Ureaseaktivität – Bedeutung, Diagnostik & Therapie
Die Ureaseaktivität beschreibt die Fähigkeit bestimmter Bakterien, Harnstoff mithilfe des Enzyms Urease zu spalten. Sie spielt eine zentrale Rolle bei der Diagnose von Mageninfektionen.
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Die Ureaseaktivität beschreibt die Fähigkeit bestimmter Bakterien, Harnstoff mithilfe des Enzyms Urease zu spalten. Sie spielt eine zentrale Rolle bei der Diagnose von Mageninfektionen.
Was ist Ureaseaktivität?
Die Ureaseaktivität bezeichnet die biochemische Aktivität des Enzyms Urease, das in der Lage ist, Harnstoff (Urea) in Ammoniak und Kohlendioxid zu zerlegen. Dieses Enzym wird von bestimmten Mikroorganismen produziert, am bekanntesten vom Magenbakterium Helicobacter pylori. Die Ureaseaktivität ist ein wichtiger diagnostischer Marker und hat gleichzeitig eine klinische Bedeutung für verschiedene Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und der Nieren.
Biochemischer Hintergrund
Urease katalysiert die folgende chemische Reaktion:
- Harnstoff (CO(NH2)2) wird durch Urease gespalten zu Ammoniak (NH3) und Kohlendioxid (CO2).
- Der entstehende Ammoniak erhöht den pH-Wert der unmittelbaren Umgebung, was für den Mikroorganismus ein Überleben in saurer Umgebung ermöglicht.
Diese Eigenschaft erlaubt es Bakterien wie Helicobacter pylori, die stark saure Magenumgebung zu neutralisieren und sich dauerhaft in der Magenschleimhaut anzusiedeln.
Klinische Bedeutung
Helicobacter-pylori-Infektion
Die Ureaseaktivität von Helicobacter pylori ist klinisch besonders relevant. Das Bakterium besiedelt die Magenschleimhaut und nutzt seine Urease, um eine Ammoniak-Schutzschicht zu bilden. Dies kann zu folgenden Erkrankungen führen:
- Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
- Magenulzera und Duodenalulzera (Magengeschwüre und Zwölffingerdarmgeschwüre)
- Erhöhtes Risiko für Magenkarzinom (Magenkrebs)
Harnwegsinfektionen
Urease-produzierende Bakterien wie Proteus mirabilis oder Klebsiella pneumoniae können im Harntrakt Harnstoff spalten. Der entstehende Ammoniak erhöht den pH-Wert des Urins, was die Bildung von Struvitsteinen (Harnsteinen) begünstigt und chronische Harnwegsinfektionen fördern kann.
Diagnostische Nutzung der Ureaseaktivität
Die Ureaseaktivität wird in der klinischen Diagnostik auf verschiedene Weisen genutzt:
Urease-Schnelltest (CLO-Test)
Beim Urease-Schnelltest wird eine Gewebeprobe der Magenschleimhaut (Biopsie) in ein Testmedium eingebracht, das Harnstoff enthält. Ist Helicobacter pylori vorhanden, spaltet seine Urease den Harnstoff, und ein Farbindikator zeigt den Anstieg des pH-Wertes durch Ammoniak an. Dieses Verfahren liefert innerhalb weniger Stunden ein Ergebnis.
13C-Harnstoff-Atemtest
Der 13C-Harnstoff-Atemtest ist eine nicht-invasive Methode zum Nachweis einer Helicobacter-pylori-Infektion. Der Patient trinkt eine Lösung mit markiertem Harnstoff (13C-Urea). Falls Helicobacter pylori vorhanden ist, wird der Harnstoff durch die Urease des Bakteriums gespalten, und das markierte Kohlendioxid (13CO2) kann in der Ausatemluft gemessen werden.
Mikrobiologische Differenzierung
In der Mikrobiologie wird die Ureaseaktivität genutzt, um Bakterienarten zu unterscheiden. Ein positiver Urease-Test hilft, Bakterien wie Proteus mirabilis, Helicobacter pylori oder Klebsiella von anderen Keimen zu differenzieren.
Behandlung ureaseaktiver Infektionen
Die Behandlung von Infektionen, bei denen Ureaseaktivität eine Rolle spielt, richtet sich nach dem verursachenden Erreger:
- Helicobacter-pylori-Eradikation: Eine Kombination aus zwei Antibiotika (z. B. Clarithromycin und Amoxicillin) und einem Protonenpumpenhemmer (PPI) wird als Triple-Therapie eingesetzt, um das Bakterium abzutöten.
- Behandlung von Harnwegsinfektionen: Antibiotika, die gegen Urease-produzierende Bakterien wirksam sind, sowie gegebenenfalls die Entfernung von Harnsteinen.
- Urease-Inhibitoren: In der Forschung und teils in der Therapie werden spezifische Urease-Inhibitoren untersucht, die das Enzym direkt hemmen und so die Aktivität ureasebildender Bakterien abschwächen können.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Helicobacter pylori and Gastric Cancer. WHO Press, Genf.
- Malfertheiner P. et al. - European Helicobacter and Microbiota Study Group (EHMSG): Management of Helicobacter pylori infection - the Maastricht V/Florence Consensus Report. Gut, 2017; 66(1):6-30.
- Mobley H.L.T., Hausinger R.P.: Microbial Ureases: Significance, Regulation, and Molecular Characterization. Microbiological Reviews, 1989; 53(1):85-108.
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