Taurin – Wirkung, Mangel und Nahrungsquellen
Taurin ist eine schwefelhaltige Aminosäure, die im menschlichen Körper vorkommt und wichtige Funktionen im Stoffwechsel, Herzkreislaufsystem und Nervensystem übernimmt.
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Taurin ist eine schwefelhaltige Aminosäure, die im menschlichen Körper vorkommt und wichtige Funktionen im Stoffwechsel, Herzkreislaufsystem und Nervensystem übernimmt.
Was ist Taurin?
Taurin ist eine schwefelhaltige organische Säure, die strukturell den Aminosäuren ähnelt, jedoch keine klassische Aminosäure im engeren Sinne ist, da sie keine Peptidbindungen eingeht. Der Name leitet sich vom lateinischen Wort taurus (Stier) ab, da Taurin erstmals 1827 aus Rindergalle isoliert wurde. Im menschlichen Körper kommt Taurin in hoher Konzentration in Herz, Gehirn, Augen und Skelettmuskulatur vor.
Taurin kann vom Körper selbst aus den Aminosäuren Methionin und Cystein hergestellt werden. Es zählt daher zu den bedingt essenziellen Nährstoffen, da bestimmte Personengruppen wie Frühgeborene, ältere Menschen oder Personen mit bestimmten Erkrankungen auf eine ausreichende Zufuhr über die Nahrung angewiesen sein können.
Biologische Funktionen
- Gallensäurekonjugation: Taurin wird in der Leber zur Bildung von Gallensalzen benötigt, die bei der Fettverdauung eine zentrale Rolle spielen.
- Antioxidative Wirkung: Taurin wirkt als Antioxidans und schützt Zellen vor oxidativem Stress.
- Herzfunktion: Taurin reguliert den Calciumhaushalt in Herzmuskelzellen und unterstützt eine normale Herzfunktion.
- Nervensystem: Es wirkt als neuromodulatorische Substanz und beeinflusst die Übertragung von Nervensignalen.
- Augengesundheit: Taurin ist in der Netzhaut in hoher Konzentration vorhanden und schützt die Photorezeptoren vor Schäden.
- Osmoregulation: Taurin hilft Zellen dabei, ihr Volumen bei Veränderungen der Salzkonzentration im Körper aufrechtzuerhalten.
- Entzündungshemmung: Taurin moduliert Entzündungsreaktionen und kann die Immunfunktion unterstützen.
Nahrungsquellen
Taurin kommt ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor. Besonders reichhaltige Quellen sind:
- Meeresfrüchte (z. B. Tintenfisch, Muscheln, Garnelen)
- Fisch (z. B. Thunfisch, Lachs)
- Fleisch (insbesondere dunkles Fleisch wie Rind und Lamm)
- Geflügel
- Milch und Milchprodukte (in geringeren Mengen)
Pflanzenbasierte Lebensmittel enthalten kein Taurin. Daher können Veganer und Vegetarier niedrigere Taurinspiegel im Blut aufweisen und sollten besonders auf eine ausreichende Versorgung achten.
Empfohlene Zufuhr und Supplementierung
Es gibt derzeit keine offiziell festgelegte tägliche Zufuhrempfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) oder der WHO für Taurin bei gesunden Erwachsenen. In der wissenschaftlichen Literatur werden Mengen von 500 bis 3000 mg täglich für Erwachsene als sicher und potenziell wirksam beschrieben. Taurin ist als Nahrungsergänzungsmittel weit verbreitet und findet sich häufig in Energydrinks.
Für Frühgeborene und Säuglinge, die keine Muttermilch erhalten, ist Taurin als Zusatz in Säuglingsnahrung essenziell, da die Eigenproduktion in dieser Phase noch nicht ausreichend ist.
Mangel und Risikogruppen
Ein Taurinmangel ist bei gesunden Menschen, die eine ausgewogene Mischkost zu sich nehmen, selten. Risikogruppen für einen Mangel sind:
- Veganer und Vegetarier
- Frühgeborene
- Personen mit Nierenerkrankungen oder Leberfunktionsstörungen
- Ältere Menschen
- Menschen mit bestimmten Stoffwechselstörungen
Symptome eines Mangels können Sehstörungen (insbesondere Degeneration der Netzhaut), eingeschränkte Herzfunktion sowie eine erhöhte Anfälligkeit für oxidativen Stress sein.
Sicherheit und mögliche Nebenwirkungen
Taurin gilt allgemein als gut verträglich. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat Taurin in Energydrinks als sicher eingestuft, sofern die empfohlenen Mengen nicht wesentlich überschritten werden. Bei sehr hohen Dosen wurden in Einzelfällen gastrointestinale Beschwerden berichtet. Menschen mit Nierenerkrankungen sollten vor einer Supplementierung ärztlichen Rat einholen.
Quellen
- Ripps H, Shen W. - Review: Taurine: A very essential amino acid. Molecular Vision, 2012; 18: 2673-2686. Verfügbar auf PubMed.
- Schaffer SW, Jong CJ, Ramila KC, Azuma J. - Physiological roles of taurine in heart and muscle. Journal of Biomedical Science, 2010; 17 (Suppl 1): S2.
- European Food Safety Authority (EFSA) - Scientific Opinion on the safety of taurine and D-glucurono-gamma-lactone as constituents of so-called energy drinks. EFSA Journal, 2009; 935: 1-31.
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