Hemikolektomie – Eingriff, Ablauf & Nachsorge
Die Hemikolektomie ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem ein Teil des Dickdarms entfernt wird. Sie wird häufig bei Darmkrebs, schweren Entzündungen oder anderen Erkrankungen des Kolons durchgeführt.
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Die Hemikolektomie ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem ein Teil des Dickdarms entfernt wird. Sie wird häufig bei Darmkrebs, schweren Entzündungen oder anderen Erkrankungen des Kolons durchgeführt.
Was ist eine Hemikolektomie?
Die Hemikolektomie ist ein operativer Eingriff, bei dem ein Teil des Dickdarms (Kolon) chirurgisch entfernt wird. Der Begriff setzt sich aus den griechischen Wörtern hemi (halb) und kolektomie (Entfernung des Kolons) zusammen. Je nach betroffenem Abschnitt unterscheidet man zwischen einer rechtsseitigen Hemikolektomie (Entfernung des rechten Kolonabschnitts) und einer linksseitigen Hemikolektomie (Entfernung des linken Kolonabschnitts). Nach der Resektion werden die verbleibenden Darmenden wieder miteinander verbunden, was als Anastomose bezeichnet wird.
Indikationen – Wann wird eine Hemikolektomie durchgeführt?
Die Hemikolektomie wird bei verschiedenen Erkrankungen des Dickdarms eingesetzt. Die häufigsten Gründe für diesen Eingriff sind:
- Kolorektales Karzinom: Bösartige Tumore im Dickdarm sind die häufigste Indikation für eine Hemikolektomie.
- Morbus Crohn: Eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die bei schweren Verläufen eine chirurgische Intervention erfordern kann.
- Divertikelkrankheit: Entzündete oder perforierte Darmausstülpungen (Divertikel), die konservativ nicht behandelt werden können.
- Darmpolypen: Große oder nicht endoskopisch entfernbare Polypen mit Entartungsrisiko.
- Darmverschluss (Ileus): Lebensbedrohliche Blockaden des Darms, die eine sofortige Operation erfordern.
- Darmischämie: Minderdurchblutung des Darms mit drohendem Gewebsuntergang.
Ablauf der Operation
Vorbereitung
Vor dem Eingriff wird der Patient gründlich untersucht. Dazu gehören bildgebende Verfahren wie Computertomographie (CT) oder Koloskopie sowie Blutuntersuchungen. In der Regel wird der Darm vor der Operation gereinigt (Darmvorbereitung). Die Operation erfolgt unter Vollnarkose.
Operationsverfahren
Die Hemikolektomie kann auf zwei Wegen durchgeführt werden:
- Offene Chirurgie (Laparotomie): Hierbei wird der Bauch durch einen großen Schnitt geöffnet. Dieses Verfahren wird bei komplexen Befunden oder Notfalloperationen angewendet.
- Minimalinvasive Chirurgie (Laparoskopie): Durch mehrere kleine Schnitte werden Kamera und Instrumente eingeführt. Dieses Verfahren ist schonender, geht mit weniger Schmerzen und einer schnelleren Erholung einher.
Anastomose
Nach der Entfernung des erkrankten Darmabschnitts werden die beiden verbleibenden Darmenden miteinander vernäht oder geklammert (Anastomose). In einigen Fällen, z. B. bei Entzündungen oder Notfalleingriffen, kann vorübergehend ein künstlicher Darmausgang (Stoma) angelegt werden, der nach Heilung wieder zurückverlagert wird.
Risiken und mögliche Komplikationen
Wie jeder chirurgische Eingriff birgt auch die Hemikolektomie bestimmte Risiken:
- Anastomoseninsuffizienz: Undichtigkeit an der Nahtstelle zwischen den Darmenden – eine der gefürchtetsten Komplikationen.
- Infektionen: Wundinfektionen oder Bauchfellentzündung (Peritonitis).
- Nachblutungen: Blutungen im Operationsgebiet.
- Darmverschluss (Ileus): Verwachsungen nach der Operation können den Darm blockieren.
- Verletzung umliegender Organe: z. B. Harnleiter, Blase oder Blutgefäße.
- Thrombosen und Lungenembolie: Blutgerinnsel in den Venen, die lebensbedrohlich werden können.
Nachsorge und Erholung
Nach der Operation verbleibt der Patient in der Regel mehrere Tage bis zu einer Woche im Krankenhaus. Der Kostaufbau erfolgt schrittweise – zunächst wird nur Flüssigkeit verabreicht, bevor feste Nahrung eingeführt wird. Physiotherapie und frühe Mobilisierung helfen, Komplikationen zu vermeiden. Die vollständige Erholung nach einer offenen Hemikolektomie kann mehrere Wochen dauern, während Patienten nach einem laparoskopischen Eingriff häufig schneller genesen. Bei einer Krebserkrankung schließt sich in der Regel eine onkologische Nachsorge mit regelmäßigen Kontrolluntersuchungen an.
Langzeitfolgen und Lebensqualität
Die meisten Patienten können nach einer Hemikolektomie ein weitgehend normales Leben führen. Da nur ein Teil des Dickdarms entfernt wird, bleibt die Verdauungsfunktion in der Regel erhalten. In der Anfangszeit können veränderte Stuhlgewohnheiten wie häufigerer oder weicherer Stuhlgang auftreten, die sich bei den meisten Patienten im Laufe der Zeit normalisieren. Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung unterstützt die Anpassung des Darms.
Quellen
- Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, DGVS): S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom, Version 2.1, 2019. Verfügbar unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de
- Herold, G. et al.: Innere Medizin. Köln: Eigenverlag, 2023.
- Weiss, C.; Willeke, F.: Chirurgie des Kolons und Rektums. In: Chirurg (2020); 91: 1-10. DOI: 10.1007/s00104-020-01138-6
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