Quecksilberantidot – Gegenmittel bei Vergiftung
Ein Quecksilberantidot ist ein Gegenmittel zur Behandlung von Quecksilbervergiftungen. Es bindet das giftige Schwermetall im Körper und ermöglicht dessen Ausscheidung.
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Ein Quecksilberantidot ist ein Gegenmittel zur Behandlung von Quecksilbervergiftungen. Es bindet das giftige Schwermetall im Körper und ermöglicht dessen Ausscheidung.
Was ist ein Quecksilberantidot?
Ein Quecksilberantidot ist ein medizinisches Gegenmittel, das bei einer Quecksilbervergiftung eingesetzt wird. Quecksilber (chemisches Symbol: Hg) ist ein hochgiftiges Schwermetall, das in verschiedenen Formen vorkommt: als elementares Quecksilber (z. B. in alten Thermometern), als anorganische Quecksilberverbindungen oder als organisches Methylquecksilber, das vor allem in kontaminierten Fischen vorkommt. Ein Antidot dient dazu, das aufgenommene Quecksilber im Körper zu binden und dessen Ausscheidung über die Nieren zu fördern.
Ursachen einer Quecksilbervergiftung
Eine Vergiftung mit Quecksilber kann durch verschiedene Quellen entstehen:
- Einatmen von Quecksilberdämpfen (z. B. bei zerbrochenen Quecksilberthermometern oder in industriellen Prozessen)
- Verzehr von stark mit Methylquecksilber belastetem Fisch oder Meeresfrüchten
- Berufliche Exposition in der Bergbau-, Chemie- oder Zahnarztbranche (Amalgamfüllungen)
- Aufnahme über die Haut durch quecksilberhaltige Salben oder Kosmetika
- Orale Aufnahme anorganischer Quecksilberverbindungen
Symptome einer Quecksilbervergiftung
Die Symptome hängen von der Art des Quecksilbers und der Expositionsdauer ab:
- Akute Vergiftung: Husten, Atemnot, Brustschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Nierenversagen
- Chronische Vergiftung: Zittern (Tremor), Gedächtnisstörungen, Persönlichkeitsveränderungen, Nierenschäden, periphere Neuropathie
- Methylquecksilber: Sehstörungen, Taubheitsgefühl, Koordinationsstörungen (Ataxie), Hörverlust
Diagnose
Die Diagnose einer Quecksilbervergiftung erfolgt durch:
- Messung des Quecksilberspiegels im Blut oder Urin (Biomonitoring)
- Haaranalyse bei chronischer Methylquecksilber-Exposition
- Klinische Untersuchung und Anamnese (Befragung zur Exposition)
- Nieren- und Leberwertbestimmung im Blut
Wirkmechanismus von Quecksilberantidota
Quecksilberantidota wirken als sogenannte Chelatbildner. Das Wort Chelat stammt vom griechischen Wort für Schere und beschreibt, wie diese Substanzen das Quecksilberion gleichsam mit zwei oder mehreren Bindungsstellen umgreifen und fest komplexieren. Der so gebildete Chelat-Komplex ist wasserlöslich und wird über die Nieren ausgeschieden, wodurch die toxische Wirkung des Quecksilbers aufgehoben wird.
Wichtige Quecksilberantidota im Überblick
DMPS (Dimercaptopropansulfonat)
DMPS (Handelsname: Dimaval) ist das in Deutschland am häufigsten eingesetzte Antidot bei Quecksilbervergiftungen. Es kann intravenös, intramuskulär oder oral verabreicht werden und ist sowohl bei anorganischen als auch bei elementaren Quecksilbervergiftungen wirksam. DMPS erhöht die renale Quecksilberausscheidung deutlich und wird in der klinischen Toxikologie als Mittel der ersten Wahl angesehen.
DMSA (Dimercaptobernsteinsäure)
DMSA (Succimer) ist ein oraler Chelatbildner, der ebenfalls bei Quecksilber- sowie bei Blei- und Arsenvergiftungen eingesetzt wird. Es ist gut verträglich und kann ambulant angewendet werden. Bei Methylquecksilber-Vergiftungen ist die Wirksamkeit jedoch begrenzt, da Methylquecksilber die Blut-Hirn-Schranke überwindet und DMSA dies nur eingeschränkt tut.
BAL (Dimercaprol)
BAL (British Anti-Lewisite, Dimercaprol) ist eines der ältesten Antidota und wurde ursprünglich als Gegenmittel gegen den Kampfstoff Lewisit entwickelt. Es wird intramuskulär injiziert und ist bei anorganischen Quecksilbervergiftungen wirksam. Aufgrund seiner Nebenwirkungen (Schmerzen an der Injektionsstelle, Blutdruckanstieg, Übelkeit) wird es heute nur noch selten eingesetzt, wenn DMPS oder DMSA nicht verfügbar sind. Bei organischen Quecksilberverbindungen ist BAL kontraindiziert, da es die Toxizität sogar erhöhen kann.
N-Acetylcystein (NAC)
N-Acetylcystein wird gelegentlich unterstützend eingesetzt, da es als Vorläufer von Glutathion die körpereigenen Entgiftungsmechanismen stärkt. Es ist jedoch kein klassischer Chelatbildner für Quecksilber und wird hauptsächlich als ergänzende Maßnahme betrachtet.
Behandlung einer Quecksilbervergiftung
Die Behandlung umfasst folgende Schritte:
- Expositionsstopp: Entfernung der Person aus der belasteten Umgebung oder Beendigung der Quecksilberaufnahme
- Antidottherapie: Verabreichung von DMPS oder DMSA je nach Vergiftungsart und Schweregrad
- Supportive Maßnahmen: Sicherstellung der Nierenfunktion, Flüssigkeitszufuhr, ggf. Dialyse bei Nierenversagen
- Stationäre Überwachung: Bei schweren Vergiftungen ist eine intensivmedizinische Betreuung notwendig
- Regelmäßige Kontrollen: Überwachung der Quecksilberspiegel im Blut und Urin während der Therapie
Wichtige Hinweise
Die Anwendung von Quecksilberantidota sollte stets unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, da die Wahl des richtigen Antidots von der Art der Quecksilberverbindung abhängt. Bei Verdacht auf eine Quecksilbervergiftung sollte umgehend der Giftnotruf oder eine Notaufnahme kontaktiert werden. In Deutschland ist der Giftnotruf unter den jeweiligen Landesgiftzentralen (z. B. Berlin: 030 19240, Bonn: 0228 19240) erreichbar.
Quellen
- Dart, R. C. (Hrsg.) - Medical Toxicology, 3. Auflage, Lippincott Williams and Wilkins, 2004.
- Bernhoft, R. A. - Mercury Toxicity and Treatment: A Review of the Literature. Journal of Environmental and Public Health, 2012. doi:10.1155/2012/460508.
- Weltgesundheitsorganisation (WHO) - Environmental Health Criteria 101: Methylmercury. WHO, Genf, 1990. Verfügbar unter: https://www.who.int
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