Jodausscheidung – Bedeutung und Referenzwerte
Die Jodausscheidung misst die Menge an Jod, die der Körper über den Urin ausscheidet, und gilt als wichtiger Marker zur Beurteilung der Jodversorgung.
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Die Jodausscheidung misst die Menge an Jod, die der Körper über den Urin ausscheidet, und gilt als wichtiger Marker zur Beurteilung der Jodversorgung.
Was ist die Jodausscheidung?
Die Jodausscheidung (auch Jodexkretion genannt) beschreibt die Menge an Jod, die der menschliche Körper – überwiegend über den Urin – wieder ausscheidet. Da der Körper überschüssiges Jod hauptsächlich renal eliminiert, spiegelt die Jodkonzentration im Urin direkt die aktuelle Jodzufuhr wider. Sie ist daher der wichtigste und am häufigsten genutzte Biomarker zur Beurteilung des Jodstatus einer Person oder einer Bevölkerungsgruppe.
Biologische Grundlagen
Jod ist ein essenzielles Spurenelement, das der Körper für die Produktion der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) benötigt. Diese Hormone regulieren den Stoffwechsel, das Wachstum und die Entwicklung des Nervensystems. Aufgenommenes Jod wird im Dünndarm fast vollständig resorbiert und gelangt über das Blut in die Schilddrüse sowie in andere Gewebe. Der Anteil, den die Schilddrüse nicht verwertet, wird über die Nieren gefiltert und mit dem Urin ausgeschieden.
Messung der Jodausscheidung
Methoden
- Spontanurin (Spoturin): Die Jodkonzentration wird in einer einzelnen Urinprobe gemessen und auf das Kreatinin bezogen (µg Jod pro g Kreatinin). Diese Methode ist praktisch und wird in bevölkerungsweiten Studien eingesetzt.
- 24-Stunden-Sammelurin: Gilt als Goldstandard für die individuelle Diagnostik. Hier wird der gesamte Urin eines Tages gesammelt und die ausgeschiedene Jodmenge exakt bestimmt.
Referenzwerte
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Referenzwerte für die mediane Jodausscheidung im Urin definiert, um den Jodstatus von Bevölkerungsgruppen zu klassifizieren:
- Unter 100 µg/l: Jodmangel (leicht, mittel oder schwer je nach Ausprägung)
- 100–199 µg/l: Ausreichende Jodversorgung (Erwachsene allgemein)
- 150–249 µg/l: Ausreichende Jodversorgung (Schwangere)
- Über 300 µg/l: Mögliche Jodüberversorgung
Klinische Bedeutung
Jodmangel
Eine zu geringe Jodausscheidung weist auf eine unzureichende Jodzufuhr hin. Jodmangel kann zu einer Vergrößerung der Schilddrüse (Kropf/Struma), zu Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) und – besonders in der Schwangerschaft – zu schwerwiegenden Entwicklungsstörungen beim Kind führen.
Jodüberversorgung
Eine dauerhaft sehr hohe Jodausscheidung kann ebenfalls negative Auswirkungen haben, etwa das Auslösen oder Verschlechtern von Schilddrüsenerkrankungen wie der Hashimoto-Thyreoiditis oder der Basedow-Krankheit. Personen mit vorbestehenden Schilddrüsenerkrankungen sollten daher ihre Jodzufuhr ärztlich überwachen lassen.
Besondere Risikogruppen
- Schwangere und Stillende (erhöhter Jodbedarf)
- Veganerinnen und Veganer (geringere Jodzufuhr durch Meidung von Milchprodukten und Fisch)
- Bevölkerungen in jodärmeren Regionen (z. B. Binnenländer ohne Meeresfisch-Konsum)
Einflussfaktoren auf die Jodausscheidung
Die Jodausscheidung wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst:
- Ernährung: Jodreiche Lebensmittel wie Seefisch, Meeresfrüchte, Milchprodukte und jodiertes Speisesalz erhöhen die Ausscheidung.
- Kontrastmittel: Jodhaltige Röntgenkontrastmittel können die Jodausscheidung massiv und vorübergehend erhöhen.
- Medikamente: Bestimmte Medikamente wie Amiodaron (Herzmedikament) enthalten große Jodmengen und beeinflussen die Ausscheidung erheblich.
- Nahrungsergänzungsmittel: Die Einnahme von Jodpräparaten oder jodhaltigen Algen- und Seegras-Produkten steigert die Jodkonzentration im Urin.
- Nierenfunktion: Eine eingeschränkte Nierenfunktion kann die renale Jodausscheidung beeinträchtigen.
Quellen
- World Health Organization (WHO), UNICEF, ICCIDD: Assessment of Iodine Deficiency Disorders and Monitoring their Elimination. 3. Auflage, WHO Press, Genf, 2007.
- Zimmermann MB: Iodine deficiency. Endocrine Reviews, 2009; 30(4):376–408. PubMed PMID: 19460960.
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Jod. Aktualisierte Stellungnahme, Berlin, 2021. Verfügbar unter: www.bfr.bund.de
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