Wasserhaushaltsstörung – Ursachen, Symptome & Therapie
Eine Wasserhaushaltsstörung bezeichnet ein Ungleichgewicht im Flüssigkeitshaushalt des Körpers. Sie kann zu Austrocknung oder Wassereinlagerungen führen und erfordert ärztliche Abklärung.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Wasserhaushaltsstörung"
Eine Wasserhaushaltsstörung bezeichnet ein Ungleichgewicht im Flüssigkeitshaushalt des Körpers. Sie kann zu Austrocknung oder Wassereinlagerungen führen und erfordert ärztliche Abklärung.
Was ist eine Wasserhaushaltsstörung?
Der menschliche Körper besteht zu einem großen Teil aus Wasser – beim Erwachsenen liegt der Anteil je nach Alter und Körperzusammensetzung zwischen 50 und 70 Prozent. Damit alle Organe und Körperfunktionen optimal arbeiten können, muss der Flüssigkeitshaushalt präzise reguliert sein. Eine Wasserhaushaltsstörung liegt vor, wenn dieses Gleichgewicht zwischen Wasseraufnahme und Wasserabgabe gestört ist. Je nach Art der Störung kommt es entweder zu einem Flüssigkeitsmangel (Dehydratation) oder zu einem Flüssigkeitsüberschuss (Hyperhydratation). Beide Zustände können lebensbedrohlich werden, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden.
Ursachen
Wasserhaushaltsstörungen entstehen durch eine Vielzahl von Ursachen, die sowohl die Flüssigkeitsaufnahme als auch die Flüssigkeitsabgabe betreffen können.
Ursachen eines Flüssigkeitsmangels (Dehydratation)
- Unzureichende Flüssigkeitsaufnahme, z. B. bei älteren Menschen oder Bewusstseinsstörungen
- Starkes Schwitzen bei Hitze oder körperlicher Belastung
- Anhaltender Durchfall oder Erbrechen
- Übermäßige Harnausscheidung, z. B. bei Diabetes insipidus oder unkontrolliertem Diabetes mellitus
- Starker Blutverlust
- Fieber und damit verbundener erhöhter Flüssigkeitsbedarf
Ursachen eines Flüssigkeitsüberschusses (Hyperhydratation)
- Herzinsuffizienz (Herzschwäche) mit verminderter Pumpleistung
- Niereninsuffizienz mit eingeschränkter Ausscheidungsfähigkeit
- Lebererkrankungen wie Leberzirrhose
- Hormonelle Störungen, z. B. erhöhte Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (ADH)
- Übermäßige Flüssigkeitszufuhr, insbesondere bei intravenösen Infusionen
Symptome
Die Symptome einer Wasserhaushaltsstörung hängen davon ab, ob ein Mangel oder ein Überschuss an Flüssigkeit vorliegt.
Symptome der Dehydratation
- Trockenheit von Mund, Haut und Schleimhäuten
- Dunkler, konzentrierter Urin
- Schwindel und Kopfschmerzen
- Müdigkeit und Konzentrationsstörungen
- Niedriger Blutdruck und erhöhter Puls
- In schweren Fällen: Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit und Kreislaufversagen
Symptome der Hyperhydratation
- Wassereinlagerungen (Ödeme), vor allem in Beinen, Knöcheln und im Bauchraum
- Atemnot, besonders im Liegen
- Gewichtszunahme innerhalb kurzer Zeit
- Bluthochdruck
- In schweren Fällen: Lungenödem (Wasser in der Lunge) mit akuter Atemnot
Diagnose
Die Diagnose einer Wasserhaushaltsstörung erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und Labordiagnostik.
- Blutuntersuchung: Bestimmung von Elektrolyten (Natrium, Kalium, Chlorid), Nierenwerten (Kreatinin, Harnstoff) sowie Osmolalität des Blutes
- Urinuntersuchung: Analyse von Urindichte und Osmolalität sowie Elektrolytausscheidung
- Körpergewicht: Kurzfristige Gewichtsveränderungen geben Hinweise auf Flüssigkeitsverschiebungen
- Bildgebung: Ultraschall oder Röntgen können bei Verdacht auf Ödeme oder Lungenödem eingesetzt werden
- Klinische Zeichen: Hautturgor, Schleimhäute, Blutdruck und Herzfrequenz liefern erste Hinweise
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache und der Art der Störung.
Behandlung der Dehydratation
- Gezielte Flüssigkeitszufuhr – oral (Trinken) oder intravenös (Infusion)
- Ausgleich von Elektrolytverlusten, z. B. durch orale Rehydrationslösungen
- Behandlung der Grunderkrankung, z. B. Einstellung eines Diabetes mellitus
Behandlung der Hyperhydratation
- Flüssigkeitsrestriktion (eingeschränkte Trinkmenge)
- Einsatz von Diuretika (harntreibende Medikamente) zur Förderung der Flüssigkeitsausscheidung
- Behandlung der Grunderkrankung, z. B. optimierte Therapie einer Herzinsuffizienz oder Nierenersatztherapie bei schwerem Nierenversagen
- Überwachung von Gewicht, Blutdruck und Elektrolyten
Prävention
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr – für Erwachsene empfehlen die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa 1,5 bis 2 Liter pro Tag – ist eine wichtige Grundlage zur Vorbeugung von Wasserhaushaltsstörungen. Gefährdete Personengruppen wie ältere Menschen, Personen mit chronischen Erkrankungen sowie Kleinkinder sollten besonders sorgfältig auf ihre Flüssigkeitsbilanz achten.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte Wasser, www.dge.de
- Siegenthaler W. et al. – Klinische Pathophysiologie, Thieme Verlag, 9. Auflage
- Fauci A. et al. – Harrison's Principles of Internal Medicine, McGraw-Hill, 21. Auflage
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieBindegewebszelle
Gewebssauerstoff
Ferritinstatus
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Wasserhaushaltsstörung + Wasserhaushalt Störung + Störung des Wasserhaushalts