Paracetamol – Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen
Paracetamol ist ein weit verbreitetes Schmerz- und Fiebermittel, das bei leichten bis mittleren Schmerzen sowie erhöhter Körpertemperatur eingesetzt wird.
Interested in regular tips & information about health? Regular tips & information about health?Wissenswertes über "Paracetamol"
Paracetamol ist ein weit verbreitetes Schmerz- und Fiebermittel, das bei leichten bis mittleren Schmerzen sowie erhöhter Körpertemperatur eingesetzt wird.
Was ist Paracetamol?
Paracetamol (auch bekannt als Acetaminophen) ist ein nicht-verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das zur Gruppe der Analgetika (Schmerzmittel) und Antipyretika (fiebersenkende Mittel) gehört. Es ist eines der am häufigsten verwendeten Medikamente weltweit und in vielen Darreichungsformen erhältlich, darunter Tabletten, Kapseln, Brausetabletten, Zäpfchen und Tropfen.
Wirkmechanismus
Der genaue Wirkmechanismus von Paracetamol ist bis heute nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass Paracetamol zentral im Gehirn und Rückenmark wirkt, indem es die Bildung von Prostaglandinen hemmt – dies sind körpereigene Botenstoffe, die Schmerz und Fieber auslösen. Im Gegensatz zu nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac hat Paracetamol keine nennenswerte entzündungshemmende Wirkung und greift kaum in den peripheren Prostaglandin-Stoffwechsel ein.
Anwendungsgebiete
- Leichte bis mittlere Schmerzen (z. B. Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Muskelschmerzen, Regelschmerzen)
- Fieber verschiedener Ursachen
- Schmerzen bei Erkältungen und grippalen Infekten
- Postoperative Schmerztherapie (in der Klinik auch als Infusion)
- Schmerzmittel bei Patienten, für die NSAR nicht geeignet sind (z. B. bei Magenerkrankungen)
Dosierung und Anwendung
Die empfohlene Einzeldosis für Erwachsene beträgt in der Regel 500 mg bis 1000 mg pro Einnahme. Die Tageshöchstdosis liegt bei 4000 mg (4 g), sollte jedoch bei geschwächter Leber oder bei regelmäßigem Alkoholkonsum deutlich niedriger gewählt werden. Zwischen zwei Einnahmen sollten mindestens vier Stunden liegen. Für Kinder wird die Dosis nach Körpergewicht berechnet.
Nebenwirkungen
Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch gilt Paracetamol als gut verträglich. Dennoch können folgende Nebenwirkungen auftreten:
- Leberschäden: Bei Überdosierung ist Paracetamol hepatotoxisch (leberschädigend) und kann zu schwerem Leberversagen führen – dies ist die gefährlichste Nebenwirkung.
- Selten: Allergische Reaktionen (Hautausschlag, Juckreiz)
- Sehr selten: Veränderungen im Blutbild (z. B. Thrombozytopenie)
- Nierenprobleme bei langfristiger Überdosierung
Wechselwirkungen
Paracetamol kann mit verschiedenen anderen Substanzen interagieren:
- Alkohol: Erhöht das Risiko von Leberschäden erheblich.
- Blutgerinnungshemmer (z. B. Warfarin): Kann die Blutverdünnung verstärken.
- Andere Schmerzmittel: Kombination mit weiteren paracetamolhaltigen Präparaten kann zur unbeabsichtigten Überdosierung führen.
- Rifampicin und Barbiturate: Können den Abbau von Paracetamol beschleunigen und damit seine Wirkung verringern.
Gegenanzeigen (Kontraindikationen)
- Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Paracetamol
- Schwere Lebererkrankungen
- Schwerer Alkoholmissbrauch
Besondere Hinweise
Paracetamol ist in vielen Kombinationspräparaten enthalten, wie z. B. Erkältungsmitteln oder Grippemitteln. Daher ist es wichtig, immer alle eingenommenen Medikamente auf ihren Paracetamol-Gehalt zu prüfen, um eine unbeabsichtigte Überdosierung zu vermeiden. Im Falle einer Überdosierung muss sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden, da ein Gegenmittel (N-Acetylcystein) nur in einem bestimmten Zeitfenster wirksam ist.
Quellen
- World Health Organization (WHO) – Model Formulary 2008, Paracetamol/Acetaminophen, WHO Press, Genf.
- Fachinformation Paracetamol – Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), aktualisierte Fassung.
- Larson AM et al. – Acetaminophen-induced acute liver failure: Results of a United States multicenter, prospective study. Hepatology, 42(6):1364–1372, 2005. PubMed PMID: 16317692.
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