Urinsäure (Harnsäure) – Werte, Gicht & Therapie
Urinsäure (Harnsäure) ist ein Stoffwechselprodukt, das beim Abbau von Purinen entsteht. Erhöhte Werte können zu Gicht und Nierensteinen führen.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Urinsäure"
Urinsäure (Harnsäure) ist ein Stoffwechselprodukt, das beim Abbau von Purinen entsteht. Erhöhte Werte können zu Gicht und Nierensteinen führen.
Was ist Urinsäure?
Urinsäure, medizinisch korrekt als Harnsäure bezeichnet, ist ein natürliches Stoffwechselprodukt, das beim Abbau von Purinen entsteht. Purine sind Bestandteile der DNA und RNA und kommen sowohl in körpereigenen Zellen als auch in verschiedenen Lebensmitteln vor. Die Harnsäure wird hauptsächlich über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden.
Entstehung und Stoffwechsel
Wenn Zellen abgebaut oder Nahrungsmittel verdaut werden, entstehen Purine, die in der Leber zu Harnsäure umgewandelt werden. Unter normalen Umständen löst sich Harnsäure im Blut und wird über die Nieren ausgeschieden. Probleme entstehen, wenn zu viel Harnsäure produziert wird oder zu wenig ausgeschieden wird.
- Etwa zwei Drittel der Harnsäure werden über die Nieren ausgeschieden.
- Ein Drittel wird über den Darm abgebaut.
- Der Normbereich im Blut liegt bei Männern bei 3,4–7,0 mg/dl und bei Frauen bei 2,4–5,7 mg/dl.
Ursachen erhöhter Harnsäurewerte (Hyperurikämie)
Eine dauerhaft erhöhte Harnsäurekonzentration im Blut wird als Hyperurikämie bezeichnet. Mögliche Ursachen sind:
- Ernährung: übermäßiger Konsum purinreicher Lebensmittel wie rotes Fleisch, Innereien, Meeresfrüchte und Alkohol (insbesondere Bier)
- Übergewicht und Adipositas
- Genetische Veranlagung: familiär erhöhte Harnsäureproduktion
- Nierenerkrankungen: verminderte Ausscheidungsfähigkeit
- Bestimmte Medikamente: z. B. Diuretika (wassertreibende Mittel) oder niedrig dosiertes Aspirin
- Erkrankungen: wie Leukämie, Psoriasis oder Schilddrüsenunterfunktion
Symptome und Folgeerkrankungen
Erhöhte Harnsäurewerte verursachen häufig lange Zeit keine Beschwerden. Wenn sich jedoch Harnsäurekristalle in Gelenken oder Geweben ablagern, kann es zu folgenden Erkrankungen kommen:
- Gicht (Gichtarthritis): plötzliche, sehr schmerzhafte Gelenkentzündung, häufig am Großzehengrundgelenk
- Tophi: Ablagerungen von Harnsäurekristallen unter der Haut
- Nierensteine: Harnsäuresteine in den Harnwegen
- Chronische Nierenerkrankung: langfristige Schädigung der Nieren durch hohe Harnsäurewerte
Diagnose
Die Diagnose einer Hyperurikämie erfolgt durch eine einfache Blutuntersuchung, bei der der Harnsäurespiegel im Serum gemessen wird. Bei Verdacht auf Gicht können zudem folgende Untersuchungen durchgeführt werden:
- Gelenkpunktion zum Nachweis von Harnsäurekristallen
- Ultraschall der betroffenen Gelenke
- Urinanalyse zur Bestimmung der ausgeschiedenen Harnsäuremenge
Behandlung und Therapie
Ernährungsumstellung
Eine purinarme Ernährung kann den Harnsäurespiegel deutlich senken. Empfohlen wird:
- Reduktion von rotem Fleisch, Innereien und Meeresfrüchten
- Verzicht auf Alkohol, insbesondere Bier
- Ausreichend Flüssigkeitszufuhr (mindestens 2 Liter Wasser täglich)
- Mehr pflanzliche Lebensmittel, Milchprodukte und Kaffee (in Maßen)
Medikamentöse Behandlung
Bei anhaltend hohen Werten oder bei Gicht kommen folgende Medikamente zum Einsatz:
- Allopurinol: hemmt die Harnsäureproduktion (Xanthinoxidase-Hemmer)
- Febuxostat: ebenfalls ein Xanthinoxidase-Hemmer als Alternative zu Allopurinol
- Urikosurika (z. B. Benzbromaron): fördern die Ausscheidung von Harnsäure über die Nieren
- Colchicin, NSAR oder Kortikosteroide: zur Behandlung akuter Gichtanfälle
Prävention
Einer Hyperurikämie kann durch einen gesunden Lebensstil vorgebeugt werden. Dazu gehören: ausgewogene Ernährung, Normalgewicht, regelmäßige körperliche Aktivität, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und ein moderater Alkoholkonsum.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) - Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Gicht (2023)
- Richette P, Doherty M et al. - 2016 updated EULAR evidence-based recommendations for the management of gout. Ann Rheum Dis. 2017;76(1):29–42.
- World Health Organization (WHO) - Chronic diseases and health promotion: Gout and hyperuricaemia. Verfügbar unter: www.who.int
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