Wundheilungsenzym – Funktion, Typen und Anwendung
Wundheilungsenzyme sind körpereigene oder therapeutisch eingesetzte Enzyme, die den natürlichen Heilungsprozess von Wunden aktiv unterstützen und beschleunigen.
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Wundheilungsenzyme sind körpereigene oder therapeutisch eingesetzte Enzyme, die den natürlichen Heilungsprozess von Wunden aktiv unterstützen und beschleunigen.
Was ist ein Wundheilungsenzym?
Ein Wundheilungsenzym ist ein biologisch aktives Protein, das an den verschiedenen Phasen der Wundheilung beteiligt ist oder therapeutisch eingesetzt wird, um diesen Prozess zu fördern. Enzyme spielen eine zentrale Rolle beim Abbau von abgestorbenem Gewebe (Debridement), bei der Entzündungsregulation, beim Gewebeaufbau und bei der Narbenbildung. Sie kommen sowohl natürlich im Körper vor als auch in Form von Medikamenten, Salben oder Nahrungsergänzungsmitteln.
Phasen der Wundheilung und Enzymbeteiligung
Die Wundheilung verläuft in mehreren aufeinanderfolgenden Phasen, in denen unterschiedliche Enzyme aktiv sind:
- Hämostasephase (Blutstillung): Gerinnungsenzyme wie Thrombin und Faktor Xa sorgen für die Bildung eines Blutgerinnsels und stoppen die Blutung.
- Entzündungsphase: Enzyme wie Elastase, Kollagenase und Myeloperoxidase werden von Immunzellen freigesetzt, um Bakterien abzutöten und abgestorbenes Gewebe abzubauen.
- Proliferationsphase (Gewebeaufbau): Matrixmetalloproteinasen (MMPs) regulieren den Umbau der extrazellulären Matrix. Lysin-Oxidase vernetzt Kollagenfasern und stabilisiert das neue Gewebe.
- Remodellierungsphase (Narbenbildung): MMPs und ihr natürlicher Gegenspieler, die TIMPs (Tissue Inhibitors of Metalloproteinases), regulieren gemeinsam den Abbau und Neuaufbau von Kollagen, was die Qualität der Narbe beeinflusst.
Therapeutisch eingesetzte Wundheilungsenzyme
In der modernen Wundversorgung werden verschiedene Enzyme gezielt therapeutisch eingesetzt, um die Heilung chronischer oder schlecht heilender Wunden zu unterstützen:
Kollagenase
Kollagenase ist ein proteolytisches Enzym, das abgestorbenes Kollagengewebe (Nekrosen) selektiv abbaut, ohne gesundes Gewebe zu schädigen. Es wird als Salbe auf chronische Wunden, Dekubitus (Druckgeschwüre) oder Verbrennungswunden aufgetragen, um das enzymatische Debridement durchzuführen.
Papain und Bromelain
Papain (gewonnen aus der Papaya) und Bromelain (aus der Ananas) sind pflanzliche Proteasen, die nekrotisches Gewebe auflösen und entzündungshemmend wirken. Sie werden sowohl lokal in der Wundbehandlung als auch systemisch als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt.
Streptokinase und Streptodornase
Streptokinase ist ein fibrinolytisches Enzym bakteriellen Ursprungs, das Fibrinbeläge in Wunden auflöst. In Kombination mit Streptodornase (einer DNase) wird es zur enzymatischen Wundreinigung eingesetzt.
Serrapeptase und Nattokinase
Serrapeptase (aus Seidenwurmbakterien) und Nattokinase (aus fermentierten Sojabohnen) werden als systemische Enzympräparate eingesetzt. Sie wirken entzündungshemmend, ödemreduzierend und unterstützen die Geweberegeneration nach Verletzungen oder Operationen.
Indikationen für den Einsatz von Wundheilungsenzymen
Wundheilungsenzyme kommen in folgenden klinischen Situationen zum Einsatz:
- Chronische Wunden (z. B. diabetisches Fußulkus, Ulcus cruris)
- Druckgeschwüre (Dekubitus)
- Verbrennungswunden und Schürfwunden
- Postoperative Wundversorgung
- Wunden mit nekrotischem Gewebe oder Fibrinbelägen
- Entzündliche Schwellungen nach Verletzungen oder Operationen
Anwendung und Sicherheit
Die Anwendung von Wundheilungsenzymen sollte stets unter ärztlicher oder pflegerischer Aufsicht erfolgen, insbesondere bei der lokalen Anwendung auf Wunden. Mögliche Nebenwirkungen umfassen lokale Hautreizungen, allergische Reaktionen sowie -- bei systemischer Einnahme -- gastrointestinale Beschwerden. Personen mit bekannten Allergien gegen die Ausgangsstoffe (z. B. Ananas bei Bromelain) sollten besondere Vorsicht walten lassen. Wechselwirkungen mit Blutverdünnern (Antikoagulantien) sind bei systemischen Enzympräparaten möglich und sollten mit einem Arzt besprochen werden.
Quellen
- Eming, S. A., Martin, P., Tomic-Canic, M. (2014). Wound repair and regeneration: mechanisms, signaling, and translation. Science Translational Medicine, 6(265), 265sr6. https://doi.org/10.1126/scitranslmed.3009337
- Schultz, G. S. et al. (2003). Wound bed preparation: a systematic approach to wound management. Wound Repair and Regeneration, 11(s1), S1-S28.
- World Health Organization (WHO). Chronic wound management guidelines. Verfügbar unter: https://www.who.int
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