Urinleukozytenzahl – Bedeutung, Ursachen & Therapie
Die Urinleukozytenzahl gibt an, wie viele weiße Blutkörperchen im Urin vorhanden sind. Erhöhte Werte können auf eine Harnwegsinfektion oder Nierenentzündung hinweisen.
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Die Urinleukozytenzahl gibt an, wie viele weiße Blutkörperchen im Urin vorhanden sind. Erhöhte Werte können auf eine Harnwegsinfektion oder Nierenentzündung hinweisen.
Was ist die Urinleukozytenzahl?
Die Urinleukozytenzahl beschreibt die Anzahl der Leukozyten (weißen Blutkörperchen) im Urin. Leukozyten sind Bestandteile des Immunsystems und werden normalerweise nur in sehr geringen Mengen über den Urin ausgeschieden. Sind erhöhte Mengen vorhanden, spricht man von einer Leukozyturie. Dies ist ein wichtiger diagnostischer Hinweis auf Entzündungen oder Infektionen im Harntrakt.
Normalwerte und Referenzbereiche
Im Rahmen einer Urinuntersuchung gelten folgende Orientierungswerte als normal:
- Im Urinsediment: bis zu 5 Leukozyten pro Gesichtsfeld (bei 400-facher Vergrößerung)
- Im quantitativen Nachweis (z. B. Addis-Count): bis zu 2 Millionen Leukozyten pro 24 Stunden
- Im Urin-Stix: negatives Ergebnis gilt als unauffällig
Werte oberhalb dieser Grenzen gelten als erhöht und bedürfen weiterer Abklärung.
Ursachen erhöhter Urinleukozytenzahlen
Eine erhöhte Urinleukozytenzahl kann viele Ursachen haben:
Infektiöse Ursachen
- Harnwegsinfektionen (HWI): Die häufigste Ursache, z. B. Blasenentzündung (Zystitis) oder Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)
- Urethritis: Entzündung der Harnröhre, oft durch sexuell übertragbare Erreger wie Chlamydien oder Gonokokken
- Tuberkulose der Harnwege: Seltene, aber wichtige Differenzialdiagnose bei steriler Leukozyturie
Nicht-infektiöse Ursachen
- Glomerulonephritis: Entzündliche Nierenerkrankung immunologischer Ursache
- Interstitielle Nephritis: Entzündung des Nierengewebes, oft durch Medikamente ausgelöst
- Nierensteine oder Harnsteine: Mechanische Reizung der Harnwege
- Tumoren des Harntrakts
- Kontamination: Besonders bei Frauen kann eine Verunreinigung der Urinprobe durch vaginales Sekret zu falsch erhöhten Werten führen
Symptome bei erhöhter Urinleukozytenzahl
Je nach zugrunde liegender Erkrankung können folgende Beschwerden auftreten:
- Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
- Häufiger Harndrang
- Trüber oder unangenehm riechender Urin
- Fieber und Schüttelfrost (bei Nierenbeteiligung)
- Flankenschmerzen
- In manchen Fällen keine Beschwerden (asymptomatische Leukozyturie)
Diagnose
Die Bestimmung der Urinleukozytenzahl erfolgt durch verschiedene Methoden:
- Urin-Stix (Teststreifen): Schnelltest, der auf dem Nachweis von Leukozytenesterase basiert. Geeignet als erste Orientierung.
- Urinsediment: Mikroskopische Untersuchung des zentrifugierten Urins zur genauen Zählung der Leukozyten
- Urinkultur: Zum Nachweis von Bakterien und zur Erregeridentifikation bei Verdacht auf Infektion
- Bildgebung: Ultraschall oder weitere Untersuchungen bei Verdacht auf anatomische Ursachen
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:
- Bakterielle Harnwegsinfektionen: Antibiotische Behandlung entsprechend dem Erregernachweis und Antibiogramm
- Nicht-bakterielle Entzündungen: Absetzen auslösender Medikamente, entzündungshemmende Therapie
- Nierensteine: Je nach Größe konservative oder operative Behandlung
- Asymptomatische Leukozyturie: Regelmäßige Kontrolle und weitere Abklärung der Ursache
Bei anhaltend erhöhten Werten ohne erkennbare Ursache sollte eine urologische oder nephrologische Fachvorstellung erfolgen.
Wann zum Arzt?
Folgende Situationen erfordern eine ärztliche Vorstellung:
- Beschwerden beim Wasserlassen, Fieber oder Flankenschmerzen
- Wiederholte oder anhaltende Leukozyturie im Urin-Stix
- Urin, der trüb, blutig oder stark riechend ist
- Bekannte Nierenerkrankung mit verändertem Urinbefund
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) - Leitlinie Harnwegsinfektionen (2022)
- Kasper D. L. et al. - Harrison's Principles of Internal Medicine, 21. Auflage, McGraw-Hill (2022)
- World Health Organization (WHO) - Basic Laboratory Procedures in Clinical Bacteriology, 2. Auflage (2003)
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