Ondansetron – Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen
Ondansetron ist ein Antiemetikum, das Übelkeit und Erbrechen verhindert – besonders nach Chemotherapie, Strahlentherapie oder Operationen. Es wirkt durch Blockade von Serotoninrezeptoren.
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Ondansetron ist ein Antiemetikum, das Übelkeit und Erbrechen verhindert – besonders nach Chemotherapie, Strahlentherapie oder Operationen. Es wirkt durch Blockade von Serotoninrezeptoren.
Was ist Ondansetron?
Ondansetron ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel aus der Gruppe der 5-HT3-Rezeptorantagonisten. Es wird eingesetzt, um Übelkeit und Erbrechen zu verhindern oder zu lindern, die durch Chemotherapie, Strahlentherapie oder operative Eingriffe ausgelöst werden. Ondansetron gilt als eines der am häufigsten eingesetzten Antiemetika in der modernen Medizin.
Wirkmechanismus
Ondansetron blockiert selektiv die sogenannten 5-HT3-Rezeptoren (Serotoninrezeptoren vom Typ 3), die sich sowohl im Magen-Darm-Trakt als auch im zentralen Nervensystem befinden. Wenn durch Chemotherapie oder andere Reize Serotonin freigesetzt wird, aktiviert dieses normalerweise diese Rezeptoren und löst das Brechreflexsignal aus. Durch die Blockade dieser Rezeptoren verhindert Ondansetron die Weiterleitung des Brechreizes an das Gehirn.
Anwendungsgebiete
- Übelkeit und Erbrechen infolge von Chemotherapie (zytostatisch induziert)
- Übelkeit und Erbrechen nach Strahlentherapie
- Postoperative Übelkeit und Erbrechen (PONV – Postoperative Nausea and Vomiting)
- In manchen Ländern auch bei schwerer Schwangerschaftsübelkeit (Hyperemesis gravidarum) – nur unter ärztlicher Aufsicht
Dosierung und Anwendung
Ondansetron ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich: als Tablette, Schmelztablette, Injektionslösung und Zäpfchen. Die Dosierung richtet sich nach dem Anwendungsgebiet, dem Alter und dem Körpergewicht des Patienten. Übliche Dosierungen für Erwachsene bei Chemotherapie-induzierter Übelkeit liegen bei 8 mg oral vor der Behandlung, gefolgt von weiteren Gaben alle 8–12 Stunden. Die genaue Dosierung sollte stets vom behandelnden Arzt festgelegt werden.
Besondere Patientengruppen
- Kinder: Ondansetron kann auch bei Kindern ab einem bestimmten Alter und Gewicht eingesetzt werden; die Dosierung wird individuell angepasst.
- Ältere Patienten: In der Regel sind keine Dosisanpassungen erforderlich, jedoch ist Vorsicht geboten.
- Leberinsuffizienz: Bei schwerer Leberfunktionsstörung sollte die Tagesdosis auf 8 mg begrenzt werden.
Nebenwirkungen
Ondansetron wird im Allgemeinen gut vertragen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen:
- Kopfschmerzen
- Verstopfung (Obstipation)
- Wärmegefühl oder Rötung im Gesicht
- Müdigkeit
Seltener, aber ernstzunehmende Nebenwirkungen umfassen:
- QT-Verlängerung (Veränderung des Herzrhythmus, die zu gefährlichen Arrhythmien führen kann)
- Allergische Reaktionen einschließlich Anaphylaxie
- Serotonerges Syndrom bei gleichzeitiger Einnahme anderer serotonerger Substanzen
Wechselwirkungen
Ondansetron kann mit verschiedenen anderen Medikamenten interagieren. Besondere Vorsicht ist geboten bei:
- Medikamenten, die ebenfalls das QT-Intervall verlängern (z. B. bestimmte Antibiotika, Antiarrhythmika)
- Tramadol (reduzierte Wirksamkeit von Tramadol möglich)
- Anderen serotonergen Substanzen (z. B. SSRIs, MAO-Hemmer) – Risiko eines Serotoninsyndroms
- Apomorphin (Kombination kontraindiziert)
Gegenanzeigen
- Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Ondansetron oder verwandten Substanzen
- Angeborenes oder erworbenes Long-QT-Syndrom
- Gleichzeitige Anwendung von Apomorphin
Hinweis zur Anwendung in der Schwangerschaft
Die Anwendung von Ondansetron in der Schwangerschaft, insbesondere im ersten Trimester, ist umstritten. Einige Studien haben auf ein leicht erhöhtes Risiko für bestimmte Fehlbildungen hingewiesen, andere Untersuchungen konnten diesen Zusammenhang nicht bestätigen. Eine Anwendung sollte daher nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt erfolgen.
Quellen
- European Medicines Agency (EMA): Produktinformation Ondansetron – www.ema.europa.eu
- Mutschler E., Geisslinger G., Kroemer H.K., Ruth P., Schäfer-Korting M.: Mutschler Arzneimittelwirkungen – Pharmakologie, klinische Pharmakologie, Toxikologie. 10. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2012.
- Rojas C., Slusher B.S.: Pharmacological mechanisms of 5-HT3 and tachykinin NK1 receptor antagonism to prevent chemotherapy-induced nausea and vomiting. European Journal of Pharmacology, 2012; 684(1-3):1-7. PubMed PMID: 22516113.
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