Cholesterinsenker: Wirkung, Arten & Nebenwirkungen
Cholesterinsenker sind Medikamente, die erhöhte Blutfettwerte reduzieren und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall senken.
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Cholesterinsenker sind Medikamente, die erhöhte Blutfettwerte reduzieren und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall senken.
Was sind Cholesterinsenker?
Cholesterinsenker sind Medikamente, die eingesetzt werden, um erhöhte Cholesterinwerte im Blut zu senken. Ein dauerhaft erhöhter Cholesterinspiegel – insbesondere ein hoher LDL-Cholesterin-Wert (sogenanntes schlechtes Cholesterin) – gilt als bedeutender Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, koronare Herzkrankheit und Schlaganfall. Cholesterinsenker werden häufig ergänzend zu einer gesunden Ernährung und einem aktiven Lebensstil verordnet.
Arten von Cholesterinsenkern
Es gibt verschiedene Klassen von cholesterinsenkenden Medikamenten, die sich in ihrem Wirkmechanismus und ihrer Anwendung unterscheiden:
- Statine (z. B. Atorvastatin, Simvastatin, Rosuvastatin): Die am häufigsten verschriebene Klasse. Sie hemmen das Enzym HMG-CoA-Reduktase, das für die körpereigene Cholesterinproduktion in der Leber verantwortlich ist.
- Ezetimib: Hemmt die Aufnahme von Cholesterin im Dünndarm und wird oft in Kombination mit Statinen eingesetzt.
- PCSK9-Inhibitoren (z. B. Evolocumab, Alirocumab): Modernere Antikörper-Medikamente, die das LDL-Cholesterin sehr effektiv senken und bei Patienten mit hohem Risiko oder Statin-Unverträglichkeit angewendet werden.
- Fibrate (z. B. Fenofibrat): Senken vor allem erhöhte Triglyzeridwerte und erhöhen das HDL-Cholesterin (gutes Cholesterin).
- Gallensäurebinder (Ionenaustauscherharze, z. B. Colestyramin): Binden Gallensäuren im Darm, wodurch die Leber mehr Cholesterin verbraucht.
- Nikotinsäure: Senkt LDL und Triglyzeride, wird jedoch aufgrund von Nebenwirkungen heute seltener eingesetzt.
Wirkmechanismus
Der bekannteste und am häufigsten verwendete Wirkmechanismus ist der der Statine: Sie hemmen das Schlüsselenzym HMG-CoA-Reduktase in der Leber, das für die Biosynthese von Cholesterin notwendig ist. Dadurch wird weniger körpereigenes Cholesterin produziert, und die Leber nimmt vermehrt LDL-Cholesterin aus dem Blut auf. Dies führt zu einer deutlichen Senkung des LDL-Spiegels im Blut – in der Regel um 30 bis 50 Prozent.
Indikationen
Cholesterinsenker werden in folgenden Situationen verordnet:
- Primärprävention: bei Personen mit erhöhtem Herzinfarkt- oder Schlaganfallrisiko ohne bisherige Herz-Kreislauf-Erkrankung
- Sekundärprävention: nach einem bereits stattgehabten Herzinfarkt, Schlaganfall oder bei koronarer Herzkrankheit
- Familiäre Hypercholesterinämie: genetisch bedingte, schwere Erhöhung des LDL-Cholesterins
- Erhöhte Triglyzeridwerte (Hypertriglyzeridämie), je nach Wirkstoffklasse
Dosierung und Anwendung
Die Dosierung von Cholesterinsenkern richtet sich nach dem individuellen Risikoprofil des Patienten, dem Ausgangswert des Cholesterins und dem angestrebten Zielwert. Statine werden in der Regel einmal täglich eingenommen, oft abends, da die körpereigene Cholesterinproduktion nachts am höchsten ist. Die Therapie ist meist langfristig angelegt und sollte nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt werden.
Nebenwirkungen
Cholesterinsenker sind im Allgemeinen gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
- Muskelschmerzen und -schwäche (Myopathie): die häufigste Nebenwirkung bei Statinen
- Erhöhte Leberwerte (selten)
- Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Blähungen oder Durchfall
- In seltenen Fällen: schwerwiegende Muskelerkrankung (Rhabdomyolyse) bei Statinen
- Bei PCSK9-Inhibitoren: Reaktionen an der Injektionsstelle
Patienten sollten bei anhaltenden Muskelschmerzen oder anderen ungewöhnlichen Symptomen umgehend einen Arzt aufsuchen.
Wechselwirkungen
Einige Cholesterinsenker, insbesondere Statine, können Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten aufweisen. Bekannte Wechselwirkungen bestehen unter anderem mit bestimmten Antibiotika, Antimykotika, Immunsuppressiva und Grapefruitsaft, der den Abbau von Statinen in der Leber hemmen kann. Eine vollständige Medikamentenliste sollte stets mit dem behandelnden Arzt oder Apotheker besprochen werden.
Quellen
- Mach F et al. - 2019 ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias. European Heart Journal, 2020; 41(1):111-188.
- Kasper DL et al. - Harrison's Principles of Internal Medicine, 20. Auflage, McGraw-Hill, 2018.
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) - Informationen zu Statinen und Lipidsenkern. Verfügbar unter: www.bfarm.de
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