Viszerale Osteopathie – Organe sanft behandeln
Viszerale Osteopathie ist ein Bereich der Osteopathie, der sich mit der Behandlung der inneren Organe befasst. Durch sanfte manuelle Techniken werden Beweglichkeit und Funktion der Organe verbessert.
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Viszerale Osteopathie ist ein Bereich der Osteopathie, der sich mit der Behandlung der inneren Organe befasst. Durch sanfte manuelle Techniken werden Beweglichkeit und Funktion der Organe verbessert.
Was ist Viszerale Osteopathie?
Die viszerale Osteopathie ist ein spezialisierter Teilbereich der Osteopathie, der sich auf die Diagnose und Behandlung von Funktionsstörungen der inneren Organe (Viszera) konzentriert. Das lateinische Wort viscera bedeutet Eingeweide oder innere Organe. Osteopathische Therapeuten, die in diesem Bereich ausgebildet sind, arbeiten mit sanften, gezielten Handgriffen an Organen wie Leber, Magen, Darm, Niere, Lunge, Herz und den weiblichen oder männlichen Reproduktionsorganen.
Die Grundannahme der viszeralen Osteopathie ist, dass jedes Organ eine natürliche Eigenbewegung besitzt und in einem bestimmten Raum innerhalb des Körpers aufgehängt ist. Faszien, Bänder und bindegewebige Strukturen halten die Organe in ihrer physiologischen Position und ermöglichen ihre Beweglichkeit. Störungen dieser Mobilität – etwa durch Narbengewebe, Entzündungen, Stress oder Fehlhaltungen – können laut osteopathischer Theorie zu Funktionsstörungen führen, die sich auch in anderen Körperbereichen bemerkbar machen.
Grundprinzipien der Viszeralen Osteopathie
Die viszerale Osteopathie basiert auf drei grundlegenden Konzepten der Organkinetik:
- Mobilität: Die Fähigkeit eines Organs, sich aktiv oder passiv entlang seiner anatomischen Achsen zu bewegen, z. B. bei der Atmung.
- Motilität: Eine eigenständige, rhythmische Eigenbewegung der Organe, die unabhängig von Atmung und Herzschlag wahrgenommen wird. Diese wird in der Osteopathie als intrinsische Lebensenergie des Gewebes interpretiert.
- Tonus der Faszien und Aufhängebänder: Die bindegewebigen Strukturen rund um die Organe spielen eine entscheidende Rolle für deren Position und Funktion.
Anwendungsgebiete
Viszerale Osteopathie wird bei einer Vielzahl von Beschwerden ergänzend eingesetzt. Typische Anwendungsgebiete sind:
- Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Verstopfung, Reizdarmsyndrom oder Reflux
- Schmerzen im Rücken, Becken oder Bauchraum
- Beschwerden nach Operationen oder Narbenbildung im Bauchraum
- Gynäkologische Beschwerden wie Menstruationsschmerzen oder Zyklusstörungen
- Harnwegs- oder Blasenprobleme
- Atemwegserkrankungen und Zwerchfelldysfunktionen
- Stressbedingter Funktionsstörungen des vegetativen Nervensystems
Ablauf einer Behandlung
Eine viszeralosteopathische Behandlung beginnt immer mit einer ausführlichen Anamnese, bei der der Therapeut die Beschwerden, Vorerkrankungen, Operationen und den allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten erfragt. Anschließend erfolgt eine manuelle Untersuchung des Bauchraums und der angrenzenden Strukturen.
Der Therapeut tastet gezielt nach Spannungen, Adhäsionen oder eingeschränkten Beweglichkeiten der Organe und behandelt diese mit feinen, langsamen Druckbewegungen, Zug- oder Rotationstechniken. Die Behandlung ist in der Regel sanft und für den Patienten kaum schmerzhaft. Eine Sitzung dauert üblicherweise zwischen 30 und 60 Minuten.
Wissenschaftliche Evidenz
Die viszerale Osteopathie ist ein komplementärmedizinisches Verfahren. Einige klinische Studien zeigen positive Effekte bei bestimmten Beschwerdebildern, wie dem Reizdarmsyndrom oder chronischen Rückenschmerzen. Die wissenschaftliche Datenlage ist jedoch insgesamt noch begrenzt, und weitere hochwertige Studien sind erforderlich, um die Wirksamkeit umfassend zu belegen. Die Methode sollte stets als Ergänzung zu schulmedizinischen Diagnose- und Behandlungswegen betrachtet werden, nicht als Ersatz.
Sicherheit und Kontraindikationen
Viszerale Osteopathie gilt bei sachkundiger Anwendung als sicher. Es bestehen jedoch Kontraindikationen, bei denen die Behandlung nicht oder nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden sollte:
- Akute entzündliche Erkrankungen der Bauchorgane (z. B. Appendizitis, Pankreatitis)
- Tumorerkrankungen im Behandlungsbereich
- Akute innere Blutungen oder vaskuläre Erkrankungen
- Schwangerschaft (insbesondere im ersten Trimester und ohne spezielle Ausbildung des Therapeuten)
- Frisch operierte Patienten
Patienten sollten ihren behandelnden Arzt informieren, wenn sie osteopathische Behandlungen in Anspruch nehmen, um eine optimale und sichere Versorgung zu gewährleisten.
Quellen
- Barral, J.-P. & Mercier, P. (2005). Viszerale Manipulation. Urban & Fischer Verlag, München.
- Franke, H. et al. (2014). Osteopathic manipulative treatment for nonspecific low back pain: a systematic review and meta-analysis. Journal of Osteopathic Medicine, 114(4), 243-255.
- Bundesverband Osteopathie e.V. (BVO) – Informationen zur viszeralen Osteopathie. Verfügbar unter: www.osteopathie.de
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