Ubiquinolresorptionsmarker – Definition & Bedeutung
Ubiquinolresorptionsmarker sind Laborparameter, die messen, wie gut der Körper Ubiquinol – die aktive Form von Coenzym Q10 – aufnimmt und verwertet.
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Ubiquinolresorptionsmarker sind Laborparameter, die messen, wie gut der Körper Ubiquinol – die aktive Form von Coenzym Q10 – aufnimmt und verwertet.
Was sind Ubiquinolresorptionsmarker?
Ubiquinolresorptionsmarker sind diagnostische Laborparameter, anhand derer beurteilt wird, in welchem Ausmaß der menschliche Organismus Ubiquinol – die biologisch aktive, reduzierte Form von Coenzym Q10 (CoQ10) – aus dem Magen-Darm-Trakt aufnimmt (resorbiert) und im Blut verfügbar macht. Sie dienen sowohl der klinischen Diagnostik als auch der Erfolgskontrolle einer Supplementierung mit Ubiquinol oder Ubiquinon.
Hintergrund: Ubiquinol und Coenzym Q10
Coenzym Q10 ist eine fettlösliche, vitaminähnliche Substanz, die in nahezu allen Körperzellen vorkommt und eine zentrale Rolle in der mitochondrialen Energieproduktion (ATP-Synthese) sowie als Antioxidans spielt. Im menschlichen Körper liegt CoQ10 in zwei Formen vor:
- Ubiquinon (oxidierte Form)
- Ubiquinol (reduzierte, aktive Form) – macht im gesunden Erwachsenen etwa 90–95 % des gesamten CoQ10 im Blut aus
Da Ubiquinol lipophil ist, hängt seine Resorption im Darm stark von Faktoren wie der Formulierung des Präparats, der gleichzeitigen Nahrungsaufnahme, dem Alter und dem individuellen Stoffwechsel ab.
Welche Marker werden verwendet?
Plasma-Ubiquinol-Konzentration
Der wichtigste und am häufigsten eingesetzte Resorptionsmarker ist die Plasma-Ubiquinol-Konzentration, die mittels HPLC (Hochleistungsflüssigkeitschromatographie) bestimmt wird. Sie gibt direkt Auskunft darüber, wie viel bioverfügbares Ubiquinol nach der Einnahme im Blut nachweisbar ist. Referenzwerte im nüchternen Zustand liegen bei gesunden Erwachsenen typischerweise zwischen 0,40 und 1,91 µmol/l.
Ubiquinol/Ubiquinon-Verhältnis
Das Verhältnis von Ubiquinol zu Gesamtcoenzym Q10 (Ubiquinol + Ubiquinon) im Plasma ist ein sensibler Marker für den oxidativen Stress im Körper. Ein niedriges Verhältnis kann auf erhöhten oxidativen Stress oder eine eingeschränkte Resorptionsfähigkeit hinweisen. Beim gesunden Menschen liegt dieses Verhältnis bei über 90 %.
Gesamtcoenzym-Q10-Spiegel
Ergänzend kann der Gesamtcoenzym-Q10-Spiegel im Plasma gemessen werden, um die absolute Menge an zirkulierendem CoQ10 unabhängig von der Oxidationsform zu erfassen.
Pharmakokinetische Parameter (nach Supplementierung)
Im Rahmen klinischer Studien oder einer medizinisch begleiteten Supplementierung werden häufig folgende pharmakokinetische Resorptionsparameter erhoben:
- Cmax: maximale Plasma-Ubiquinol-Konzentration nach Einnahme
- Tmax: Zeitpunkt, zu dem Cmax erreicht wird
- AUC (Area under the curve): Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve als Maß für die Gesamtresorption
- Bioverfügbarkeit: prozentualer Anteil der eingenommenen Dosis, der systemisch verfügbar wird
Klinische Bedeutung
Ubiquinolresorptionsmarker werden in folgenden klinischen und wissenschaftlichen Kontexten eingesetzt:
- Überprüfung der Bioverfügbarkeit verschiedener Ubiquinol-Formulierungen (z. B. Weichgelkapseln, nanoemulgierte Formen)
- Therapieüberwachung bei Patienten mit mitochondrialen Erkrankungen, Herzinsuffizienz oder statingebundenen Myopathien, bei denen CoQ10 supplementiert wird
- Abklärung eines möglichen CoQ10-Mangels (primär genetisch oder sekundär durch Statine, Alter oder Erkrankungen bedingt)
- Forschung zur Optimierung der Resorption von Nahrungsergänzungsmitteln
Einflussfaktoren auf die Resorption
Die Resorption von Ubiquinol wird durch mehrere Faktoren beeinflusst:
- Formulierung: Nano- oder Mikroemulsionen sowie lösungsmitteldispergierte Formen zeigen eine deutlich höhere Bioverfügbarkeit als kristallines Pulver
- Fettreiche Mahlzeit: gleichzeitige Einnahme mit einer fetthaltigen Mahlzeit verbessert die Resorption erheblich, da Ubiquinol fettlöslich ist
- Alter: die körpereigene Synthese und die Resorptionsfähigkeit nehmen mit dem Alter ab
- Darmgesundheit: Erkrankungen wie Morbus Crohn oder eine gestörte Fettresorption können die Aufnahme beeinträchtigen
- Genetische Faktoren: Polymorphismen in Transportproteinen können die individuelle Bioverfügbarkeit beeinflussen
Quellen
- Bhagavan HN, Chopra RK. Coenzyme Q10: absorption, tissue uptake, metabolism and pharmacokinetics. Free Radical Research. 2006;40(5):445–453.
- Langsjoen PH, Langsjoen AM. Comparison study of plasma coenzyme Q10 levels in healthy subjects supplemented with ubiquinol versus ubiquinone. Clinical Pharmacology in Drug Development. 2014;3(1):13–17.
- Mantle D, Hargreaves I. Coenzyme Q10 and Degenerative Disorders Affecting Longevity: An Overview. Antioxidants (Basel). 2019;8(2):44.
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