Wundheilungsphase – Phasen der Wundheilung
Die Wundheilungsphase beschreibt die zeitlich gegliederten Stadien, in denen der Körper eine Wunde verschließt und regeneriert. Der Heilungsprozess umfasst Entzündung, Proliferation und Remodellierung.
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Die Wundheilungsphase beschreibt die zeitlich gegliederten Stadien, in denen der Körper eine Wunde verschließt und regeneriert. Der Heilungsprozess umfasst Entzündung, Proliferation und Remodellierung.
Was ist eine Wundheilungsphase?
Die Wundheilungsphase bezeichnet einen der zeitlich aufeinanderfolgenden Abschnitte, in denen der menschliche Körper nach einer Verletzung eine Wunde verschließt, reinigt und das Gewebe wieder aufbaut. Die Wundheilung ist ein komplexer biologischer Prozess, der durch zahlreiche Zelltypen, Wachstumsfaktoren und biochemische Signale gesteuert wird. Medizinisch wird dieser Prozess klassischerweise in drei bis vier Phasen unterteilt, die sich teilweise überlappen.
Die vier Phasen der Wundheilung
1. Hämostasephase (Blutstillungsphase)
Unmittelbar nach einer Verletzung setzt die Hämostase ein. Innerhalb von Sekunden bis Minuten ziehen sich die verletzten Blutgefäße zusammen (Vasokonstriktion), und Blutplättchen (Thrombozyten) lagern sich an der Wundstelle an. Es bildet sich ein Blutgerinnsel (Thrombus), das die Wunde vorläufig verschließt und als Matrix für nachfolgende Heilungsprozesse dient. Diese Phase dauert in der Regel nur wenige Minuten.
2. Entzündungsphase (Inflammationsphase)
Die Entzündungsphase beginnt unmittelbar nach der Verletzung und dauert in der Regel bis zum vierten Tag. Charakteristisch sind die klassischen Entzündungszeichen: Rötung, Schwellung, Wärme, Schmerz und eingeschränkte Funktion. Neutrophile Granulozyten und Makrophagen wandern in die Wunde ein, um Bakterien abzutöten, abgestorbenes Gewebe zu beseitigen und Wachstumsfaktoren freizusetzen, die die nachfolgende Heilung einleiten.
3. Proliferationsphase (Granulationsphase)
In der Proliferationsphase, die etwa vom dritten bis zum zwölften Tag andauert, beginnt der eigentliche Gewebeaufbau. Fibroblasten produzieren Kollagen, das das Wundgebiet auffüllt und stabilisiert. Neue Blutgefäße wachsen in das Wundgebiet ein (Angiogenese), und es entsteht das sogenannte Granulationsgewebe – ein rötliches, körniges Gewebe, das die Wunde von innen nach außen auffüllt. Gleichzeitig beginnen Epithelzellen, die Wundoberfläche zu bedecken (Epithelisierung).
4. Remodellierungsphase (Maturationsphase)
Die Remodellierungsphase beginnt etwa ab der zweiten Woche und kann Monate bis Jahre andauern. Das zunächst gebildete Kollagen wird umgebaut und ausgerichtet, um die mechanische Belastbarkeit des Gewebes zu verbessern. Das Narbengewebe reift, zieht sich zusammen und wird fester. Allerdings erreicht Narbengewebe nie vollständig die Reißfestigkeit von unverletzter Haut – in der Regel etwa 70–80 % der ursprünglichen Belastbarkeit.
Faktoren, die die Wundheilungsphasen beeinflussen
Verschiedene Faktoren können die einzelnen Wundheilungsphasen verzögern oder fördern:
- Ernährung: Ausreichende Zufuhr von Vitamin C, Zink und Proteinen ist essenziell für die Kollagensynthese und die Immunabwehr.
- Durchblutung: Eine schlechte periphere Durchblutung, z. B. bei Diabetes mellitus oder arterieller Verschlusskrankheit, verlangsamt die Heilung.
- Infektionen: Bakterielle Besiedlung der Wunde verlängert die Entzündungsphase und kann die Heilung erheblich stören.
- Alter: Ältere Menschen heilen langsamer, da Zellregeneration und Immunantwort nachlassen.
- Medikamente: Kortikosteroide und Immunsuppressiva können alle Phasen der Wundheilung hemmen.
- Wundpflege: Eine feuchte Wundumgebung fördert nachweislich die Epithelisierung und beschleunigt die Heilung.
Klinische Relevanz
Das Verständnis der einzelnen Wundheilungsphasen ist grundlegend für die moderne Wundversorgung. Je nach Phase werden unterschiedliche Wundauflagen und Behandlungsstrategien eingesetzt. Chronische Wunden, wie das diabetische Fußulkus oder der Dekubitus, verharren oft in der Entzündungsphase und gelangen nicht in die Proliferationsphase. Moderne Wundtherapien – darunter Vakuumversiegelungstherapie (VAC), Wachstumsfaktoren und bioaktive Verbände – zielen darauf ab, den phasenhaften Ablauf der Wundheilung zu normalisieren und zu beschleunigen.
Quellen
- Menke, N. B. et al. (2007): Impaired wound healing. In: Clinics in Dermatology, 25(1), 19–25. DOI: 10.1016/j.clindermatology.2006.12.005
- Eming, S. A., Martin, P., Tomic-Canic, M. (2014): Wound repair and regeneration: Mechanisms, signaling, and translation. In: Science Translational Medicine, 6(265). DOI: 10.1126/scitranslmed.3009337
- Deutsche Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung e. V. (DGfW): Leitlinien zur Wundversorgung. Verfügbar unter: https://www.dgfw.de
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