Jejunumdivertikel – Ursachen, Symptome und Therapie
Jejunumdivertikel sind sackartige Ausstülpungen der Darmwand im Leerdarm (Jejunum). Sie verlaufen oft symptomlos, können aber Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Malabsorption verursachen.
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Jejunumdivertikel sind sackartige Ausstülpungen der Darmwand im Leerdarm (Jejunum). Sie verlaufen oft symptomlos, können aber Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Malabsorption verursachen.
Was sind Jejunumdivertikel?
Jejunumdivertikel sind sackartige Ausstülpungen (Divertikel) der Darmwand, die im Jejunum entstehen – dem mittleren Abschnitt des Dünndarms, der auch als Leerdarm bezeichnet wird. Es handelt sich dabei um sogenannte Pseudodivertikel oder echte Divertikel, bei denen die Schleimhaut und Submukosa durch Schwachstellen in der Muskelschicht der Darmwand nach außen treten. Jejunumdivertikel sind seltener als Dickdarmdivertikel (Kolondivertikel), können jedoch klinisch bedeutsam sein.
Ursachen und Entstehung
Die genaue Ursache von Jejunumdivertikeln ist nicht vollständig geklärt. Es werden jedoch folgende Faktoren diskutiert:
- Erhöhter intraluminaler Druck: Druckerhöhungen im Dünndarm, beispielsweise durch Motilitätsstörungen, können zur Ausstülpung der Schleimhaut führen.
- Motilitätsstörungen: Funktionsstörungen der glatten Darmmuskulatur oder des enterischen Nervensystems gelten als wichtige Ursache.
- Bindegewebsschwäche: Eine konstitutionelle oder altersbedingte Schwäche des Bindegewebes begünstigt die Entstehung.
- Mesenterialgefäße: Divertikel entstehen häufig an Stellen, wo Blutgefäße (Mesenterialgefäße) durch die Darmwand eintreten, da dort die Muskelschicht geschwächt ist.
Jejunumdivertikel treten vorwiegend bei älteren Menschen ab dem 60. Lebensjahr auf und sind bei Männern etwas häufiger als bei Frauen.
Symptome
Die Mehrzahl der Jejunumdivertikel verläuft asymptomatisch (ohne Beschwerden) und wird zufällig bei bildgebenden Untersuchungen entdeckt. Wenn Symptome auftreten, können diese unspezifisch sein:
- Chronische oder wiederkehrende Bauchschmerzen, häufig im linken Oberbauch oder periumbilikal
- Blähungen und Meteorismus (Gasansammlung im Darm)
- Übelkeit und Erbrechen
- Veränderungen der Stuhlgewohnheiten (Durchfall oder Verstopfung)
- Malabsorptionssyndrom: Durch bakterielle Fehlbesiedlung im Divertikel kann es zu einer Steatorrhoe (fetthaltiger Stuhl), Vitaminmangel (insbesondere Vitamin B12) und Gewichtsverlust kommen.
Komplikationen
In seltenen Fällen können Jejunumdivertikel ernste Komplikationen verursachen:
- Divertikulitis: Entzündung eines oder mehrerer Divertikel mit Bauchschmerzen, Fieber und erhöhten Entzündungswerten im Blut.
- Perforation: Durchbruch der Darmwand, was zu einer lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung (Peritonitis) führen kann.
- Blutung: Gastrointestinale Blutung durch Erosion der Divertikelwand.
- Ileus: Darmverschluss durch Volvulus (Darmdrehung) oder Invagination.
Diagnose
Die Diagnose von Jejunumdivertikeln erfolgt mithilfe verschiedener bildgebender und endoskopischer Verfahren:
- CT-Abdomen (Computertomographie): Methode der Wahl, insbesondere bei akuten Komplikationen; zeigt Divertikel als luftgefüllte Strukturen neben dem Dünndarm.
- MRT-Sellink (Magnetresonanztomographie-Enteroklysma): Detaillierte Darstellung des Dünndarms ohne Strahlenbelastung.
- Enteroklysma (Dünndarm-Kontrastmitteldarstellung): Konventionelle Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel zur direkten Darstellung der Divertikel.
- Kapselendoskopie: Schluckbare Miniaturkamera zur Beurteilung der Dünndarmschleimhaut.
- Atemtest (H2-Atemtest): Zum Nachweis einer bakteriellen Fehlbesiedlung als Ursache von Malabsorptionsbeschwerden.
Behandlung
Asymptomatische Jejunumdivertikel bedürfen in der Regel keiner spezifischen Behandlung. Die Therapie richtet sich nach den vorhandenen Beschwerden und Komplikationen:
Konservative Therapie
- Antibiotika: Bei bakterieller Fehlbesiedlung oder akuter Divertikulitis werden Antibiotika eingesetzt (z. B. Metronidazol, Ciprofloxacin).
- Ernährungsanpassung: Bei Malabsorption sind eine angepasste Ernährung sowie die Substitution von Vitaminen (z. B. Vitamin B12, fettlösliche Vitamine) und Mineralstoffen notwendig.
- Prokinetika: Medikamente zur Verbesserung der Darmmotilität können bei funktionellen Beschwerden eingesetzt werden.
Chirurgische Therapie
Eine operative Behandlung ist bei schwerwiegenden Komplikationen wie Perforation, therapierefraktärer Blutung, Abszessbildung oder Ileus notwendig. Dabei wird der betroffene Darmabschnitt reseziert (entfernt) und eine Darmanastomose (Verbindung der Darmenden) angelegt.
Quellen
- Schächter-Safdie M et al. – Jejunal diverticulosis: a review of the literature. World Journal of Gastroenterology, 2019.
- Kassahun WT et al. – Small bowel diverticulosis: literature review and clinical experience. Langenbeck's Archives of Surgery, 2013.
- Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) – Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Dünndarmerkrankungen.
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