Wundentzündungsphase – Ablauf und Bedeutung
Die Wundentzündungsphase ist die erste Phase der Wundheilung, in der das Immunsystem die Wunde reinigt und auf Keime reagiert. Sie dauert in der Regel 1–4 Tage.
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Die Wundentzündungsphase ist die erste Phase der Wundheilung, in der das Immunsystem die Wunde reinigt und auf Keime reagiert. Sie dauert in der Regel 1–4 Tage.
Was ist die Wundentzündungsphase?
Die Wundentzündungsphase (auch Inflammationsphase oder exsudative Phase genannt) ist die erste von drei klassischen Phasen der Wundheilung. Sie beginnt unmittelbar nach einer Verletzung und dauert in der Regel zwischen einem und vier Tagen. In dieser Phase bereitet der Körper die Wunde auf die spätere Gewebereparatur vor, indem er Krankheitserreger, Zelltrümmer und Fremdkörper beseitigt.
Ablauf der Wundentzündungsphase
Direkt nach einer Verletzung setzt eine koordinierte biologische Reaktion ein, die in mehreren Schritten abläuft:
1. Hämostase (Blutstillung)
Unmittelbar nach der Verletzung ziehen sich die Blutgefäße zusammen (Vasokonstriktion), um den Blutverlust zu minimieren. Anschließend bildet sich ein Blutgerinnsel aus Thrombozyten (Blutplättchen) und Fibrin, das die Wunde vorübergehend verschließt und als Grundlage für die weiteren Heilungsprozesse dient.
2. Gefäßerweiterung und Einwanderung von Immunzellen
Nach der Blutstillung erweitern sich die Blutgefäße wieder (Vasodilatation). Entzündungsmediatoren wie Histamin, Prostaglandine und Zytokine werden freigesetzt. Diese Botenstoffe locken Immunzellen an die Wundstelle: Zunächst wandern neutrophile Granulozyten ein, gefolgt von Makrophagen. Diese Zellen phagozytieren (fressen) Bakterien, abgestorbenes Gewebe und Fremdkörper und bereiten so das Wundbett für die folgende Proliferationsphase vor.
3. Typische Entzündungszeichen
Die klassischen Zeichen einer lokalen Entzündung sind in dieser Phase gut sichtbar:
- Rötung (Rubor) – durch die verstärkte Durchblutung
- Wärme (Calor) – durch gesteigerten Stoffwechsel und Durchblutung
- Schwellung (Tumor) – durch Gewebeflüssigkeit (Exsudat)
- Schmerz (Dolor) – durch Reizung von Nervenenden durch Entzündungsmediatoren
- Funktionseinschränkung (Functio laesa) – als Schutzreaktion des Körpers
Bedeutung der Wundentzündungsphase
Die Entzündungsphase ist für eine erfolgreiche Wundheilung unverzichtbar. Sie reinigt das Wundbett und setzt Wachstumsfaktoren frei, die das neue Gewebe aufbauen. Eine zu kurze oder unterdrückte Entzündungsreaktion kann zu unvollständiger Heilung führen; eine zu lange oder überschießende Reaktion hingegen kann die Wundheilung verzögern und zu chronischen Wunden führen.
Störungen der Wundentzündungsphase
Verschiedene Faktoren können den normalen Ablauf der Entzündungsphase beeinträchtigen:
- Diabetes mellitus: Gestörte Immunzellaktivität und verminderte Durchblutung
- Immunsuppression: Medikamente (z.B. Kortikosteroide) oder Erkrankungen schwächen die Immunabwehr
- Mangelernährung: Fehlen wichtiger Nährstoffe wie Zink, Vitamin C und Protein
- Infektion: Übermäßige Keimbelastung verlängert die Entzündungsphase und verhindert die Geweberegeneration
- Hohes Alter: Verlangsamte Immunreaktionen verzögern den Heilungsverlauf
Übergang zur nächsten Heilungsphase
Nach der Wundentzündungsphase folgt die Proliferationsphase (Granulationsphase), in der neues Gewebe gebildet wird. Abgeschlossen wird die Wundheilung durch die Remodellierungsphase, in der das neu gebildete Gewebe stabilisiert und organisiert wird. Ein reibungsloser Übergang zwischen diesen Phasen ist entscheidend für eine vollständige und komplikationsfreie Heilung.
Quellen
- Dissemond, J. et al. – Moderne Wundversorgung. Springer Medizin Verlag, 2018.
- Mustoe, T.A. et al. – Chronic wound pathogenesis and current treatment strategies. Plastic and Reconstructive Surgery, 2006. PubMed PMID: 16799372.
- World Health Organization (WHO) – Wound and Lymphoedema Management. WHO Press, 2010. Verfügbar unter: https://www.who.int
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