Wachstumshormonmangel – Ursachen, Symptome & Therapie
Wachstumshormonmangel bezeichnet eine unzureichende Produktion des Wachstumshormons (Somatotropin) durch die Hirnanhangsdrüse. Er kann Wachstumsstörungen bei Kindern und Stoffwechselprobleme bei Erwachsenen verursachen.
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Wachstumshormonmangel bezeichnet eine unzureichende Produktion des Wachstumshormons (Somatotropin) durch die Hirnanhangsdrüse. Er kann Wachstumsstörungen bei Kindern und Stoffwechselprobleme bei Erwachsenen verursachen.
Was ist Wachstumshormonmangel?
Wachstumshormonmangel (auch Somatotropinmangel oder GH-Defizienz genannt) ist eine Erkrankung, bei der die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) nicht ausreichend Wachstumshormon (Somatotropin, kurz GH) produziert. Das Wachstumshormon spielt eine zentrale Rolle für das Körperwachstum, den Stoffwechsel sowie die Zusammensetzung von Muskeln und Fettgewebe. Der Mangel kann im Kindes- oder Erwachsenenalter auftreten und unterschiedliche Auswirkungen haben.
Ursachen
Ein Wachstumshormonmangel kann verschiedene Ursachen haben:
- Angeborene Ursachen: Genetische Defekte oder Fehlbildungen der Hypophyse bzw. des Hypothalamus
- Erworbene Ursachen: Tumore der Hypophysenregion (z. B. Kraniopharyngeom), Schädelbestrahlungen, Schädel-Hirn-Traumata, Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen
- Idiopathischer Wachstumshormonmangel: In vielen Fällen, insbesondere bei Kindern, lässt sich keine eindeutige Ursache finden
- Transienter (vorübergehender) Mangel: Psychosozialer Stress oder schwere Unterernährung können die Wachstumshormonproduktion vorübergehend hemmen
Symptome
Bei Kindern
- Deutlich verlangsamtes Körperwachstum und Kleinwuchs
- Verzögertes Knochenalter
- Verzögerte Pubertätsentwicklung
- Vermehrte Fettansammlung im Bauchbereich
- Niedriger Blutzucker (Hypoglykämie), besonders bei Neugeborenen
Bei Erwachsenen
- Zunahme von Körperfett, insbesondere im Bauchbereich
- Verminderung der Muskelmasse und Muskelschwäche
- Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Verminderte Knochendichte (Osteoporose-Risiko)
- Eingeschränkte Belastbarkeit und chronische Erschöpfung
- Psychische Beschwerden wie Antriebslosigkeit und depressive Verstimmungen
Diagnose
Die Diagnose eines Wachstumshormonmangels erfordert eine Kombination aus klinischer Beurteilung, Labordiagnostik und bildgebenden Verfahren:
- Wachstumskurvenanalyse: Bei Kindern wird das Längenwachstum regelmäßig dokumentiert und mit Normkurven verglichen
- Stimulationstests: Da die Wachstumshormonausschüttung pulsatil erfolgt, sind Einzelmessungen im Blut wenig aussagekräftig. Stimulationstests (z. B. Insulin-Hypoglykämie-Test, Arginin-Test oder GHRH-Arginin-Test) provozieren die GH-Ausschüttung und messen die maximale Reaktion der Hypophyse
- IGF-1-Spiegel: Der Insulinähnliche Wachstumsfaktor 1 (IGF-1) im Blut dient als indirekter Marker für die Wachstumshormonaktivität
- Knochenalterbestimmung: Röntgenaufnahme der Hand zur Beurteilung des Skelettreifegrades bei Kindern
- MRT der Hypophyse: Bildgebung zur Beurteilung von Tumoren, Fehlbildungen oder Strukturveränderungen der Hypophyse
Behandlung
Die Standardtherapie des Wachstumshormonmangels ist die Substitution mit rekombinantem humanem Wachstumshormon (rhGH), das täglich als subkutane Injektion (unter die Haut) verabreicht wird.
Bei Kindern
Ziel der Behandlung ist die Normalisierung des Wachstums und das Erreichen einer normalen Erwachsenengröße. Die Therapie beginnt so früh wie möglich und wird in der Regel bis zum Abschluss des Körperwachstums (Schluss der Wachstumsfugen) fortgeführt.
Bei Erwachsenen
Die Behandlung zielt auf die Verbesserung der Körperzusammensetzung, der Knochendichte, der Leistungsfähigkeit und der Lebensqualität ab. Die Dosierung ist bei Erwachsenen in der Regel niedriger als bei Kindern und wird individuell angepasst.
Nebenwirkungen der Therapie
- Wassereinlagerungen (Ödeme)
- Gelenk- und Muskelschmerzen
- Kopfschmerzen
- Selten: Erhöhung des Blutzuckers
Die Therapie erfolgt unter regelmäßiger endokrinologischer Kontrolle, um Wirksamkeit und Verträglichkeit zu überwachen.
Quellen
- Mehta A, Dattani MT. Developmental disorders of the hypothalamus and pituitary gland associated with congenital hypopituitarism. Best Practice & Research Clinical Endocrinology & Metabolism. 2008;22(1):191-206.
- Growth Hormone Research Society. Consensus guidelines for the diagnosis and treatment of growth hormone (GH) deficiency in childhood and adolescence. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism. 2000;85(11):3990-3993.
- Molitch ME et al. Evaluation and Treatment of Adult Growth Hormone Deficiency: An Endocrine Society Clinical Practice Guideline. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism. 2011;96(6):1587-1609.
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