Xerodermiepflege: Tipps bei trockener Haut
Xerodermiepflege bezeichnet die gezielte Hautpflege bei Xerodermie (krankhaft trockener Haut). Feuchtigkeitsspendende Cremes und rückfettende Lotionen helfen, die Hautbarriere zu stärken.
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Xerodermiepflege bezeichnet die gezielte Hautpflege bei Xerodermie (krankhaft trockener Haut). Feuchtigkeitsspendende Cremes und rückfettende Lotionen helfen, die Hautbarriere zu stärken.
Was ist Xerodermiepflege?
Xerodermiepflege bezeichnet alle Maßnahmen zur Pflege und Behandlung von Xerodermie – einer medizinisch relevanten, krankhaft trockenen Haut. Bei Xerodermie produziert die Haut zu wenig Talg und Feuchtigkeit, wodurch die natürliche Schutzbarriere gestört wird. Die Haut fühlt sich rau, schuppig und spröde an und kann jucken oder reißen. Eine konsequente Pflegeroutine ist essenziell, um Beschwerden zu lindern und Komplikationen wie Entzündungen oder Infektionen zu vermeiden.
Ursachen von Xerodermie
Xerodermie kann verschiedene Ursachen haben, die bei der Wahl der richtigen Pflegeprodukte berücksichtigt werden sollten:
- Genetische Veranlagung: Familiäre Neigung zu trockener Haut oder Hauterkrankungen wie Ichthyosis oder Neurodermitis
- Alterungsprozess: Im Alter nimmt die Talgproduktion natürlich ab, was die Haut trockener macht
- Umweltfaktoren: Kalte Luft, niedrige Luftfeuchtigkeit, übermäßige UV-Strahlung oder Heizungsluft im Winter
- Falsche Pflegeprodukte: Aggressive Seifen, Duftstoffe oder Alkohol in Hautpflegeprodukten können die Haut austrocknen
- Systemische Erkrankungen: Diabetes mellitus, Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder Nierenerkrankungen können mit Xerodermie einhergehen
- Medikamente: Bestimmte Arzneimittel wie Diuretika oder Retinoide können die Haut austrocknen
Symptome der Xerodermie
Die Symptome von Xerodermie variieren je nach Schweregrad und betroffenem Hautareal:
- Raue, schuppige oder schuppige Hautstellen
- Spannungsgefühl, besonders nach dem Waschen oder Duschen
- Juckreiz (Pruritus), der sich besonders nachts verstärken kann
- Feine Risse oder Einrisse in der Haut (Rhagaden), insbesondere an Händen und Fersen
- Rötungen und Entzündungszeichen bei starker Ausprägung
Grundprinzipien der Xerodermiepflege
Die Pflege trockener Haut basiert auf drei wesentlichen Säulen: Reinigung, Feuchtigkeit und Schutz. Dabei gilt: Je trockener die Haut, desto intensiver und regelmäßiger sollte gepflegt werden.
Reinigung
Die Haut sollte mit milden, rückfettenden und seifenfreien Reinigungsprodukten gewaschen werden. Der optimale pH-Wert von Reinigungsprodukten für trockene Haut liegt zwischen 5,5 und 6,5, um den natürlichen Säureschutzmantel der Haut nicht zu stören. Dusch- und Badetemperatur sollte lauwarm (nicht zu heiß) sein, da heißes Wasser die Haut zusätzlich austrocknet. Nach dem Waschen die Haut sanft abtupfen – nicht reiben.
Feuchtigkeit und Rückfettung
Feuchtigkeitsspendende und rückfettende Produkte sind das Herzstück der Xerodermiepflege. Wichtige Inhaltsstoffe sind:
- Harnstoff (Urea): In Konzentrationen von 5–10 % bindet Urea Feuchtigkeit in der Haut und fördert die Schuppenabstoßung. Ab 10 % wirkt es zusätzlich keratolytisch (hautweichend)
- Glycerin: Zieht Wasser aus der Umgebung in die Haut und wirkt feuchtigkeitsbindend
- Hyaluronsäure: Bindet ein Vielfaches ihres Eigengewichts an Wasser und polstert die Haut auf
- Ceramide: Bausteine der natürlichen Hautbarriere, die bei trockener Haut häufig vermindert sind
- Sheabutter, Jojobaöl, Mandelöl: Natürliche Öle und Fette, die die Haut intensiv rückfetten
- Panthenol (Provitamin B5): Fördert die Hautregeneration und hat beruhigende Eigenschaften
Cremes und Salben sollten idealerweise direkt nach dem Duschen oder Waschen aufgetragen werden, solange die Haut noch leicht feucht ist, um die Feuchtigkeit einzuschließen (Feucht-in-Feucht-Methode).
