Xylanaseaktivität – Definition & Bedeutung
Die Xylanaseaktivität beschreibt die Fähigkeit des Enzyms Xylanase, Xylane abzubauen. Sie ist in Lebensmitteltechnologie und Tierernährung von Bedeutung.
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Die Xylanaseaktivität beschreibt die Fähigkeit des Enzyms Xylanase, Xylane abzubauen. Sie ist in Lebensmitteltechnologie und Tierernährung von Bedeutung.
Was ist Xylanaseaktivität?
Die Xylanaseaktivität bezeichnet das Ausmaß, in dem das Enzym Xylanase in der Lage ist, Xylane zu spalten. Xylane sind pflanzliche Polysaccharide, also komplexe Kohlenhydrate, die in der Zellwand von Pflanzen vorkommen. Xylanase gehört zur Gruppe der Hydrolasen und katalysiert die hydrolytische Spaltung der glykosidischen Bindungen im Xylan-Rückgrat.
Die Aktivität dieses Enzyms wird üblicherweise in internationalen Einheiten gemessen, wobei eine Einheit (IU) der Menge an Enzym entspricht, die unter definierten Bedingungen eine bestimmte Menge Xylose pro Minute freisetzt. Die Bestimmung der Xylanaseaktivität erfolgt häufig mithilfe standardisierter Substratassays, zum Beispiel mit Birkenholz-Xylan als Substrat.
Vorkommen und Herkunft von Xylanase
Xylanase kommt natürlicherweise in einer Vielzahl von Organismen vor:
- Mikroorganismen: Bakterien (z. B. Bacillus-Arten) und Pilze (z. B. Aspergillus niger, Trichoderma reesei) produzieren Xylanase in großen Mengen.
- Pflanzen: Einige Pflanzen bilden Xylanase während der Keimung oder des Wachstums.
- Tierischer Verdauungstrakt: Mikroorganismen im Darm von Wiederkäuern und anderen Pflanzenfressern produzieren Xylanase als Teil der Verdauungsenzyme.
Bedeutung in der Lebensmittelindustrie
In der Lebensmitteltechnologie spielt die Xylanaseaktivität eine wichtige Rolle. Insbesondere in der Bäckerei wird Xylanase als Backenzym eingesetzt, um die Teigverarbeitung zu verbessern und die Brotqualität zu steigern. Durch den Abbau von Arabinoxylanen im Weizenmehl wird die Teigkonsistenz optimiert, das Volumen des Gebäcks erhöht und die Frischhaltung verbessert.
Auch in der Papier- und Zellstoffindustrie sowie bei der Herstellung von Bioethanol ist die Xylanaseaktivität relevant, da Xylane als Hauptbestandteil von Hemizellulose in lignozellulosehaltigen Rohstoffen vorkommen.
Bedeutung in der Tierernährung
In der Tierernährung werden Xylanase-Präparate als Futtermittelzusatzstoffe eingesetzt, insbesondere bei Geflügel und Schweinen. Getreidebasierte Futtermittel enthalten antinutritive Xylane, die die Verdaulichkeit von Nährstoffen verringern. Durch den Einsatz von Xylanase mit ausreichender Aktivität werden diese Polysaccharide abgebaut, die Viskosität im Darminhalt reduziert und die Nährstoffverfügbarkeit verbessert.
Messung der Xylanaseaktivität
Die Bestimmung der Xylanaseaktivität erfolgt in der Regel durch enzymatische Assays:
- DNS-Methode (Dinitrosalicylsäure-Methode): Dabei werden reduzierende Zucker, die durch den Xylanabbau entstehen, colorimetrisch gemessen.
- HPLC-Analyse: Hochleistungsflüssigchromatographie zur genauen Quantifizierung der freigesetzten Xylose-Einheiten.
- Standardisierte Protokolle: Die IUPAC- und TAPPI-Normen definieren Standardmethoden zur vergleichbaren Messung der Enzymaktivität.
Einflussfaktoren auf die Xylanaseaktivität
Die Aktivität der Xylanase wird von mehreren Faktoren beeinflusst:
- pH-Wert: Die meisten Xylanase-Enzyme weisen ein pH-Optimum im sauren bis neutralen Bereich auf (pH 4,5 bis 7,0).
- Temperatur: Das Temperaturoptimum liegt je nach Enzymherkunft zwischen 40 °C und 60 °C. Thermostabile Varianten sind für industrielle Anwendungen besonders gefragt.
- Substratkonzentration: Eine höhere Konzentration an Xylan führt bis zu einem Sättigungsbereich zu einer gesteigerten Reaktionsgeschwindigkeit.
- Inhibitoren: Bestimmte Metallionen oder Oxidationsmittel können die Enzymaktivität hemmen.
Quellen
- Polizeli, M. L. T. M. et al. (2005): Xylanases from fungi: properties and industrial applications. Applied Microbiology and Biotechnology, 67(5), 577–591.
- Collins, T., Gerday, C., Feller, G. (2005): Xylanases, xylanase families and extremophilic xylanases. FEMS Microbiology Reviews, 29(1), 3–23.
- Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA): Gutachten zu Xylanase-Präparaten als Futtermittelzusatzstoffe. EFSA Journal, verfügbar unter: www.efsa.europa.eu
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