Umbilicus – Bauchnabel: Anatomie & klinische Bedeutung
Der Umbilicus (Bauchnabel) ist eine anatomische Struktur an der Bauchdecke, die nach der Durchtrennung der Nabelschnur entsteht. Er dient als wichtiger Orientierungspunkt in der Medizin.
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Der Umbilicus (Bauchnabel) ist eine anatomische Struktur an der Bauchdecke, die nach der Durchtrennung der Nabelschnur entsteht. Er dient als wichtiger Orientierungspunkt in der Medizin.
Was ist der Umbilicus?
Der Begriff Umbilicus ist die lateinische Fachbezeichnung für den Bauchnabel (Nabel). Er befindet sich in der Mitte der Bauchwand und ist die narbige Überbleibsel der ehemaligen Nabelschnurverbindung zwischen dem ungeborenen Kind und der Plazenta. Nach der Geburt wird die Nabelschnur durchtrennt, der verbleibende Stumpf trocknet ein und fällt innerhalb der ersten Lebenswochen ab – zurück bleibt der charakteristische Bauchnabel.
Der Umbilicus liegt anatomisch auf Höhe des vierten und fünften Lendenwirbels (L4/L5) und wird in der Medizin als wichtiger topografischer Orientierungspunkt für die Einteilung der Bauchregionen genutzt.
Anatomie und Aufbau
Der Bauchnabel besteht aus Narbengewebe und ist von der Bauchmuskulatur und dem Bauchfell (Peritoneum) umgeben. In der Embryonalzeit verlaufen durch die Nabelschnur wichtige Blutgefäße:
- Zwei Nabelarterien (Arteriae umbilicales): transportieren sauerstoffarmes Blut zur Plazenta
- Eine Nabelvene (Vena umbilicalis): führt sauerstoffreiches Blut vom Mutterkuchen zum Kind
- Ductus omphaloentericus: verbindet in der frühen Entwicklung den Darm mit dem Dottersack
- Urachus: Verbindungsgang zwischen Blase und Nabelschnur
Nach der Geburt obliterieren (verschließen sich) diese Strukturen und hinterlassen im Körper bestimmte Bänder und Falten.
Klinische Bedeutung
Der Umbilicus ist in der Medizin aus mehreren Gründen klinisch relevant:
Orientierungspunkt in der Anatomie
Der Nabel dient als Leitstruktur zur Unterteilung der Bauchoberfläche in vier Quadranten (rechts oben, links oben, rechts unten, links unten) oder neun Felder. Diese Einteilung hilft Ärzten, Schmerzen und Befunde präzise zu lokalisieren.
Nabelbruch (Hernia umbilicalis)
Ein Nabelbruch entsteht, wenn Bauchorgane oder Gewebe durch eine Schwachstelle im Bereich des Bauchnabels nach außen treten. Dies ist eine häufige Erkrankung, die sowohl Säuglinge als auch Erwachsene betreffen kann. Bei Neugeborenen schließen sich viele Nabelbrüche spontan, bei Erwachsenen ist oft eine operative Versorgung notwendig.
Nabelsepsis beim Neugeborenen (Omphalitis)
Die Omphalitis ist eine bakterielle Infektion des Nabelstumpfs beim Neugeborenen. Sie kann sich schnell ausbreiten und erfordert eine sofortige antibiotische Behandlung. Zeichen sind Rötung, Schwellung und Ausfluss am Nabel.
Umbilicale Hernie bei Erwachsenen
Bei Erwachsenen kann ein Nabelbruch durch erhöhten Bauchdruck entstehen, etwa durch Übergewicht, Schwangerschaft, Aszites (Bauchwassersucht) oder schweres Heben. Die Behandlung erfolgt in der Regel chirurgisch.
Laparoskopie und minimalinvasive Chirurgie
Der Bauchnabel wird häufig als Eintrittspunkt für laparoskopische Eingriffe genutzt. Bei der sogenannten SILS-Technik (Single Incision Laparoscopic Surgery) werden alle Instrumente über einen einzigen Schnitt am Nabel eingeführt, was narbenärmere Operationen ermöglicht.
Dermatologische und kosmetische Aspekte
Der Umbilicus kann auch Ort von Hautveränderungen wie Entzündungen, Pilzinfektionen oder – selten – Metastasen von Bauchkrebserkrankungen (sogenannte Sister-Mary-Joseph-Knoten) sein. Kosmetische Korrekturen des Nabels (Umbilicoplastik) sind ebenfalls medizinisch möglich.
Embryologische Entwicklung
In der Embryonalentwicklung spielt der Nabelbereich eine zentrale Rolle. Durch die Nabelschnur erhält der Embryo alle lebensnotwendigen Nährstoffe und den Sauerstoff von der Mutter. Entwicklungsstörungen in diesem Bereich können zu Fehlbildungen wie der Omphalozele (Vorwölbung von Bauchorganen in die Nabelschnur) oder der Gastroschisis (seitlicher Bauchwanddefekt) führen.
Quellen
- Schünke M., Schulte E., Schumacher U. - Prometheus Lernatlas der Anatomie: Innere Organe. Thieme Verlag, Stuttgart, 2018.
- Sadler T.W. - Langman's Medical Embryology. 14th Edition. Wolters Kluwer, 2019.
- Muysoms F.E. et al. - Classification of primary and incisional abdominal wall hernias. Hernia, 2009; 13(4): 407-414. PubMed PMID: 19495920.
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