Urothelschutztherapie – Schutz der Blasenschleimhaut
Die Urothelschutztherapie schützt die Blasenschleimhaut vor schädlichen Substanzen, etwa bei Chemotherapie. Erfahren Sie mehr über Anwendung und Nutzen.
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Die Urothelschutztherapie schützt die Blasenschleimhaut vor schädlichen Substanzen, etwa bei Chemotherapie. Erfahren Sie mehr über Anwendung und Nutzen.
Was ist die Urothelschutztherapie?
Die Urothelschutztherapie bezeichnet medizinische Maßnahmen, die darauf abzielen, das Urothel – also die spezielle Schleimhaut, die die Harnblase, die Harnleiter und die Harnröhre auskleidet – vor schädlichen Einflüssen zu schützen. Besonders bekannt ist diese Therapieform im Zusammenhang mit der Krebsbehandlung, bei der bestimmte Chemotherapeutika die Blasenschleimhaut angreifen und schwerwiegende Entzündungen verursachen können.
Wann wird die Urothelschutztherapie eingesetzt?
Die häufigste Anwendung der Urothelschutztherapie erfolgt begleitend zu einer Chemotherapie mit Oxazaphosphorinen, insbesondere mit den Wirkstoffen Cyclophosphamid und Ifosfamid. Diese Substanzen werden im Körper zu toxischen Metaboliten (vor allem Acrolein) abgebaut, die über den Urin ausgeschieden werden und dabei die Blasenschleimhaut stark reizen oder entzündlich schädigen können.
- Chemotherapie mit Cyclophosphamid oder Ifosfamid
- Hochdosis-Chemotherapie im Rahmen von Stammzelltransplantationen
- Vorbeugung einer hämorrhagischen Zystitis (blutende Blasenentzündung)
Wirkmechanismus
Das am häufigsten eingesetzte Medikament im Rahmen der Urothelschutztherapie ist Mesna (2-Mercaptoethansulfonat-Natrium). Mesna wird intravenös oder oral verabreicht und gelangt rasch in die Nieren, wo es in seine aktive Form umgewandelt wird. Im Urin bindet Mesna an den toxischen Metaboliten Acrolein und macht diesen unschädlich, bevor er die Blasenschleimhaut schädigen kann.
Mesna wirkt dabei ausschließlich lokal im Harntrakt und beeinflusst die Wirksamkeit der Chemotherapie im übrigen Körper nicht. Dies macht es zu einem gut verträglichen und zielgerichteten Schutzmittel.
Anwendung und Dosierung
Die Dosierung von Mesna richtet sich nach der Dosis des eingesetzten Chemotherapeutikums und wird individuell durch den behandelnden Arzt festgelegt. Typischerweise wird Mesna zu definierten Zeitpunkten vor, während und nach der Chemotherapiegabe verabreicht, um einen kontinuierlichen Schutz des Urothels sicherzustellen.
- Intravenöse Gabe: häufig als Kurzinfusion in mehreren Dosen
- Orale Gabe: als Tabletten, oft in Kombination mit intravenöser Verabreichung
- Zusätzliche Maßnahme: ausreichende Flüssigkeitszufuhr zur Verdünnung des Urins
Nebenwirkungen und Verträglichkeit
Mesna wird im Allgemeinen gut vertragen. Mögliche, aber seltene Nebenwirkungen umfassen:
- Übelkeit und Erbrechen
- Bauchschmerzen
- Allergische Reaktionen (sehr selten)
- Kopfschmerzen und Müdigkeit
Da Mesna gezielt im Harntrakt wirkt, sind systemische Nebenwirkungen vergleichsweise gering. Die meisten unerwünschten Wirkungen, die Patienten während einer Chemotherapie erleben, sind in der Regel auf die Chemotherapeutika selbst zurückzuführen und nicht auf Mesna.
Bedeutung und Nutzen
Ohne eine begleitende Urothelschutztherapie können Oxazaphosphorin-basierte Chemotherapien zu einer hämorrhagischen Zystitis führen – einer ernsthaften Entzündung der Blasenschleimhaut mit starken Blutungen, Schmerzen und im schlimmsten Fall einer dauerhaften Blasenschädigung. Die Urothelschutztherapie hat diese Komplikation erheblich reduziert und ermöglicht so die sichere Durchführung hochwirksamer Krebstherapien.
Quellen
- Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, DGHO): Supportive Therapie bei onkologischen Patienten. Aktuelle Fassung verfügbar unter: www.leitlinienprogramm-onkologie.de
- Hensley ML et al. - American Society of Clinical Oncology clinical practice guidelines for antiemesis, 2006. Journal of Clinical Oncology.
- Fachinformation Uromitexan (Mesna), Baxter Oncology GmbH. Aktuelle Fassung gemaess Europaeischer Zulassung.
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