Schutz
Um die Haut vor weiteren Schäden zu schützen, empfehlen sich folgende Maßnahmen:
- Verwendung von Handschuhen bei Haus- und Gartenarbeit sowie bei Kälte
- Sonnenschutz (LSF 30 oder höher) bei Sonnenexposition, da trockene Haut besonders UV-empfindlich ist
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mindestens 1,5–2 Liter Wasser täglich)
- Ausgewogene Ernährung mit essenziellen Fettsäuren (Omega-3 und Omega-6) und Vitaminen (A, C, E)
- Luftbefeuchter in Innenräumen, besonders in der Heizperiode
Produktauswahl bei Xerodermie
Je nach Schweregrad der Xerodermie werden unterschiedliche Produkttexturenempfohlen:
- Leichte Xerodermie: Leichte Lotionen oder Milch mit Glycerin und Panthenol
- Mittelschwere Xerodermie: Reichhaltige Cremes mit Urea (5–10 %), Ceramiden oder Sheabutter
- Schwere Xerodermie: Fettige Salben, Ölbäder oder Arztrezepturen mit höheren Urea-Konzentrationen (bis 20 %)
Produkte sollten frei von Duftstoffen, Alkohol und aggressiven Konservierungsmitteln sein, da diese die Haut zusätzlich reizen können. Besonders empfindliche Haut profitiert von dermatologisch getesteten und hypoallergenen Formulierungen.
Xerodermiepflege in besonderen Lebenssituationen
Pflege bei Kindern und Säuglingen
Bei Säuglingen und Kleinkindern ist die Haut noch deutlich empfindlicher. Es sollten ausschließlich für Kinder geeignete, parfümfreie Pflegeprodukte verwendet werden. Bei anhaltend trockener Haut im Kindesalter sollte ein Kinderarzt oder Dermatologe aufgesucht werden, um Erkrankungen wie Neurodermitis (atopisches Ekzem) auszuschließen.
Pflege im Alter
Im Alter nimmt die Talgproduktion und Hautdurchblutung ab, weshalb ältere Menschen besonders häufig von Xerodermie betroffen sind. Intensive, rückfettende Produkte mit Urea und Ceramiden sind hier besonders empfehlenswert. Auch die regelmäßige Überprüfung von Medikamenten auf hautzehrende Nebenwirkungen ist wichtig.
Pflege bei Diabetes
Menschen mit Diabetes mellitus haben ein erhöhtes Risiko für Xerodermie, da die Erkrankung die Talgdrüsen und Schweißdrüsen beeinflussen kann. Besonderes Augenmerk gilt hier der Fußpflege, da trockene, rissige Haut am Fuß ein Einfallstor für Infektionen sein kann (diabetisches Fußsyndrom).
Wann zum Arzt?
In folgenden Situationen sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen:
- Wenn die Hautpflege trotz konsequenter Anwendung keine Besserung bringt
- Bei starken Entzündungen, Nässen oder blutenden Rhagaden
- Bei plötzlich auftretender, starker Xerodermie ohne erkennbaren Grund (möglicher Hinweis auf systemische Erkrankung)
- Bei Verdacht auf eine Hauterkrankung wie Psoriasis, Ichthyosis oder atopisches Ekzem
Quellen
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG): Leitlinie zur Basistherapie bei trockener Haut, 2021.
- Proksch E, Lachapelle JM. The management of dry skin with topical emollients. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology. 2005;19(3):285-294.
- World Health Organization (WHO): Skin conditions overview – Dry skin and dermatological care. WHO Publications, Genf.
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