Wachstumshormonprovokationstest – Definition & Ablauf
Der Wachstumshormonprovokationstest ist ein diagnostisches Verfahren zur Beurteilung der Wachstumshormonsekretion der Hypophyse. Er wird bei Verdacht auf einen Wachstumshormonmangel eingesetzt.
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Der Wachstumshormonprovokationstest ist ein diagnostisches Verfahren zur Beurteilung der Wachstumshormonsekretion der Hypophyse. Er wird bei Verdacht auf einen Wachstumshormonmangel eingesetzt.
Was ist der Wachstumshormonprovokationstest?
Der Wachstumshormonprovokationstest (auch Wachstumshormon-Stimulationstest genannt) ist ein spezielles endokrinologisches Diagnoseverfahren. Er wird eingesetzt, um die Fähigkeit der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) zu beurteilen, ausreichend Wachstumshormon (Somatotropin, GH) auszuschütten. Da Wachstumshormon im Blut normalerweise in sehr niedrigen und schwankenden Konzentrationen vorliegt, ist eine einfache Blutmessung im Ruhezustand nicht aussagekräftig. Stattdessen wird durch gezielte Reize die maximale Sekretionskapazität der Hypophyse geprüft.
Wann wird der Test durchgeführt?
Der Test wird vor allem bei Kindern und Erwachsenen eingesetzt, bei denen ein Wachstumshormonmangel (GH-Defizienz) vermutet wird. Typische Indikationen sind:
- Wachstumsverzögerung oder Kleinwuchs bei Kindern
- Verzögerte Pubertätsentwicklung
- Verdacht auf Hypopituitarismus (Unterfunktion der Hypophyse)
- Abklärung nach Schädel-Hirn-Trauma, Hirntumor oder Bestrahlung der Hypophysenregion
- Erwachsene mit Symptomen eines GH-Mangels (z. B. vermehrte Fettmasse, verminderte Muskelmasse, Erschöpfung)
Wie wird der Test durchgeführt?
Der Wachstumshormonprovokationstest wird unter strikten medizinischen Bedingungen, meist stationär oder in einer spezialisierten Ambulanz, durchgeführt. Der Patient erscheint nüchtern. Zur Stimulation der Wachstumshormonausschüttung werden verschiedene Stimulanzien eingesetzt:
- Insulin-Hypoglykämie-Test (ITT): Gilt als Goldstandard. Durch Insulingabe wird ein kontrollierter Blutzuckerabfall ausgelöst, der als starker Reiz für die GH-Ausschüttung wirkt. Dieser Test erfordert engmaschige Überwachung.
- Arginin-Test: Intravenöse Gabe der Aminosäure Arginin, die die GH-Sekretion stimuliert.
- Glucagon-Test: Injektion von Glucagon, einem Hormon, das ebenfalls die Hypophyse stimuliert.
- GHRH+Arginin-Test: Kombination aus dem Wachstumshormon-Releasing-Hormon (GHRH) und Arginin, häufig bei Erwachsenen eingesetzt.
- Clonidin-Test: Gabe des alpha-2-Agonisten Clonidin, insbesondere bei Kindern verbreitet.
Während des Tests werden in regelmäßigen Abständen (z. B. alle 15 bis 30 Minuten über 2 bis 3 Stunden) Blutproben entnommen, um den GH-Spiegel im Serum zu messen.
Interpretation der Ergebnisse
Die Auswertung erfolgt anhand des maximalen GH-Anstiegs (Peak-GH-Wert) während des Tests:
- Bei Kindern gilt ein Peak-GH-Wert von weniger als 10 ng/ml (je nach Labor und Methode) als Hinweis auf einen GH-Mangel.
- Bei Erwachsenen liegt der Grenzwert je nach eingesetztem Test zwischen 3 und 11 ng/ml.
- Ein ausreichender GH-Anstieg spricht gegen einen relevanten Mangel.
Da kein einzelner Test eine absolute Sicherheit bietet, wird bei Kindern in der Regel die Durchführung von mindestens zwei verschiedenen Provokationstests gefordert, um die Diagnose zu sichern.
Vorbereitung und Sicherheit
Die Vorbereitung umfasst in der Regel eine mehrstündige Nahrungskarenz vor dem Test. Bestimmte Medikamente sowie Faktoren wie Adipositas (Fettleibigkeit), Schilddrüsenunterfunktion oder Pubertätsstatus können das Testergebnis beeinflussen und müssen bei der Auswertung berücksichtigt werden. Der Insulin-Hypoglykämie-Test ist kontraindiziert bei Patienten mit Epilepsie, koronarer Herzkrankheit oder schwerem Hypopituitarismus ohne adäquate Kortisolreserve. Alle Tests finden unter medizinischer Aufsicht mit Notfallbereitschaft statt.
Bedeutung und Ausblick
Der Wachstumshormonprovokationstest ist ein essenzieller Bestandteil der endokrinologischen Diagnostik. Eine gesicherte Diagnose eines GH-Mangels ist Voraussetzung für die Einleitung einer Wachstumshormonersatztherapie (GH-Therapie mit rekombinantem humanem Somatotropin), die das Wachstum bei Kindern fördern und bei Erwachsenen die Lebensqualität sowie den Stoffwechsel verbessern kann.
Quellen
- Mullis P. E. et al. - Consensus guidelines for the diagnosis and treatment of growth hormone (GH) deficiency in childhood and adolescence. European Journal of Endocrinology, 2001.
- Growth Hormone Research Society - Consensus guidelines for the diagnosis and treatment of adults with GH deficiency II. European Journal of Endocrinology, 2007.
- Ranke M. B., Wit J. M. - Growth hormone - past, present and future. Nature Reviews Endocrinology, 2018.
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