Weinstein: Wirkung, Verwendung und Eigenschaften
Weinstein ist ein natuerliches Nebenprodukt der Weinherstellung und besteht hauptsaechlich aus Kaliumbitartrat. Er wird in der Lebensmittelindustrie, Backkunst und Medizin eingesetzt.
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Weinstein ist ein natuerliches Nebenprodukt der Weinherstellung und besteht hauptsaechlich aus Kaliumbitartrat. Er wird in der Lebensmittelindustrie, Backkunst und Medizin eingesetzt.
Was ist Weinstein?
Weinstein (chemisch: Kaliumbitartrat oder Kaliumhydrogentartrat, Summenformel: KHC4H4O6) ist ein natuerlich vorkommendes Salz der Weinsaeure. Er entsteht als Nebenprodukt bei der alkoholischen Gaerung von Traubensaft und scheidet sich als kristalliner Rueckstand an den Wanden von Weinfaessern und -flaschen ab. In gereinigter und gemahlener Form ist Weinstein als weisses Pulver bekannt und vielseitig einsetzbar.
Herkunft und Gewinnung
Weinstein bildet sich waehrend der Weinfermentation, wenn Kaliumionen und Weinsaeure im Wein eine Verbindung eingehen und bei niedrigen Temperaturen auskristallisieren. Die rohe Form, auch als Weinsteinkristalle oder Weinstein-Rohstoff (Rohweinstein) bezeichnet, wird aus den Fassrueckstaenden gewonnen, gereinigt und zu feinem Pulver verarbeitet. Dieser Prozess liefert ein lebensmittelechtes Produkt, das sowohl in der Industrie als auch im Haushaltsbereich genutzt wird.
Zusammensetzung und Eigenschaften
- Chemische Bezeichnung: Kaliumbitartrat / Kaliumhydrogentartrat
- E-Nummer: E336 (Monocaliumtartrat) in der EU als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen
- Erscheinungsbild: Weisses, geruchloses, leicht sauerlich schmeckendes Pulver
- Loeslichkeit: Gering loeslich in kaltem Wasser, besser loeslich in heissem Wasser
- pH-Wert: Schwach sauer (ca. 3,5-4,5 in waessriger Loesung)
Verwendung in der Lebensmittelindustrie und Kueche
Weinstein hat in der Lebensmittelverarbeitung und im Haushalt zahlreiche Anwendungen:
- Backpulver-Komponente: Weinstein reagiert mit Natriumbicarbonat (Backnatron) und bildet dabei Kohlendioxid, das Teige aufgehen laesst. Reines Weinstein-Backpulver gilt als Alternative zu herkoemmmlichem Backpulver und ist frei von Phosphat.
- Stabilisierung von Eischnee: Schon kleine Mengen Weinstein (ca. 1/4 Teeloeffle pro 2 Eiweiss) stabilisieren geschlagenes Eiweiss und sorgen fuer ein festeres, glaenzenderes Meringueergebnis.
- Verhinderung der Zuckerkristallisation: In Bonbons, Sirupen und Glasuren verhindert Weinstein die unerwuenschte Rekristallisation von Zucker.
- Sauerungsmittel: Als leichtes Sauerungsmittel wird er in verschiedenen Lebensmitteln eingesetzt, um den pH-Wert zu regulieren.
- Weinherstellung: Weinstein wird genutzt, um den Saeuregehalt von Weinen zu regulieren.
Medizinische und gesundheitliche Relevanz
Historisch wurde Weinstein als Abfuehrmittel und zur Unterstuetzung der Nierenfunktion eingesetzt. In der modernen Medizin ist seine direkte therapeutische Verwendung begrenzt, jedoch ist er als Hilfsstoff in einigen pharmazeutischen Praeparaten und als Sauerungsagens enthalten. Kaliumbitartrat liefert Kalium, ein essenzielles Mineral, das fuer die Herzfunktion, Muskelfunktion und den Elektrolythaushalt wichtig ist. Allerdings sind die in Lebensmitteln aufgenommenen Mengen zu gering, um einen wesentlichen Beitrag zum Kaliumhaushalt zu leisten.
Sicherheit und Vertraeglichkeit
Weinstein gilt in den in Lebensmitteln ueblichen Mengen als sicher und gut vertraeglich. Er ist glutenfrei und vegan. Personen mit Nierenerkrankungen oder erhoehtem Kaliumspiegel (Hyperkaliamie) sollten jedoch grosse Mengen meiden, da Kaliumbitartrat den Kaliumhaushalt beeinflussen kann. Bei bestimmungsgemassem Gebrauch als Lebensmittelzusatzstoff (E336) bestehen keine bekannten gesundheitlichen Bedenken.
Weinstein im Haushalt
Neben der Kueche wird Weinstein als natuerliches Reinigungsmittel geschaetzt. Er kann in Kombination mit anderen Haushaltsmitteln zum Reinigen von Metalloberflaechen, zur Entfernung von Kalkflecken oder als Beizsalz beim Faerben von Textilien verwendet werden.
Quellen
- European Food Safety Authority (EFSA): Re-evaluation of potassium tartrates (E 336) as food additives. EFSA Journal, 2020.
- Belitz, H.-D.; Grosch, W.; Schieberle, P.: Lehrbuch der Lebensmittelchemie. 6. Auflage, Springer, Berlin, 2008.
- Bundesinstitut fuer Risikobewertung (BfR): Lebensmittelzusatzstoffe - Kaliumtartrat (E 336). BfR, Berlin, 2021.
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