Untersuchungsmethoden
Zur Beurteilung der Jejunumfunktion und -struktur stehen verschiedene diagnostische Verfahren zur Verfügung:
- Magenspiegelung (Ösophagogastroduodenoskopie): Erlaubt die direkte Einsicht und Biopsieentnahme aus dem oberen Dünndarm.
- Kapselendoskopie: Eine geschluckte Miniaturkamera nimmt Bilder des gesamten Dünndarms auf.
- Laboruntersuchungen: Bestimmung von Resorptionsmarkern, Vitaminen und Mineralstoffen im Blut zur indirekten Funktionsbeurteilung.
- Bildgebende Verfahren: MRT- oder CT-Enterografie zur Darstellung von Wandveränderungen oder Entzündungen des Jejunums.
Quellen
- Schünke M., Schulte E., Schumacher U. – Prometheus Lernatlas der Anatomie: Innere Organe. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2018.
- Kasper D. L. et al. – Harrison's Principles of Internal Medicine, 20. Auflage. McGraw-Hill Education, 2018.
- World Gastroenterology Organisation (WGO) – Global Guidelines: Small Intestinal Bacterial Overgrowth (SIBO). WGO, 2020. Verfügbar unter: https://www.worldgastroenterology.org
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