Ulnokarpal – Anatomie, Erkrankungen & Behandlung
Ulnokarpal beschreibt die anatomische Region und Gelenkverbindung zwischen der Elle (Ulna) und den Handwurzelknochen (Karpus) am Handgelenk.
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Ulnokarpal beschreibt die anatomische Region und Gelenkverbindung zwischen der Elle (Ulna) und den Handwurzelknochen (Karpus) am Handgelenk.
Was bedeutet ulnokarpal?
Der Begriff ulnokarpal setzt sich aus den lateinischen Wörtern ulna (Elle) und carpus (Handwurzel) zusammen. Er beschreibt die anatomische Beziehung sowie die Gelenk- und Weichteilstrukturen zwischen dem ulnarseitigen (kleinfingerseitigen) Unterarmknochen und den angrenzenden Handwurzelknochen. Die ulnokarpale Region ist ein wesentlicher Bestandteil des Handgelenks und spielt eine zentrale Rolle bei Dreh-, Beuge- und Streckbewegungen der Hand.
Anatomie der ulnokarpalen Region
Die ulnokarpale Region umfasst mehrere wichtige Strukturen:
- Distales Radioulnargelenk (DRUG): Verbindung zwischen Speiche (Radius) und Elle (Ulna) am Handgelenk.
- Triangularer fibrokartilaginärer Komplex (TFCC): Eine Gruppe aus Knorpel- und Bandstrukturen, die das ulnokarpale Gelenk stabilisieren und als Puffer zwischen Elle und Handwurzel dienen.
- Ulnokarpale Bänder: Speziell das ulnolunäre und das ulnotriquetrale Band verbinden die Elle mit den Handwurzelknochen Os lunatum und Os triquetrum.
- Os lunatum und Os triquetrum: Die beiden Handwurzelknochen, die direkt an die ulnare Seite des Handgelenks angrenzen.
Klinische Bedeutung
Beschwerden im ulnokarpalen Bereich sind häufig und können durch Verletzungen, degenerative Veränderungen oder angeborene Varianten entstehen. Eine besondere klinische Relevanz haben folgende Erkrankungen und Zustände:
Ulnares Impingement-Syndrom (Ulnokarpal-Impingement)
Beim ulnokarpalen Impingement-Syndrom kommt es zu einem mechanischen Aufeinandertreffen von Elle und Handwurzelknochen. Dies geschieht häufig, wenn die Elle im Verhältnis zur Speiche zu lang ist (sogenannte Ulna-plus-Variante). Betroffene klagen über Schmerzen auf der Kleinfingerseite des Handgelenks, die bei Dreh- und Greifbewegungen zunehmen.
TFCC-Läsionen
Verletzungen des triangulären fibrokartilaginären Komplexes (TFCC) sind eine häufige Ursache für ulnokarpale Schmerzen. Sie entstehen oft durch Stürze auf die ausgestreckte Hand, Verdrehungen des Handgelenks oder repetitive Belastungen. Symptome sind Schmerzen, Schwäche und ein Knackgefühl auf der Ulnarseite.
Ulnokarpale Arthrose
Im Rahmen von degenerativen Gelenkveränderungen kann auch die ulnokarpale Region von Arthrose betroffen sein. Dabei kommt es zu einem Abbau des Gelenkknorpels, verbunden mit Schmerzen, Steifigkeit und eingeschränkter Beweglichkeit.
Symptome ulnokarpaler Erkrankungen
Typische Beschwerden, die auf eine Störung im ulnokarpalen Bereich hinweisen können, sind:
- Schmerzen auf der Kleinfingerseite (ulnar) des Handgelenks
- Schmerzen bei Pro- und Supinationsbewegungen (Ein- und Auswärtsdrehen des Unterarms)
- Schwellung und Druckempfindlichkeit über dem ulnokarpalen Gelenk
- Kraftverlust beim Greifen
- Knacken oder Reiben im Handgelenk
Diagnose
Die Diagnose ulnokarpaler Erkrankungen erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren:
- Klinische Tests: Der Ulnokarpal-Stress-Test (Ulnar-Grind-Test) provoziert durch axialen Druck und Rotation Schmerzen in der ulnokarpalen Region und gibt Hinweise auf Pathologien.
- Röntgenaufnahme: Zur Beurteilung der Knochenstrukturen und der Ulnavarianz (Längenverhältnis von Elle und Speiche).
- MRT (Magnetresonanztomographie): Goldstandard zur Darstellung von Weichteilstrukturen, insbesondere des TFCC.
- Arthroskopie: Minimalinvasive Kameradiagnostik, die gleichzeitig therapeutische Eingriffe ermöglicht.
Behandlung
Konservative Therapie
Bei leichteren Beschwerden stehen zunächst nicht-operative Maßnahmen im Vordergrund:
- Ruhigstellung mit Schiene oder Orthese
- Physiotherapie und gezielte Kräftigungsübungen
- Entzündungshemmende Medikamente (NSAIDs)
- Kortikosteroid-Infiltrationen zur lokalen Schmerzlinderung
Operative Therapie
Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen, kommen operative Verfahren in Betracht:
- Ulnaverkürzungsosteotomie: Bei Ulna-plus-Variante wird die Elle operativ verkürzt, um den mechanischen Druck auf die Handwurzelknochen zu reduzieren.
- TFCC-Rekonstruktion: Arthroskopische oder offene Reparatur des gerissenen Faserknorpelkomplexes.
- Handgelenksarthroskopie: Minimalinvasive Therapie bei TFCC-Läsionen und anderen ulnokarpalen Pathologien.
Quellen
- Berger RA, Weiss AP (Hrsg.): Hand Surgery. Lippincott Williams and Wilkins, Philadelphia, 2004.
- Schmitt R, Lanz U (Hrsg.): Bildgebende Diagnostik der Hand. Thieme Verlag, Stuttgart, 2014.
- Atzei A, Luchetti R: Foveal TFCC tear classification and treatment. In: Hand Clinics, 27(3):263-272, 2011. PubMed PMID: 21641977.
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