Orthomolekulare Medizin – Definition & Anwendung
Die orthomolekulare Medizin setzt auf hochdosierte Vitamine, Mineralstoffe und andere körpereigene Substanzen zur Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen.
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Die orthomolekulare Medizin setzt auf hochdosierte Vitamine, Mineralstoffe und andere körpereigene Substanzen zur Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen.
Was ist orthomolekulare Medizin?
Die orthomolekulare Medizin ist ein Therapieansatz, der auf der Idee basiert, dass viele Erkrankungen durch einen Mangel oder ein Ungleichgewicht körpereigener Substanzen wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren und Fettsäuren entstehen. Ziel ist es, durch die gezielte Zufuhr dieser Substanzen in optimaler Konzentration die Gesundheit zu fördern und Krankheiten vorzubeugen oder zu behandeln.
Der Begriff wurde 1968 vom zweifachen Nobelpreisträger Linus Pauling geprägt. Das Wort ortho stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie richtig oder korrekt – gemeint ist die Versorgung des Körpers mit den richtigen Molekülen in der richtigen Menge.
Grundprinzipien
Die orthomolekulare Medizin unterscheidet sich von der klassischen Schulmedizin dadurch, dass sie ausschließlich Substanzen einsetzt, die natürlicherweise im menschlichen Körper vorkommen. Synthetische Wirkstoffe oder körperfremde Arzneimittel werden bewusst vermieden. Stattdessen werden folgende Substanzgruppen eingesetzt:
- Vitamine (z. B. Vitamin C, Vitamin D, B-Vitamine)
- Mineralstoffe (z. B. Magnesium, Kalzium, Zink)
- Spurenelemente (z. B. Selen, Eisen, Jod)
- Aminosäuren (z. B. L-Tryptophan, L-Glutamin)
- Essentielle Fettsäuren (z. B. Omega-3-Fettsäuren)
- Antioxidantien (z. B. Coenzym Q10, Glutathion)
Anwendungsgebiete
Die orthomolekulare Medizin wird bei einem breiten Spektrum von Beschwerden und Erkrankungen angewendet. Typische Einsatzgebiete umfassen:
- Stärkung des Immunsystems
- Unterstützung bei Erschöpfungszuständen und chronischer Müdigkeit
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. als Begleittherapie)
- Psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen
- Neurodegenerative Erkrankungen (z. B. Alzheimer, Parkinson)
- Unterstützung bei Krebstherapien
- Prävention und Behandlung von Nährstoffmängeln
Diagnose und Therapieplanung
Vor Beginn einer orthomolekularen Therapie erfolgt in der Regel eine umfassende Labordiagnostik. Dabei werden Blut-, Urin- und gegebenenfalls Gewebeproben analysiert, um den individuellen Nährstoffstatus des Patienten zu bestimmen. Auf Basis dieser Ergebnisse wird ein individuell abgestimmter Therapieplan erstellt.
Wichtige diagnostische Parameter
- Vitaminspiegelbestimmung im Blut (z. B. Vitamin D, B12, Folsäure)
- Mineralstoffanalysen (z. B. Magnesium, Zink, Selen im Serum oder Vollblut)
- Aminosäurenprofile
- Oxidativer Stress-Marker
- Entzündungsparameter (z. B. CRP, Homocystein)
Wirkmechanismus
Der Grundgedanke der orthomolekularen Medizin beruht auf dem Konzept, dass Enzyme, Zellmembranen und biochemische Prozesse im Körper optimal funktionieren, wenn alle notwendigen Cofaktoren und Nährstoffe in ausreichender Menge vorhanden sind. Ein Mangel an einem bestimmten Mikronährstoff kann eine ganze Kaskade von Stoffwechselstörungen auslösen.
Beispielsweise wirkt Vitamin C als starkes Antioxidans und ist an der Kollagensynthese beteiligt. Magnesium ist als Cofaktor an über 300 enzymatischen Reaktionen beteiligt. Omega-3-Fettsäuren haben entzündungshemmende Eigenschaften und sind für die Funktion von Zellmembranen essenziell.
Wissenschaftliche Einordnung und Kritik
Die orthomolekulare Medizin bewegt sich im Spannungsfeld zwischen konventioneller Schulmedizin und komplementärer Medizin. Während die Bedeutung von Mikronährstoffen für die Gesundheit wissenschaftlich anerkannt ist, wird der therapeutische Einsatz hochdosierter Präparate zur Behandlung von Krankheiten von der konventionellen Medizin kritisch bewertet.
Es gibt Studien, die positive Effekte für bestimmte Substanzen in bestimmten Kontexten zeigen (z. B. Vitamin-D-Substitution bei nachgewiesenem Mangel, Omega-3-Fettsäuren bei Herzerkrankungen). Andere Behauptungen sind hingegen nicht ausreichend durch klinische Studien belegt. Eine unkritische Einnahme hochdosierter Präparate birgt zudem Risiken einer Überdosierung (z. B. Vitamin A oder D als fettlösliche Vitamine).
Anwendung in der Praxis
Orthomolekulare Medizin wird in Deutschland von spezialisierten Ärzten, Heilpraktikern und Ernährungsmedizinern angeboten. Sie wird häufig als Ergänzung zur Schulmedizin (komplementär) und weniger als alleinige Behandlung eingesetzt. Die Therapie erfolgt in der Regel durch:
- Hochdosierte orale Nahrungsergänzungsmittel oder Kapseln
- Intravenöse Infusionen mit Mikronährstoffen (z. B. hochdosiertes Vitamin C)
- Ernährungsanpassungen zur natürlichen Optimierung der Nährstoffzufuhr
Wichtiger Hinweis
Eine orthomolekulare Therapie sollte stets unter ärztlicher Aufsicht und nach vorheriger Labordiagnostik erfolgen. Selbstmedikation mit hochdosierten Präparaten ohne ärztliche Begleitung ist nicht empfehlenswert und kann gesundheitliche Risiken mit sich bringen.
Quellen
- Pauling L. - Orthomolecular psychiatry. Science. 1968;160(3825):265-271. PubMed PMID: 5641253.
- Gröber U. - Mikronährstoffe: Metabolic Tuning, Prävention, Therapie. 3. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2011.
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) - Verwendung von Vitaminen in Lebensmitteln. Toxikologische und ernährungsphysiologische Aspekte. Berlin, 2004.
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