Funktionelle Nährstoffe – Definition & Wirkung
Funktionelle Nährstoffe sind Nahrungsbestandteile, die über die Grundernährung hinaus positive gesundheitliche Wirkungen im Körper entfalten und zur Vorbeugung von Krankheiten beitragen können.
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Funktionelle Nährstoffe sind Nahrungsbestandteile, die über die Grundernährung hinaus positive gesundheitliche Wirkungen im Körper entfalten und zur Vorbeugung von Krankheiten beitragen können.
Was sind funktionelle Nährstoffe?
Funktionelle Nährstoffe (englisch: functional nutrients) sind Nahrungsbestandteile oder bioaktive Substanzen, die nicht nur zur Grundversorgung des Körpers mit Energie und essenziellen Nährstoffen beitragen, sondern darüber hinaus gezielte positive Wirkungen auf die Gesundheit, das Wohlbefinden oder die Vorbeugung von Erkrankungen ausüben. Sie kommen natürlicherweise in Lebensmitteln vor oder werden Lebensmitteln gezielt zugesetzt.
Der Begriff grenzt sich von klassischen Nährstoffen (wie Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten) dadurch ab, dass der gesundheitliche Zusatznutzen im Vordergrund steht. Funktionelle Nährstoffe werden auch als bioaktive Verbindungen bezeichnet und sind Gegenstand intensiver ernährungswissenschaftlicher Forschung.
Kategorien und Beispiele
Probiotika und Präbiotika
Probiotika sind lebende Mikroorganismen (z. B. Laktobazillen, Bifidobakterien), die in ausreichender Menge einen gesundheitlichen Nutzen für den Wirtsorganismus haben. Sie finden sich in fermentierten Lebensmitteln wie Joghurt, Kefir oder Sauerkraut. Präbiotika hingegen sind unverdauliche Ballaststoffe (z. B. Inulin, Fructooligosaccharide), die das Wachstum nützlicher Darmbakterien fördern.
Omega-3-Fettsäuren
Omega-3-Fettsäuren (insbesondere EPA und DHA) sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die vor allem in fettem Seefisch (Lachs, Makrele, Hering) sowie in Lein- und Chiasamen vorkommen. Sie unterstützen die Herzgesundheit, wirken entzündungshemmend und sind wichtig für die Gehirnfunktion.
Antioxidantien
Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E, Beta-Carotin und Selen schützen Körperzellen vor oxidativem Stress, der durch freie Radikale verursacht wird. Sie kommen reichlich in Obst, Gemüse und Nüssen vor.
Pflanzliche Sekundärstoffe (Phytochemikalien)
Zu den wichtigsten funktionellen Pflanzenstoffen zählen Polyphenole (z. B. Resveratrol in Rotwein, Flavonoide in Beeren), Carotinoide (z. B. Lycopin in Tomaten) und Glucosinolate (in Brokkoli und anderen Kreuzblütlern). Diese Substanzen wirken antientzündlich, antioxidativ und können das Krebsrisiko möglicherweise senken.
Ballaststoffe
Lösliche Ballaststoffe wie Beta-Glucan (in Hafer) senken nachweislich den Cholesterinspiegel und regulieren den Blutzucker. Unlösliche Ballaststoffe fördern die Darmgesundheit und können das Risiko für Dickdarmkrebs reduzieren.
Phytosterole
Phytosterole (pflanzliche Sterole) haben eine dem Cholesterin ähnliche Struktur und hemmen dessen Aufnahme im Darm. Sie werden häufig funktionellen Lebensmitteln wie Margarine oder Milchprodukten zugesetzt und können den LDL-Cholesterinspiegel messbar senken.
Wirkmechanismus
Die gesundheitlichen Wirkungen funktioneller Nährstoffe laufen über verschiedene biologische Mechanismen ab:
- Hemmung entzündlicher Signalwege (z. B. durch Omega-3-Fettsäuren und Polyphenole)
- Neutralisierung freier Radikale durch antioxidative Wirkung
- Modulation der Darmflora (Mikrobiom) durch Pro- und Präbiotika
- Regulation von Blutfetten und Blutzucker durch Ballaststoffe und Phytosterole
- Epigenetische Einflüsse bestimmter bioaktiver Verbindungen auf die Genexpression
Anwendung und Bedeutung in der Ernährung
Funktionelle Nährstoffe können sowohl durch eine ausgewogene, pflanzenreiche Ernährung als auch durch angereicherte Lebensmittel (sogenannte functional foods) oder Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden. Besondere Bedeutung haben sie in der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2, entzündlichen Erkrankungen und bestimmten Krebsarten.
Wichtig ist, dass die gesundheitlichen Wirkungen funktioneller Nährstoffe stets im Kontext einer insgesamt ausgewogenen Ernährung und eines gesunden Lebensstils zu sehen sind. Sie ersetzen keine medizinische Therapie, können jedoch als ergänzende Maßnahme zur Gesundheitsförderung beitragen.
Sicherheit und Regulierung
In der Europäischen Union werden gesundheitsbezogene Angaben zu funktionellen Nährstoffen durch die EU-Verordnung Nr. 1924/2006 (Health-Claims-Verordnung) geregelt. Nur wissenschaftlich anerkannte Aussagen über gesundheitliche Vorteile dürfen auf Lebensmitteln ausgelobt werden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bewertet die wissenschaftliche Evidenz dieser Angaben.
Quellen
- Biesalski, H. K. et al. - Ernährungsmedizin. 5. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart (2018).
- EFSA (European Food Safety Authority) - Scientific Opinions on Health Claims. Verfügbar unter: https://www.efsa.europa.eu (abgerufen 2024).
- Wildman, R. E. C. - Handbook of Nutraceuticals and Functional Foods. 2. Auflage. CRC Press (2006).
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