Jejunoskopie: Dünndarmspiegelung einfach erklärt
Die Jejunoskopie ist eine endoskopische Untersuchung des Jejunums (Leerdarms), einem Abschnitt des Dünndarms. Sie dient der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen im mittleren Dünndarm.
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Die Jejunoskopie ist eine endoskopische Untersuchung des Jejunums (Leerdarms), einem Abschnitt des Dünndarms. Sie dient der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen im mittleren Dünndarm.
Was ist eine Jejunoskopie?
Die Jejunoskopie ist ein endoskopisches Untersuchungsverfahren, bei dem ein flexibles Endoskop in das Jejunum (Leerdarm) eingeführt wird. Das Jejunum ist der mittlere Abschnitt des Dünndarms und liegt zwischen dem Zwölffingerdarm (Duodenum) und dem Krummdarm (Ileum). Es hat eine Länge von etwa 2 bis 2,5 Metern und ist für die Aufnahme von Nährstoffen, insbesondere von Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten, zuständig. Da dieser Darmabschnitt mit herkömmlichen Magenspiegelungen oder Darmspiegelungen nur schwer erreichbar ist, erfordert die Untersuchung des Jejunums spezialisierte endoskopische Techniken.
Anwendungsgebiete
Die Jejunoskopie wird eingesetzt, wenn Erkrankungen oder Beschwerden im Bereich des mittleren Dünndarms vorliegen oder vermutet werden. Typische Indikationen sind:
- Gastrointestinale Blutungen unbekannter Ursache, die mit Standard-Endoskopien nicht lokalisiert werden konnten
- Verdacht auf Morbus Crohn im Dünndarm
- Abklärung von Malabsorptionssyndrome, z. B. Zöliakie oder Laktoseintoleranz
- Diagnose und Entfernung von Dünndarmpolypen oder -tumoren
- Kontrolle nach operativen Eingriffen am Dünndarm
- Abklärung von Dünndarmstrikturen (Verengungen)
- Entnahme von Gewebeproben (Biopsien) zur histologischen Untersuchung
Wie wird die Jejunoskopie durchgeführt?
Die Jejunoskopie wird in der Regel unter Sedierung (leichter Betäubung) oder Vollnarkose durchgeführt, um den Komfort des Patienten sicherzustellen. Es gibt verschiedene Methoden, das Jejunum endoskopisch zu untersuchen:
Push-Enteroskopie
Beim klassischen Verfahren der Push-Enteroskopie wird ein langes, flexibles Endoskop (sogenanntes Enteroskop) durch den Mund und den Magen in den Dünndarm vorgeschoben. Damit können die oberen Abschnitte des Jejunums eingesehen und behandelt werden. Die Eindringtiefe ist jedoch begrenzt.
Doppelballon-Enteroskopie
Die Doppelballon-Enteroskopie ist ein moderneres Verfahren, bei dem zwei aufblasbare Ballons am Endoskop und an einem Aufsatz (Overtube) verwendet werden. Durch abwechselndes Auf- und Abblasen der Ballons wird der Dünndarm kontrolliert vorgeschoben. Dies erlaubt eine deutlich tiefere Untersuchung des Jejunums und des restlichen Dünndarms.
Einzelballon-Enteroskopie
Bei der Einzelballon-Enteroskopie wird nur ein Ballon am Overtube verwendet. Das Verfahren ist technisch einfacher als die Doppelballon-Methode, ermöglicht aber ebenfalls eine tiefe Untersuchung des Dünndarms.
Kapselendoskopie als Ergänzung
Die Kapselendoskopie ist keine Jejunoskopie im engeren Sinne, wird aber häufig ergänzend eingesetzt. Der Patient schluckt eine kleine Kamerakapsel, die während ihrer Passage durch den Verdauungstrakt Bilder aufnimmt. Sie ermöglicht jedoch keine Gewebeentnahme oder therapeutische Eingriffe.
Vorbereitung
Vor der Jejunoskopie ist eine gründliche Vorbereitung notwendig:
- Der Patient muss für mehrere Stunden nüchtern sein (in der Regel mindestens 6 bis 8 Stunden vor dem Eingriff).
- Je nach Zugangsweg (oral oder anal) kann eine Darmvorbereitung mit Abführmitteln erforderlich sein.
- Blutgerinnungshemmende Medikamente müssen gegebenenfalls nach Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt werden.
- Ein ausführliches Aufklärungsgespräch mit dem behandelnden Arzt sollte vor dem Eingriff stattfinden.
Risiken und Komplikationen
Die Jejunoskopie ist insgesamt ein sicheres Verfahren, jedoch können wie bei allen endoskopischen Eingriffen Komplikationen auftreten:
- Blutungen, insbesondere nach Biopsien oder therapeutischen Eingriffen
- Darmperforation (Einriss der Darmwand, sehr selten)
- Reaktionen auf das Sedierungsmittel oder die Narkose
- Aspirationspneumonie (Einatmen von Mageninhalt, sehr selten)
- Vorübergehende Blähungen oder Bauchschmerzen nach dem Eingriff
Nachsorge
Nach der Jejunoskopie wird der Patient zunächst im Aufwachraum überwacht, bis die Wirkung des Beruhigungs- oder Narkosemittels vollständig abgeklungen ist. Leichte Blähungen oder ein Druckgefühl im Bauch sind normal und legen sich in der Regel innerhalb weniger Stunden. Der behandelnde Arzt bespricht die Ergebnisse der Untersuchung sowie gegebenenfalls weitere diagnostische oder therapeutische Schritte.
Quellen
- Yamamoto H. et al. - Double-balloon endoscopy: New technique for enteroscopy. Gastrointestinal Endoscopy, 2004.
- Deutsche Gesellschaft fuer Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) - Leitlinien zur Endoskopie des Duenndarms, 2022.
- Lenz P., Domagk D. - Double- vs. single-balloon vs. spiral enteroscopy. Best Practice and Research Clinical Gastroenterology, 2012.
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