Xerophthalmie – Ursachen, Symptome & Behandlung
Xerophthalmie bezeichnet eine schwere Augenerkrankung durch Vitamin-A-Mangel, die zu Trockenheit, Hornhautschäden und im schlimmsten Fall zur Erblindung führen kann.
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Xerophthalmie bezeichnet eine schwere Augenerkrankung durch Vitamin-A-Mangel, die zu Trockenheit, Hornhautschäden und im schlimmsten Fall zur Erblindung führen kann.
Was ist Xerophthalmie?
Xerophthalmie (von griechisch xeros = trocken und ophthalmos = Auge) ist eine ernsthafte Augenerkrankung, die in erster Linie durch einen schweren Vitamin-A-Mangel verursacht wird. Sie ist weltweit eine der häufigsten vermeidbaren Ursachen für Erblindung, insbesondere bei Kindern in Entwicklungsländern. Die Erkrankung umfasst ein breites Spektrum an Augenschädigungen – von leichter Nachtblindheit bis hin zur vollständigen Zerstörung der Hornhaut.
Ursachen
Die Hauptursache der Xerophthalmie ist ein anhaltender Mangel an Vitamin A (Retinol). Vitamin A ist essenziell für die Produktion von Rhodopsin (dem Sehpigment in den Stäbchenzellen der Netzhaut) sowie für die Integrität und Regeneration der Schleimhäute und des Augenepithels.
- Unzureichende Nahrungsaufnahme: Mangelernährung, insbesondere in Regionen mit geringem Konsum von Vitamin-A-reichen Lebensmitteln (tierische Produkte, Karotten, Süßkartoffeln, Blattgemüse).
- Malabsorption: Erkrankungen wie Zöliakie, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder Mukoviszidose können die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen wie Vitamin A beeinträchtigen.
- Erhöhter Bedarf: In Schwangerschaft, Stillzeit und Wachstumsphasen bei Kindern steigt der Bedarf an Vitamin A deutlich an.
- Proteinmangel: Da Vitamin A im Blut an Transportproteine gebunden wird, kann ein Proteinmangel ebenfalls zu einem funktionellen Vitamin-A-Mangel führen.
Symptome
Die Symptome der Xerophthalmie entwickeln sich schrittweise und werden nach dem WHO-Klassifikationssystem in verschiedene Stadien eingeteilt:
- Nachtblindheit (Nyktalopie): Frühes und häufigstes Symptom – Betroffene sehen bei Dunkelheit schlecht oder gar nicht.
- Xerosis conjunctivae: Austrocknung und Verhornung der Bindehaut, die Augen wirken matt und trocken.
- Bitot-Flecken: Schaumige, weißliche Ablagerungen auf der Bindehaut – ein charakteristisches Zeichen des Vitamin-A-Mangels.
- Xerosis corneae: Austrocknung der Hornhaut, die zu Trübungen und Geschwüren führen kann.
- Keratomalazie: Erweichung und Nekrose der Hornhaut – das schwerste Stadium, das zur Perforation des Auges und zur irreversiblen Erblindung führen kann.
Diagnose
Die Diagnose der Xerophthalmie erfolgt in erster Linie klinisch durch eine ophthalmologische Untersuchung. Dabei werden typische Zeichen wie Nachtblindheit, Bindehautveränderungen und Hornhautschäden bewertet.
- Blutuntersuchung: Messung des Serum-Retinol-Spiegels (Normalwert: 0,70–2,09 µmol/L); Werte unter 0,35 µmol/L gelten als schwerer Mangel.
- Spaltlampenuntersuchung: Detaillierte Beurteilung von Binde- und Hornhaut auf typische Veränderungen.
- Dunkeladaptationstest: Überprüfung der Sehfähigkeit unter Dunkelbedingungen zur Erkennung von Nachtblindheit.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung und besteht vorrangig in der hochdosierten Vitamin-A-Supplementierung gemäß den WHO-Richtlinien:
- Kinder unter 1 Jahr: 100.000 IE Vitamin A oral an Tag 1, Tag 2 und nach 2–4 Wochen.
- Kinder über 1 Jahr und Erwachsene: 200.000 IE Vitamin A oral nach demselben Schema.
- Schwangere Frauen: Maximaldosis 10.000 IE pro Tag oder 25.000 IE pro Woche (höhere Dosen sind teratogen).
- Lokale Behandlung: Bei Hornhautbeteiligung können befeuchtende Augentropfen und antibiotische Augentropfen zur Vorbeugung von Sekundärinfektionen eingesetzt werden.
- Ernährungsoptimierung: Langfristige Prävention durch eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitamin A.
Werden Hornhautschäden rechtzeitig behandelt, sind sie in frühen Stadien oft reversibel. Im Stadium der Keratomalazie ist die Schädigung jedoch häufig dauerhaft.
Prävention
Xerophthalmie ist weitgehend vermeidbar. Internationale Gesundheitsorganisationen empfehlen:
- Vitamin-A-Supplementierungsprogramme für gefährdete Bevölkerungsgruppen (Kinder unter 5 Jahren, schwangere und stillende Frauen).
- Anreicherung von Grundnahrungsmitteln (z. B. Speiseöl, Mehl, Zucker) mit Vitamin A.
- Aufklärung über Vitamin-A-reiche Lebensmittel wie Leber, Eier, Milchprodukte, Karotten, Mangos und Blattgemüse.
- Stillen als natürliche Vitamin-A-Quelle für Säuglinge.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Global prevalence of vitamin A deficiency in populations at risk 1995–2005. WHO Global Database on Vitamin A Deficiency. Genf, 2009.
- Sommer A, West KP Jr.: Vitamin A Deficiency: Health, Survival, and Vision. Oxford University Press, 1996.
- Bhutta ZA et al.: Vitamin A supplementation for preventing morbidity and mortality in children from 6 months to 5 years of age. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2017.
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